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Erstes Micro Smart Grid auf dem EUREF-Campus eingeweiht

geschrieben von: Redaktion am 16.03.2012, 16:30 Uhr
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Die Energiewende ist gesetzt. Doch noch kann man sich so recht keine sichere Energieversorgung vorstellen, wenn der Wind nicht weht oder die Sonne nicht scheint. Dabei haben wir viel mehr natürliche Energien, als wir tatsächlich brauchen. Was fehlt, ist eine stabile Versorgung, die aber nur mit neuen Speichern funktioniert. Je höher der Anteil der Regenerativen ist, umso volatiler wird die Versorgung und umso kostbarer wird die Speicherung. Elektrische Autos, die in Flotten betrieben werden, können hierzu einen wesentlichen Beitrag liefern. Eine intelligente Poolsteuerung ermöglicht eine Speicherverfügbarkeit, ohne dass die Nutzung der Fahrzeuge eingeschränkt ist.
Smart Grid als Lösung vieler dieser Probleme ist in aller Munde, aber wie wird es tatsächlich gemacht? Um diese große Herausforderung besser in den Griff zu bekommen, wurde im Rah-men des Forschungsprojekts BeMobility – Berlin elektroMobil auf dem EUREF-Campus ein intelligentes Stromnetz, ein so genanntes Micro Smart Grid (MSG), aufgebaut.

Gemeinsam mit Partnern und Gästen wurde am 16. März 2012 der Startschuss für den Erprobungsbetrieb dieses wichtigen Beitrags zur Energiewende aus der Region Berlin-Brandenburg gegeben. Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) maßgeblich gefördert. Referatsleiter Stefan Schmitt vom BMVBS stellte den bundes-politischen Bezug des Projektes dar. Christoph von Knobelsdorff (Staatssekretär in der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung) und Angelika Schöttler (Bezirksbürgermeisterin von Berlin Tempelhof-Schöneberg) begrüßen das Projekt als Berliner Beitrag zum internationalen Schaufenster Elektromobilität. Die Industriepartner Schneider Electric (Deutschlandchefin Rada Rodriguez) und NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg (Geschäftsführer Ulf Altmann) erläuterten in ihren Statements die Beiträge ihrer Unternehmen. Prof. Andreas Knie (Geschäftsführer InnoZ/DB Fuhrpark), Jürgen Peters (Geschäftsführer InnoZ) und EUREF-Chef Reinhard Müller begrüßten die zahlreich erschienenen Gäste auf dem EUREF Campus.

Im Rahmen eines Rundgangs über den EUREF-Campus konnten die einzelnen Komponenten der Anlage in Augenschein genommen werden. Das Projekt, das in dieser Konstellation in Deutschland bislang einzigartig ist, wurde als Teil der Modellregion Berlin/Potsdam vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gefördert.

Bis Ende 2011 wurden auf dem EUREF-Campus, u.a. mit Unterstützung der Partner GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft, NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg, Schneider Electric, Solon und dem Reiner Lemoine Institut fünf Kleinwindanlagen, drei Solaranlagen und eine Großbatterie als Netzpuffer errichtet. Auf dem Gasometer wurde durch das Reiner Lemoine Institut eine Windmessanlage installiert. In den letzten Wochen wurden dann diese Anlagen mit den Ladesäulen und der Energieleitwarte im InnoZ verknüpft. Aus dieser Leitwarte heraus steuert die NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg alle Energieflüsse innerhalb des Micro Smart Grids. Schneider Electric organisiert das technische Energiemanagement für Fahrzeugflotten und Gebäude. Damit kann jetzt neben dem Strom aus dem öffentlichen Netz auch lokal produzierte regenerative Energie gezielt für die Versorgung der Elektrofahrzeuge und für ausgewählte Mieter auf dem EUREF-Campus eingesetzt werden. Denn bereits eine intelligent eingesetzte Flotte von einer Million Fahrzeugen entspräche den heutigen Kapazitäten allen verfügbaren Pumpspeicher. Zudem sind die Batterien von E-Fahrzeugen sehr flexibel und daher besser für den kurzfristigen Spannungsausgleich im Netz geeignet.

Mitten in Berlin wird nun mit weiterer Unterstützung des Bundes, des Landes Berlin, des Bezirks Tempelhof-Schöneberg und von Wirtschaft und Wissenschaft erprobt, wie neben der intelligenten Vernetzung von Elektromobilität und öffentlichem Verkehr auch die notwendige Netzintegration von erneuerbarer Energie in der Praxis vollzogen werden kann und welchen Beitrag die Elektromobilität für die Energiewende leisten kann. Das Vorhaben ist ein Kernprojekt der Bewerbung der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg als „Internationales Schaufenster Elektromobilität”.

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler führte in einem Grußwort aus: „Für den Bezirk und für mich als Bezirksbürgermeisterin ist der EUREF-Campus die wichtigste Kreativschmiede in Bezug auf Innovation und Nachhaltigkeit. Die Idee von EUREF ist nicht nur von gesamtstädtischer Bedeutung, sie hat europaweite Ausstrahlung und erfüllt eine Vorbildfunktion.

Die Vision der ‚Intelligenten Stadt’ wird hier erarbeitet. Was mich freut und einen Unterschied zu vielen anderen Wissenschafts-, Innovations- und Zukunftsstandorten ausmacht, ist die Tatsache, dass sich dieser Standort organisch, aus sich heraus und ohne großen Förderprogrammhintergrund entwickelt. Das ist gesund und schafft mehr Freiraum im Denken. Nach und nach verstummen auch die Zweifler, die das Projekt für zu ambitioniert, zu utopisch hielten. Dass dieses Projekt Zeit braucht, um sich nachhaltig zu entwickeln, davon bin ich stets ausgegangen.

Umso mehr freut mich, dass nach nur vier Jahren Entwicklungszeit der EUREF-Campus zu einem europaweiten Zentrum für Innovationen und Zukunftsprojekte geworden ist. Die Vision hat Gestalt angenommen. Hier wird bereits erfolgreich praktiziert, was anderenorts in Berlin künftig angesiedelt und entwickelt werden soll. - Fakten, die bei der aktuellen und künftigen Städteplanung berücksichtigt werden sollten. Hier findet die Erprobung und Anwendung innovativer Technologien statt. Hier stehen bereits architektonisch ansprechende ‚Green Buildings’ mit LEED-Gold-Zertifizierung und denkmalgeschützte Backsteingebäude. Hier findet sich eine hochkarätige Standort-Community aus renommierten wissenschaftlichen Instituten, internationalen Unternehmen und außeruniversitären Forschungsnetzwerken. Hier wird die anwendungsorientierte Verknüpfung von akademischer Forschung und Lehre mit praxisnaher, interdisziplinärer Erprobung neuer Technologien praktiziert.

An dieser Stelle möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass ich mich sehr freue über die gelungene Ansiedlung des TU-Campus, der noch in diesem Jahr sein neues Domizil beziehen wird. Damit hat eine renommierte Hochschule künftig ein Standbein im Bezirk. Eine Bereicherung für den Wissenschaftscluster Umwelt, Klima, Energie und Mobilität, den man hier findet. Ich erhoffe mir davon positive Impulse für die Umgebung, insbesondere den Bereich Südkreuz und die Rote Insel. Ich freue mich auf die vielen jungen Menschen und klugen Köpfe, die hier arbeiten und forschen werden. Gerade die jungen Menschen sind es, die der Bezirk braucht, um zukunftsfähig zu sein! Die Vorstellung einer nahezu CO2-neutralen Energieversorgung und geringer Unterhaltskosten durch regenerative Energien wird im Mikrokosmos EUREF-Campus verwirklicht. Ein weiterer Baustein dieser Entwicklung ist die heutige Einweihung des lokalen ‚Micro Smart Grids’. Ein wie ich finde sehr spannender und ansprechender Entwicklungsschritt.“

Hintergrundinformationen:

Zum Micro Smart Grid

Als Smart Grid wird die Verknüpfung von unterschiedlichen Energiequellen, mobilen und stationären Speichern sowie Verbrauchern zu einem intelligenten Stromnetz bezeichnet. Da diese Vernetzung auf dem EUREF-Campus einen räumlich abgegrenzten Bereich betrifft, wird von einem „Micro“ Smart Grid gesprochen. Es besteht weiterhin Anschluss zum öffentlichen Stromnetz. Ziel ist es, Schritt für Schritt durch die Nutzung lokaler regenerativer Energieträger den Strombezug aus dem öffentlichen Netz zu reduzieren. Damit kann dieses entlastet und stabilisiert sowie der Anteil erneuerbarer Energien in der Stromversorgung gesteigert werden.

Zur Plattform elektroMobilität

Die Plattform elektroMobilität, die durch das InnoZ betrieben wird, ist in den vergangenen zwei Jahren zu einer der ersten Adressen in Berlin und Deutschland bei dem Thema Elektromobilität geworden. Sie verfügt über eine öffentliche eCarsharing-Station der Deutschen Bahn mit Ladesäulen verschiedener Hersteller und bis zu 30 Ladepunkten, u.a. die erste Schnellladestation in Berlin, die Photovoltaikanlage ‚Solarmover’ und eine Kombinationslösung für Parken und Laden. Nutzertests, Fachkonferenzen sowie Erprobungs- und Informationsmöglichkeiten für Besuchergruppen runden das Bild ab.

Zum Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ) GmbH

Als Forschungs-, Erprobungs- und Beratungsunternehmen entwickeln wir gemeinsam mit Industrie, Wissenschaft und Verwaltung innovative Lösungskonzepte, Produkte und Dienstleistungen im Spannungsfeld von Mobilität und gesellschaftlichem Wandel. Wir vereinen dabei Forschung und Praxis unter einem Dach. Systemische Ansätze sind für uns entscheidend: Mobilität, Telekommunikation, Energie, Klimaschutz und Stadtentwicklung werden zusammenhängend betrachtet. Wir sehen Elektromobilität als Katalysator für innovative intermodale Mobilitätskonzepte und -dienstleistungen. Diese werden unter Realbedingungen getestet, mit dem Ziel, nachhaltige Anwendungsfelder für vernetzte Mobilitäts- und Energiedienstleistungen zu entwickeln. Mehr Info unter http://www.innoz.de.

Zum EUREF-Campus

Der EUREF-Campus rund um den Schöneberger Gasometer soll in den nächsten Jahren zu einem CO2-neutral betriebenen Stadtquartier ausgebaut werden. Der Gasometer steht als Wahrzeichen für den Energiewandel.

Als Forschungscampus arbeiten Industrie, Wissenschaft, Verwaltung und Politik gemeinsam an den Herausforderungen der Energiewende und an neuen Möglichkeiten nachhaltiger Stadtentwicklung. Im Februar 2012 haben namhafte Berliner sowie internationale Forschungsinstitutionen und Unternehmen den EUREF-Campus unter dem Titel „Mobility2Grid“ in die Förderinitiative "Forschungscampus – öffentlich-private Partnerschaft für Innovationen" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung eingebracht. Der EUREF-Campus ist u.a. Sitz des Climate-KIC, der TU-Campus EUREF gGmbH und ab Jahresmitte des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change. Mehr Info unter http://www.euref-campus.de

Zu BeMobility - Berlin elektroMobil

Berlin elektroMobil (kurz: BeMobility) ist ein Forschungsprojekt im Rahmen der Modellregion Elektromobilität Berlin/Potsdam. Es umfasst die Integration elektrischer Mietfahrzeuge in urbane Verkehrs- und Energienetze. Durch die integrative Betrachtung von Mobilität, Energiesystemen und städtischer Infrastruktur sollen nachhaltige Geschäftsmodelle entwickelt werden. Die Hauptstadtregion eignet sich als innovatives Cluster für nachhaltige integrierte Verkehrs-, Stadtentwicklungs- sowie Energieversorgungskonzepte. Es wird durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gefördert, regional von der TSB Innovationsagentur Berlin GmbH und übergeordnet von der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie GmbH koordiniert. Konsortialführer ist die Deutsche Bahn AG. Die NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg und Schneider Electric sind Partner in der nun startenden Phase 2.0 des Projektes. Mehr Info unter http://www.bemobility.de.


  
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