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Kita-Eigenbetriebe

geschrieben von: Redaktion am 12.01.2006, 08:48 Uhr
paperpress519 
Zum Beitrag
Kita-Eigenbetriebe
paperpress Nr. 407 Januar 2006
Sehr geehrter Herr Koch!

In paperpress von Januar 06 berichten Sie zum Stand der neuen Kita-Eigenbetriebe, skizzieren deren Entwicklung und zeigen auf, dass der Erhalt, u.a. für das Wunsch- und Wahlrecht der Eltern, gesellschaftlich relevant ist. Bis dahin stimme ich mit Ihnen überein.

Im nächsten Absatz stellen Sie das alles in Frage. Die Entscheidung des Senats, nur noch 1/3 aller Kindertagesstätten in kommunaler Trägerschaft (jetzt Eigenbetriebe) zu belassen, scheint Ihnen bereits eine Fehlentscheidung zu sein und einen Grund dafür zu liefern, dass jetzt die Eigenbetriebe keinen guten Start haben. Ich kann diesen Zusammenhang nicht sehen, denn das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Wenn Sie als nächstes schreiben, dass die Eigenbetriebe bereits jetzt Probleme verursacht haben und deshalb doch lieber gleich alle restlichen Kindertagesstätten privatisiert werden sollten, geht mir das ähnlich.

Ich sehe nicht, dass die erst seit dem 1.1.2006 (das sind heute 4 Tage!) bestehenden Eigenbetriebe Schwierigkeiten gemacht haben, sondern wenn Probleme bestanden und bestehen, sind es Menschen, die diese verursacht haben. Sei es, dass Gremien sich mit Entscheidungen schwer taten, sei es, dass Politiker versuchen, evtl. noch größere Einsparpotentiale zu erzielen. Was auch immer.

Ihre Schlussfolgerung, deshalb alle Einrichtungen zu privatisieren, erscheint mir etwas „bockig” und „sehr kurz” gedacht. Sie geben damit leichtfertig das Ziel auf, auch in der Zukunft Plätze in kommunalen Kindertagesstätten vorzuhalten, was Sie ja eigentlich zuvor vertreten.

Ich wünsche mir, dass die Eigenbetriebe eine Chance erhalten, dass sie sich als selbstständige Institutionen etablieren können und vor allen Dingen die vielfältigen Aufgaben umsetzen können, die ihnen von Senatsseite aufgegeben wurden.

Herr Böger lässt ja soeben wieder über die Presse verlauten, dass die Sprachförderung früher einsetzen muss. Der Bezirk Tempelhof/Schöneberg hat diesbezüglich bereits seit einiger Zeit seine Anstrengungen verstärkt, dieser Forderung nachzukommen. Die Umsetzung des von allen sehr geschätzten Berliner Bildungsprogramms ist ebenfalls ein Thema, welches sich die Kitas auf die Fahne geschrieben haben, trotz Arbeitszeitverkürzung, Abbau von Leitungsanteilen, Einführung der Kita-Card. Dies sind nur drei The-men.

Es wird zu häufig übersehen, dass für die Umsetzung pädagogischer Konzepte sehr unterschiedliche Kräfte mobilisiert werden müssen, um zusätzliche Anstrengungen durchzustehen.

Wenn alle Welt anscheinend nur nach Ein-sparpotentialen schielt und insgesamt für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen durch sich jagende Nachrichten keine ruhige Arbeitsbasis entstehen kann, ist das ein enormes Handicap. Ich kann nicht ausschließen, dass sich diese Gedanken auch bereits in anderen Köpfen festgesetzt haben und damit kurzfristige Lösungen unterschiedlichster Hintergedanken möglich scheinen. Zu wenig wird im öffentlichen Dienst von Verantwortlichen bedacht, dass sie auch für den Erhalt der Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter zuständig sind. Wenn die Kindertagesstätten, kaum dass sie im Eigenbetrieb SüdWest gelandet sind, Ihrer Meinung nach doch besser alle privatisiert werden sollten, finde ich das kontraproduktiv und für die Kollegen und Kolleginnen wenig motivierend.

Mit freundlichem Gruß
G. Voss

Anmerkung:
Die Formulierung „Angesichts der Probleme, die Eigenbetriebe bislang schon verursachte haben,…“ bezieht sich nicht auf die Kita-Eigenbetriebe, sondern auch Unternehmen wie Bäder- oder Krankenhausbetriebe.

Ansonsten, man kann es gar nicht oft genug sagen, sind wir ausdrücklich weiterhin für staatliche Angebote in Bildung und Erzie-hung. Diese Bereiche allein dem freien Markt überlassen zu wollen, ist verantwortungslos. Bloß, warum Eigenbetriebe? Die bestehenden Jugendämter hätten ihre Kitas in eigener Regie weiterhin betreiben können. Angelegenheiten der Kitas wurden bislang öffentlich in den Jugendhilfeausschüssen oder Bezirksverordnetenversammlungen beraten. Jetzt finden diese Beratungen – nicht öffentlich – in den Verwaltungsratssitzungen der Eigenbetriebe statt.

Dennoch, wenn es nun mal so ist, wie es beschlossen wurde, wünschen wir den Eigenbetrieben sehr viel Erfolg, pädagogisch ebenso wie finanziell.


  
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