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Moratorium

geschrieben von: Redaktion am 14.03.2011, 18:35 Uhr
paperpress589 
Weltpolitik, Kriege oder Naturkatastrophen gehören nicht zu den üblichen Themen, die in paperpress behandelt werden. Es gibt aber Situationen, da würde man ersticken, ließe man sei-nen Ärger nicht an der Tastatur aus. Und so ist es mir bei diesem Kommentar eigentlich egal, ob ihn jemand liest oder nicht. Hauptsache, ich habe mir den Zorn von der Seele geschrieben.
Bestimmt wissen Sie, was ein Moratorium ist. Um es genau zu definieren, habe ich sicherheits-halber bei wikipedia nachgeschaut. „Moratorium (lat. morari „verzögern, aufschieben“) bezeich-net allgemein die Übereinkunft, eine bestimmte Sache aufzuschieben oder vorläufig zu unter-lassen.“

Diese „bestimmte Sache“ ist nun also seit heute das Aufschieben der Auflösung des Atomkon-senses. Diesen Konsens hat die Rot-Grüne Bundesregierung im Jahre 2000 mit den Kraftwerk-betreibern beschlossen. 2010 haben CDU/CSU und FDP den Konsens, wie wir alle wissen, auf-gekündigt und die Laufzeiten verlängert. Selbst bei dem Rot-Grünen Vorhaben wären erst etwa 2020 die letzten AKWs vom Netz gegangen. Nun werde ich zumindest als 62-jähriger kaum noch eine Chance haben, in meinem Land den Totalausstieg zu erleben. Apropos erleben. Fast ist es egal, ob bei uns die Atommeiler abgeschaltet werden oder nicht, so lange um uns herum alle munter weiter laufen. Tschernobyl war ziemlich weit weg, dennoch erreichte uns die Wolke. Wenn ich mir nur die Karte von Frankreich anschaue, das geradezu übersät ist mit diesen Kraft-werken, dann ist es wirklich gleichgültig, ob wir durch eigene oder französische AKWs verstrahlt werden.

Denn eines ist sicher: Nichts ist sicher. Wer sich heute noch hinstellt und etwas anderes be-hauptet, darf nicht ernst genommen werden. Japan ist nun wirklich ein High-Tech-Land erster Güte. Was sich dort als Folge eines Erdbebens und Tsunamis abspielt, war vor einigen Tagen noch weit entfernt von jeder Vorstellung. Atomkraftwerke sind gefährlich und vor allem, sie sind – wie sich zeigt – unbeherrschbar. In einem Land, das ständig von Erdbeben heimgesucht wird, überhaupt AKWs zu bauen, ist schon selbstmörderisch. Unabhängig davon, dass die Kraftwer-ke für die Ziffer 8 auf der Richter-Skala ausgelegt sind, diesmal aber die 9 angezeigt wurde, hat niemand damit gerechnet, dass alle Stromkreise ausfallen. Und ohne Strom keine Kühlung, und ohne Kühlung beginnen die Kernstäbe zu schmelzen, was offenbar gerade geschieht.

Die Katastrophe durch das Erdbeben und den Tsunami ist entsetzlich genug. Nun droht auch noch der atomare Supergau. Während vor ein paar Tagen die Kanzlerin und vor allem ihr Vize an dem Ausstieg zum Ausstieg nicht rütteln wollten, hat sich heute das Blatt gewendet. Frau Merkel und Herr Westerwelle verkündeten ein Moratorium mit der Folge, dass in Baden-Württemberg ein Kraftwerk sofort stillgelegt werden muss. Das Moratorium soll für drei Monate gelten. Warum für drei, warum nicht sechs oder zwölf oder völlige Rückkehr zum Rot-Grünen Konsens? Diese Aktion ist so durchsichtig, so peinlich, so widerlich, dass man eigentlich nur Gift und Galle kotzen könnte. Natürlich hat das Moratorium mit den Wahlen in Sachsen-Anhalt am 20.3. und Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz am 27.3. nichts zu tun. Wer käme denn auf so was?

Vor einigen Tagen lief im Fernsehen ein Film mit dem Titel „Der Tag, an dem die Erde still-stand.“ Es geht mal wieder darum, dass die Welt gerettet werden muss. Anders als bei anderen Werken dieser Art, geht es aber ausdrücklich um die Rettung der Erde, nicht um die Rettung der Menschheit. Und diese Menschheit wollen die Außerirdischen auslöschen, um den kostba-ren Planeten wieder ungestört in Ordnung bringen zu können. Die Menschen haben ihn rück-sichtslos zerstört und beschädigt, nur an sich selbst denkend. Leider lassen sich die Besucher aus dem All umstimmen und hoffen nun darauf, dass sich die Menschen ändern werden. Was für eine irrwitzige Annahme. Nein, die Menschen werden weiterhin intensiv am Untergang ihres Planeten arbeiten. Und während in Japan schon Zehntausende gestorben sind, ermordet unge-hindert von der Weltgemeinschaft ein wahnsinniger Diktator sein Volk. Die Apokalypse scheint näher als wir glauben.

Ed Koch

  
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