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Offener Brief an Michael Ickes, Piratenfraktion BVV Tempelhof-Schöneberg

geschrieben von: Redaktion am 21.01.2012, 10:46 Uhr
paperpress477 
Sehr geehrter Herr Ickes, seit über 40 Jahren besuche ich regelmäßig die Bezirksverordnetenversammlungen des Bezirks und berichte über die Sitzungen. Ich habe Parteien entstehen und wieder verschwinden gesehen. Ich habe die Anfänge der Grünen als Alternative Liste in Tempelhof miterlebt. Ich war damals sehr angetan von der unkonventionellen Art der Bezirksverordneten und hatte viel Spaß daran, dass die meist jungen Mitglieder die etablierten Parteien durcheinander brachten und verunsicherten. Das geschah weitestgehend auf eine sehr engagierte und intelligente Art. Es gab nie einen Zweifel an den ernsten Anliegen der Partei.
Die für meine Begriffe zu legere Kleiderordnung hat mir allerdings schon damals nicht gefallen. Es geht hier nicht um Schlips und Kragen oder Abendkleid. Es geht um ein gewisses Maß an Angemessenheit, das stets auch die Wertschätzung der Institution BVV zum Ausdruck bringt.

In diesem Punkt haben sich viele Grüne sehr verändert, bei den meisten Mitgliedern Ihrer Par-tei besteht jedoch noch Nachholbedarf. Es gibt Tabus. Und diese verletzten Sie vorsätzlich. Ich meine Ihre Kopfbedeckung. Das Piratentuch, das Sie glauben, während der Sitzungen tragen zu müssen, ist eine Dauerprovokation, die nur dazu führt, Sie nicht Ernst nehmen zu können. Ich spreche Ihnen nicht ab, eine ernsthafte Motivation für Ihre Arbeit in der BVV zu haben. Diese wird jedoch durch Ihr Auftreten zunichte gemacht. Völlig inakzeptabel ist, dass sich auf Ihrem Kopftuch auch noch der Name Ihrer Partei befindet. Mitglieder von Parlamenten, ich rechne jetzt mal ausnahmsweise die BVV dazu, haben im Plenum in ihrem äußeren Erscheinungsbild neutral zu sein. Ich meine nicht die Wortbeiträge, aus denen natürlich der politische Hintergrund des Redners hervorgehen darf und soll. Werbehinweise an der Kleidung für eine Partei verbieten sich von selbst. Ich fordere Sie auf, Ihr Kopftuch mit dem Schriftzug Ihrer Partei, in Ihrem eigenen Interesse nicht weiter in Sitzungen und den Ausschüssen der BVV zur Schau zu stellen.

Darüber hinaus wäre es ausgesprochen angenehm, wenn Sie Ihre clownhaften Auftritte unter-lassen könnten. Die korrekte Ansprache bei Wortmeldungen hat Ihnen die Vorsteherin ja inzwischen beigebracht. Die Art und Weise Ihrer Vorträge sollten Sie überdenken. Völlig unangemessen sind Pöbelattacken, wie Sie sie in der Januar-Sitzung gegen ein Bezirksamtsmitglied für richtig hielten.

Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, übernehmen Sie am 1. Februar 2012 für drei Monate den Fraktionsvorsitz. Damit sind Sie auch Mitglied im Ältestenrat. Das wäre eine gute Gelegenheit unter Beweis zu stellen, dass man Sie als ernsthaften Kommunalpolitiker wahrnehmen kann und nicht als jemand, der glaubt, sich im Quatsch-Comedy-Club zu befinden. Womit ich nichts Negatives über den Quatsch-Comedy-Club gesagt haben möchte. Bei Thomas Herrmanns würden Sie vermutlich schon beim Casting rausfliegen.

Denken Sie bitte darüber nach, was Sie wollen: Seriöse Politik machen oder schlechte Comedy. Bei Aktionen wie „Das Friedenauer Rathaus für Friedenauer – Gegen den Ausverkauf von öffentlichem Eigentum“, wie es auf Ihrem Wahlplakat stand, haben Sie mich uneingeschränkt an Ihrer Seite.

Mit freundlichen Grüßen
Ed Koch


  
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