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Zu Gast bei Goethe und Schiller

geschrieben von: Redaktion am 17.10.2010, 13:20 Uhr
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Weimar ist ein Gesamtkunstwerk. Eine kulturelle Perle. Und in nur zwei Stunden von Berlin aus zu erreichen, also quasi vor der Haustür gelegen. Im Rahmen der jährlichen Gedenktstättenfahrt des SPD-Landesverbandes Berlin und Paper Press Studienreisen® nach Buchenwald, fand zusätzlich in Weimar ein umfangreiches politisches, kulturelles und touristisches Programm statt. Abgestiegen waren die 37 Berliner Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Reise im Dorint Hotel am Goethepark, das direkt an der historischen Altstadt liegt. Von hier aus waren alle Sehenswürdigkeiten in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen. Der Zufall wollte es, dass am Ankunftstag in Weimer am 10. Oktober der traditionelle Zwiebelmarkt noch voll im Gange war.
Immerhin der 357ste Zwiebelmarkt aller Zeiten, was bedeutet, dass auch schon Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich von Schiller über diesen Markt schlenderten. Ohnehin ist man in Weimar ständig auf den Spuren der beiden großen deutschen Dichter. Man kommt an ihren Namen nicht vorbei, ob Goetheplatz oder Schillerstraße, sogar zwei große Kaufhäuser tragen ihre Namen. Und bei der Stadtführung erfährt man, wo Schiller gewohnt hat und wo sich Goethe aufhielt. Goethe hatte gleich mehrere Unterkünfte. Natürlich sein Haus, das heute das bedeutendste Goethemuseum ist, auch sein Gartenhaus ist zu besichtigen, und man erfährt von einer Wohnung, gleich neben dem Haus von der berühmten Charlotte von Stein. Gab es nun einen Durchbruch von Goethes Wohnung zu ihrem Haus? Wie eng war die Beziehung? Vieles bleibt im Unklaren. Nur ein paar Schritte von ihrem Grab entfernt auf dem Weimarer Friedhof liegt Goethe in der Fürstengruft, und er soll tatsächlich hier liegen, während Schillers Sarg leer ist, nachdem Forscher entdeckten, dass keines der beiden Skelette, die in dem Sarg lagen, Friedrich von Schiller zuzuordnen sind. Ein aufwendiges Forschungsprojekt hat das 2006 herausgefunden. Nun ist der Sarg leer und Schillers Überreste bleiben verschollen. Da fragt man sich schon, was diese Aktion sollte. Jahrzehnte lang hatten die Besucher der Fürstengruft die Illusion, Goethe und Schiller ganz nah zu sein. Wem dient es, nun zu wissen, dass dies nicht so ist? Der Wahrheit? Welcher Wahrheit? Wer will sie wissen? Forschen um des Forschens Willen, was für ein Unsinn.

Der Zwiebelmarkt in Weimars Straßen, ein Ereignis, das tausende von Touristen in die thüringische Stadt lockt. Ein besonderes Souvenir, das man unbedingt erwerben muss, sind die Zwiebelzöpfe, die sich schon Goethe an seinen Schreibtisch band. Paper Press-Reiseleiter Jürgen Köster kaufte sich diese schon bei seinen früheren Besuchen noch zu DDR Zeiten und hatte an der Grenze Probleme wegen der Ausfuhr von Lebensmitteln aus dem Arbeiter- und Bauernstaat. In einem nun grenzenlosen Deutschland gibt es diese Schwierigkeiten nicht mehr und so konnte Jürgen Köster seiner Frau Renate unkontrolliert einen Zwiebelzopf aus Weimar mitbringen.

Wunderschön geschmückte Häuser in Weimars Altstadt, ebenso wie das Rathaus der Stadt am Marktplatz. Allein um alle Museen in Weimar zu besichtigen, müsste man einige Wochen dort verbringen, was jeder sehr gern tun würde. Denn nach der Bildung melden sich ja stets der Magen und die Kehle. Weinstuben, kleine und große Kneipen, Restaurants mit ein-heimischen Spezialitäten befinden sich an jeder Ecke. In Weimar kann man es wirklich lange aushalten. Als Goethe, 26-jährig 1775 nach Weimar kam, wollte er eigentlich nur mal kurz vorbeischauen. Daraus wurden bis zu seinem Tode 1832 immerhin 57 Jahre. Damals zählte Weimar 6.000 Einwohner, heute gut das Zehnfache, dennoch, gemütlich ist es geblieben.
Der Höhepunkt der Stadtbesichtigung von Weimar war zweifelsohne der Besuch der Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Auch hier wieder auf den Spuren von Goethe, der seinerzeit die Oberaufsicht über die Bibliothek hatte. Er wäre sicherlich entsetzt gewesen, wenn er den 2. September 2004 hätte miterleben müssen, als ein Feuer in der Bibliothek ausbrach und 50.000 wertvolle Bücher für immer vernichtete. Dank modernster Technik konnten aber ebenso viele gerettet werden. Bis heute dauern die Restaurierungsarbeiten an. Starke Beschädigung des Bibliothekssaals und Vernichtung unwiederbringlicher Bücher. Heute erstrahlt der Saal in neuem Glanze, inzwischen ausgestattet mit zahlreichen Sicherungsanlagen, um ein erneutes Feuer im Keim zu ersticken.

Die Reise nach Weimar diente aber nicht nur der kulturellen, sondern auch der politischen Bildung. Und so traf sich die Berliner Gruppe an einem Abend im Dorint Hotel mit dem Weimarer Oberbürgermeister Stefan Wolf, an dem auch der SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Michael Müller und Paper Press Vorsitzender Ed Koch teilnahmen.

Berliner, das weiß man, sind überall. Und so verwunderte es kaum, dass Stefan Wolf gebürtiger Berlin ist. Bevor er 2001 nach Weimar ging, zuerst Bürgermeister und Beigeordneter für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Kultur war, und 2006 dann Oberbürgermeister wurde, war er in Berlin als Richter und später Staatsan-walt mit dem Schwerpunkt Wirtschaftskriminalität tätig und Geldwäschebeauftragter der Berliner Staatsanwaltschaft. Mit diesen Dingen hat er heute nichts mehr zu tun, dafür umso mehr mit Stadtentwicklung, Wirtschaft und Kultur, Dezernate, für die er neben dem OB-Job zuständig ist.

Weimar ist im Gegensatz zu vielen anderen thüringischen und ostdeutschen Städten eine Stadt mit steigenden Einwohnerzahlen. Während andernorts Wohnungen reichlich zu haben sind, herrscht in Weimar eher ein Wohnungsmangel. Das große Kulturangebot der Stadt vorhalten zu können, kostet natürlich Geld, und da ist die Stadt auf Zuwendungen des Landes und Bundes angewiesen. Derzeit größtes Vorhaben ist die Errichtung eines neuen Gebäudes für das Bauhausmuseum.

Das Gespräch mit dem Oberbürgermeister war höchst interessant, und es konnte am nächsten Tag gleich fortgesetzt werden, weil die Berliner Gruppe zum Jahresempfang der SPD Weimar vom SPD Partei- und Fraktionschef Dr. Friedrich Folger und seinem Stellvertreter Sven Steinbrück eingeladen wurde. In Weimar wird der OB direkt gewählt. In zwei Jahren muss sich Stefan Wolf zur Wiederwahl stellen. Der Stadtrat wurde hingegen erst 2009 neu gewählt. Stärkste Fraktion ist die CDU mit acht Sitzen, Die Grünen und die SPD haben je sechs Stimmen, wobei die OB-Stimme zur SPD hinzukommt. Die Linke mit eigentlich acht Sitzen, hat sich zerstritten und bildet jetzt zwei Fraktionen mit jeweils vier Mitgliedern, die Linke und die Neue Linke. Die FDP ist mit drei Stadträten vertreten und leider stellt die NPD auch einen.

Bei dem Empfang traf Michael Müller auf Carsten Schneider, thüringischer Bundestagsabgeordneter, Uwe Höhn, SPD-Fraktionsvorsitzender im Thüringischen Landtag, und Hartmut Schubert, Staatssekretär im Sozialministerium.

Die Teilnehmer der Berliner Gruppe konnten sich von ihrem Landsmann Stefan Wolf gar nicht mehr trennen. Ein besonderes Dankeschön der Berliner ging an die rechte Hand des Bürgermeisters, nämlich an seinen Persönlichen Referenten Stig Ludwig, der viel zum Gelingen des Programms beigetragen hat. Ein rundum schöner Aufenthalt in Weimar mit sonnigem Wetter an den ersten beiden Tagen. Der Besuch in Buchenwald hingegen bei dichtem Nebel und nasskaltem Wetter belastet die Teilnehmer verständlicher Weise bis heute.

  
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