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Eine einzige Katastrophe

geschrieben von: Redaktion am 07.01.2013, 08:28 Uhr
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Hauptstädte sind im restlichen Land selten beliebt. Das trifft besonders auf Berlin zu. Im Ostteil der Stadt gab es zu DDR Zeiten (fast) alles, während die Provinz das Nachsehen hatte. Den Westdeutschen ging es im Vergleich sehr gut, dennoch gab es viele, die ständig an den Subventionen für West-Berlin herumnörgelten. Wo man als West-Berliner auch hinkam, wurde einem aufs Butterbrot geschmierte, dass man dieses nur den Bundesdeutschen zu verdanken habe.
BER steht inzwischen für Bruchlandung ersten Ranges. Die Häme, die uns entgegenschlägt, ist unerträglich, weil man keine Argumente mehr findet, sie abzuwehren. Es geht ja nicht nur darum, dass wir als Passagiere lieber von einem neuen größeren Airport abfliegen wollen, als von dem immer enger werdenden Tegel. Was alles an BER hängt ist unglaublich. Vor allem natürlich Arbeitsplätze, die man jetzt gebrauchen könnte. Von den ganzen Problemen, die die vielen Unternehmen, die am Flughafen hängen, haben, wollen wir gar nicht reden. Die erneute Verschiebung auf unbestimmte Zeit ist eine einzige Katastrophe.

Die Mehrkosten, die nun mit Sicherheit entstehen werden, werden große Auswirkungen auf den Berliner Landeshaushalt haben. Noch einmal wird der Finanzsenator keine Millionen aus der Portokasse zaubern können. Jetzt geht es ans Eingemachte.

In so einer Situation taucht zwangsläufig die Frage nach der Verantwortung auf. Berlin und Brandenburg ist natürlich nicht geholfen, wenn ihre Regierungschefs zurücktreten. Was jedoch den Aufsichtsrat und die Geschäftsführung der Flughafen Gesellschaft anbelangt, muss jetzt etwas geschehen. Rainer Schwarz, der Flughafen-Chef, ist überfällig. Er muss, koste es, was es wolle, sofort von seinem Amt entbunden werden. Schwarz’ Rausschmiss wird teuer, aber, kommt es darauf noch an?

Was den Aufsichtsrat anbelangt, so hilft keine Operation an einzelnen Gliedern, sondern eine Gesamterneuerung. Der komplette Aufsichtsrat muss sofort ausgewechselt werden. Welches Versagen im Einzelnen Klaus Wowereit und/oder Matthias Platzeck vorzuwerfen oder nachzuweisen ist, ist vollkommen egal. Darum geht es nicht mehr. Jetzt ist vor allem Psychologie gefragt. Neue Leute in der Geschäftsführung und im Aufsichtsrat würden ein Zeichen setzen. Nichts würde dadurch preiswerter, und der Flughafen würde auch nicht früher fertig werden. Aber, wie gesagt, darum geht es nicht mehr. Es muss neues Vertrauen geschaffen werden, und dazu taugen die bisherigen Personen nicht mehr. Damit meine ich auch die Leute aus dem Bundesverkehrsministerium, die sich immer so vornehm zurückhalten und so tun, als hätten sie nur wenig mit dem Flughafen zu tun. Jetzt muss eine seriöse Bestandsaufnahme erfolgen, an deren Ende alles, aber nicht die Nennung eines neuen Eröffnungstermins stehen darf. Niemand in der Welt glaubt einem neuen Terminversprechen, obwohl dieses für die Planung der Airlines und aller anderen Beteiligten so wichtig wäre.

Der Schaden, vor allem für Berlin, ist unermesslich. Das Ansehen hat schwer gelitten und die Finanzen werden uns noch schwerer im Magen liegen. Da nützt es nichts, wenn man sich immer wieder ärgerlich vor Augen hält, dass ein neuer Flughafen in Sperenberg längst am Start wäre. Und es beruhigt vielleicht die angekratzte sozialdemokratische Flughafenseele, dass man sich daran erinnert, dass ein Regierender Bürgermeister der CDU und ein Bundesverkehrsminister derselben Partei Schönefeld gegen einen sozialdemokratischen Ministerpräsidenten in Brandenburg durchgesetzt haben. Das ist Geschichte, und diese kann man, wie bekannt, nicht zurückdrehen.

Ed Koch

  
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