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Chance verpasst, lieber Herr Rösler!

geschrieben von: Redaktion am 06.01.2013, 13:34 Uhr
paperpress611 
Die zentrale Frage, warum man die FDP braucht, hat der Vorsitzende Philipp Rösler auf dem Dreikönigstreffen seiner Partei in Stuttgart gleich zu Beginn seiner Rede gestellt. So richtig scheint er es selbst nicht zu wissen. Die Ankündigung für seine Rede war mal wieder fulminant. Bei der FDP geht es ja seit geraumer Zeit nur noch um Schicksalsreden. Der Sonntag gehört zu den wenigen Tagen, an denen ich zu Hause bin. Und da man im fortgeschrittenen Alter nicht mehr so richtig ausschlafen kann, sitze ich auch am Sonntag schon früh morgens am Computer. Dafür gönne ich mir am Nachmittag ein halbes Stündchen dösender Ruhe.
Bei Phoenix habe ich mir das FDP-Dreikönigstreffen angehört. Bei der Rede von Philipp Rösler setzte das Dämmern schon vor der geplanten Ruhephase ein. Das war keine Rede, das war ein Vortrag, den er auch vor ein paar Parteifreunden in Hannover hätte halten können. Manchmal dachte ist, Rösler sei schon eingeschlafen, wenn die Pausen zwischen den Sätzen immer länger dauerten. Flüssiges Sprechen hört sich anders an. Wort für Wort, ewig hingezogen. Ich war kurz davor, meinen Fernseher anzuschreien und zu rufen, red’ doch mal schneller, ich will ins Bett!

Nein, mit diesem Vortrag ruft man niemanden in den niedersächsischen Küstenregionen hinterm Ofen hervor. Aus Sicht der FDP war sicherlich alles richtig, was ihr Vorsitzender gesagt hat. Der Applaus war dann aber doch eher höflich. Ganz anders Rainer Brüderle. Nun, wer schreit, hat zwar selten Recht, aber Brüderle zeigte, wie man Wahlkampfreden hält. Laut, akzentuiert, den Gegner im Boden versenken, die eigenen Leute, auch wenn sie noch so farblos sind, als Helden feiern, so macht man das. Und, anders als in der heute-show brauchte man keine Untertitel. Der Mann war sehr gut zu verstehen.

Nun, das Dreikönigstreffen war natürlich eine Wahlkampfveranstaltung, es fanden aber keine Parteiwahlen statt. Erinnern wir uns an Mannheim 1995. Da war es ähnlich. Der Vorsitzende Rudolf Scharping hielt eine Rede ala Rösler und Oskar Lafontaine versenkte den Chef mit einer emotionalen, die Parteiseele treffenden Rede im Fußboden der Halle. Ich hätte in Stuttgart „Mannheim, Mannheim!“ gerufen, und jeder hätte gewusst, was gemeint ist. Die Tage von Philipp Rösler sind gezählt, der Spitzenkandidat für die Bundestagswahl wird Rainer Brüderle heißen.

Ed Koch

  
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