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Kümmern um den Rand der Gesellschaft

geschrieben von: Redaktion am 01.03.2013, 08:35 Uhr
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Rund 10.000 Obdachlose, wie viele genau, weiß niemand, gibt es in Berlin. Etwa die Hälfte davon hat einen Betreuungsbedarf, wie es so schön heißt. Es sind zirka 50 freie Träger in unserer Stadt, die sich um diese Menschen kümmern, die am Rande der Gesellschaft stehen. Dorthin sind sie teils schuldlos, durch Unachtsamkeit im Umgang mit ihren Finanzen, oder einfach gekommen, weil sie nicht in der Lage sind, ihr Leben halbwegs zu meistern. Es ist eines der großen Verdienste und Leistungen unseres Staates, diese Menschen nicht allein zu lassen. Hilfsangebote gibt es viele, man muss sie nur nutzen. „casa nostra – Integrative Hilfen e.V.“ ist einer dieser Träger, der sich um die Menschen am Rande unserer Gesellschaft kümmert. Kürzlich feierte er das einjährige Bestehen seiner Einrichtung in der Tempelhofer Wolframstraße. Wir haben das zum Anlasse genommen, den Träger zu besuchen und ihn vorzustellen.
Claus Görigk, der Geschäftsführer des Vereins, Beate Giehl, die Pädagogische Leiterin, und Michael Schröder, der Regionalleiter Berlin-Süd empfingen uns in ihren Räumen im Innenhof des riesigen Gebäudekomplexes unweit der ufafabrik in der Wolframstraße. In diesem Gebäude befindet sich u.a. auch das JobCenter.

310 Klienten hat der Verein gegenwärtig, die unterschiedliche Hilfen nach dem Sozialgesetzbuch in Anspruch nehmen. Wie findet ein Hilfesuchender einen Träger, der ihm zur Seite stehen soll? Man könnte meinen, dass das recht schwierig ist. Es funktioniert aber, durch Mund-zu-Mund-Propaganda, Empfehlungen und Vermittlung von Behörden, und durch das Internet. Für die einzelnen Maßnahmen gibt es von den zuständigen Ämtern Entgelte, mit denen der Träger seine Hilfeleistungen finanzieren muss, also Mitarbeiter, gegenwärtig 60, Miete für die Standorte und alles, was an Ausstattung erforderlich ist.
Wir stellen den Träger vor:

Zuerst einmal die Standorte:

Team Mitte

Sickingenstraße 76a - 10553 Berlin (Mitte) - Tel 030 390 632 -410 - Fax 030 390 632 -419
team.mitte@casanostra.de
Perleberger Straße 3a - 10559 Berlin (Mitte) - Tel 030 390 632 -420 - Fax 030 390 632 -429
team.mitte@casanostra.de

Team Nordost

Alte Hellersdorfer Straße 138 - 12629 Berlin (Hellersdorf) - Tel 030 390 632 -450
Fax 030 390 632 - 459 team.nordost@casanostra.de

Team Ost

Hagenstraße 1 - 10365 Berlin (Lichtenberg) - Tel 030 390 632 - 430
Fax 030 390 632 -439 - team.ost@casanostra.de
Irenenstraße 24 - 10317 Berlin (Lichtenberg) - Tel 030 390 632 -440 - Fax 030 390 632 -449
team.ost@casanostra.de

Team Süd

Hermannstr. 214, 216 - (Kindl Boulevard) - 12049 Berlin (Neukölln) - Tel 030 390 632 -540
Fax 030 390 632 -549 - team.sued@casanostra.de
Schillerpromenade 3 12049 Berlin (Neukölln) - Tel 030 390 632 -550 –
Fax 030 390 632 -569 - team.sued@casanostra.de

Team Südwest

Goebenstraße 4 - 10783 Berlin (Schöneberg) - Tel 030 390 632 -510
Fax 030 390 632 -519 - team.suedwest@casanostra.de
Pallasstraße 1 - 10781 Berlin (Schöneberg) - Tel 030 390 632 -520
Fax 030 390 632 -519 team.suedwest@casanostra.de
Wolframstraße 89-92 - 12105 Berlin (Tempelhof) - Tel 030 390 632 -570
Fax 030 390 632 -579 - team.suedwest@casanostra.de

casa nostra – Integrative Hilfen e.V. bietet fachlich kompetente und menschlich einfühlsame Betreuung. Der Verein hat seit über 15 Jahren Erfahrung mit Maßnahmen nach dem SGB. Die Angebote sind für Hilfesuchende kostenfrei. In nahezu jedem Bezirk Berlins verfügt der Träger über Wohnungen. Die Büros sind dezentral und verkehrsgünstig gelegen, so dass überall in Berlin schnell und flexibel Hilfen angeboten werden können. Kurzfristige Beratungstermine und schnell einsetzende Hilfeleistungen werden garantiert.

Entwicklung

1994 Konzeptionelle Entwicklung und Gründung des Trägers
1995 Start des Gruppenwohnens Siemensstraße mit zwei hauptamtlichen und drei
ehrenamtlichen Mitarbeitern
1997 Entwicklung und Aufbau des BGW Alsenstraße
1998 Umstellung der Leistungsvergütung
Modellprojekt „Streetwork“
1999 Beginn des Projektes BEW, Umzug und Erweiterung der Geschäftsstelle
2000 Ausbau der Verwaltung
Erweiterung der Betreuungsteams
2001 Eröffnung einer Mietschuldnerberatung im Bezirk Neukölln, Schillerpromenade 3
Entwicklung alternativer Wohnmöglichkeiten für die Bewohner „Neue Grünstraße“ in Zusammenarbeit mit der Fachstelle des Bezirksamts Mitte und dem Liegenschaftsfonds
2002 Erweiterung des Bereichs BEW durch Gliederung in Team Mitte und Team Süd
2003 Eröffnung einer Mietschuldnerberatung im Bezirk Lichtenberg, Irenenstr. 24 – Team Ost
2004 Erweiterung des Bereichs BGW durch ein Frauenwohnprojekt im Bezirk Mitte
2007 Ausbau der Betreuungskapazitäten:
Umzug des Teams Mitte in den neuen Bürostandort Sickingenstraße 76a
Eröffnung des Betreuungsstandortes im Bezirk Tempelhof-Schöneberg in der Pal-lasstraße 1 – Team Südwest
2008 Ausbau des Teams Südwest mit dem neuen Standort Goebenstraße 4
2009 Konzeptionierung der Hilfen gemäß §§ 30, 31 und 35 SGB VIII
Anerkennung als freier Träger der Jugendhilfe
2010 Erweiterungen in den Teams Mitte und Ost mit Aufbau der Standorte
Perleberger Straße 3a und Hagenstraße 1
Aufbau und Leitung eines „Modellprojektes ASOG“ im Bezirk Neukölln für wohnungslose
Frauen mit und ohne Kinder
2011 Eröffnung des Beratungsstandortes im KINDL-Boulevard, Herrmannstraße 214 - Team Süd
2012 Ergänzung der vorhandenen Beratungsstandorte:
- Wolframstraße 89-92 – Team Südwest
- Alte Hellersdorfer Straße 138 – Team Nordost
2013 Goebenstraße 4 wird Jugendhilfestandort

Die Angebote des Trägers im Einzelnen:

Wohnungserhalt und Wohnungserlangung (WuW)

Diese Hilfe richtet sich an Menschen, die vom Verlust ihrer Unterkunft akut bedroht und damit überfordert sind. Wohnungslosigkeit entsteht oft aufgrund ausbleibender Mietzahlungen, die zur Räumung führen. In vielen Fällen ist der Verlust von Wohnraum jedoch vermeidbar. Im Rahmen der Mietschuldnerberatung wird durch frühzeitig einsetzende Hilfe und Unterstützung Wohnungslosigkeit wirksam verhindert. casa nostra - Integrative Hilfen e.V. hilft bei Problemen und entwickelt gemeinsam mit den Betroffenen Lösungen.

Betreutes Einzelwohnen (BEW), Betreutes Gruppenwohnen (BGW)

Diese Hilfe richtet sich an volljährige Männer, Frauen und Familien, die wegen Mietschulden von Wohnungslosigkeit betroffen oder von einer nicht mehr zu verhindernden Räumung bedroht sind, in unzumutbaren Wohnraumverhältnissen leben oder wegen Straffälligkeit vom Verlust des Wohnraums bedroht oder betroffen sind.

Besondere soziale Problemlagen können alle Bereiche des täglichen Lebens betreffen. Lebensplanung und -entwicklung sind häufig von Brüchen gekennzeichnet, sowohl in der privaten als auch beruflichen Perspektive. Wenn diese Schwierigkeiten zu groß werden, wird Hilfe notwendig.

Im Bedarfsfall erfolgt ein Angebot zur Unterbringung in Einzel- oder Gruppenwohnungen. Dieser Wohnraum kann sowohl zur kurzzeitigen Stabilisierung als auch zur mittelfristigen Wohnraumversorgung genutzt werden. Die Wohnungen geben Raum zum Neugestalten der eigenen Situation. Die sozialpädagogische Begleitung in dieser Zeit unterstützt die Wohnfähigkeit und bietet Wege, um das Zusammenleben in der Gruppe aktiv zu gestalten.

Hilfen zur Erziehung

Als anerkannter Träger der Jugendhilfe bietet casa nostra – Integrative Hilfen e.V. Beratung, Unterstützung und Begleitung für Heranwachsende, junge Erwachsene und Familien an. Gemeinsam mit den jungen Menschen und Familien, in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Jugendämtern, finden wir Lösungen, um eine nachhaltige und positive Entwicklung zu erreichen. Dabei wird sich an den individuellen Bedürfnissender Hilfesuchenden mit der Arbeitsgrundlage §§27ff . SGB VIII orientiert. Hiernach haben Personensorgeberechtigte bei der Erziehung eines Kindes oder Jugendlichen Anspruch auf Hilfe, wenn eine dem Wohl des Kindes oder Jugendlichen entsprechende Erziehung nicht gewährleistet und die Hilfe für die Entwicklung geeignet und notwendig ist. Diese Hilfe richtet sich nach dem Bedarf im Einzelfall und soll das Umfeld des Kindes oder Jugendlichen einbeziehen.


Zum Schluss ein paar redaktionelle Anmerkungen

Die von der Politik, den Medien und einigen Verbänden zum Skandal hochstilisierten Vorkommnisse um die Treberhilfe wirken immer noch nach. Über die Treberhilfe müssen wir nicht mehr aufklären, es gibt kein Presseorgan in dieser Stadt, das ausführlicher als wir darüber berichtet hat. Der Rechtfertigungsdruck der Träger ist hoch, ebenso das Misstrauen. Noch immer tauchen hier und da Fragen auf, wie, haben Sie Dienstwagen, wenn ja, welches Modell, oder Immobilienbesitz? Was wäre daran falsch, muss man zurückfragen. Ach hätte sich bloß Treberhilfechef Ha-rald Ehlert damals bei der Suche nach einem Dienstwagen für den teureren Audi entschieden und den Maserati im Autohaus unbeachtet gelassen, die Sozialbranche in Berlin würde entspannter arbeiten können.

Der Senat befindet sich regelrecht in einem Kontrollwahn, Millionenbeträge werden verpulvert für Prüfungen, für die es überhaupt keine klaren Ausführungsvorschriften gibt. Dabei ist die Sache doch recht einfach: es gibt Entgelte womit der Staat die eingekaufte Leistung des Trägers bezahlt. Neben der steuerlichen Überprüfung will der Senat nun jeden Beleg gegen das Licht halten? Kontrollen bei Unregelmäßigkeiten, ja, auch zwischendurch und unangemeldet. Kein Unternehmenszweig, egal welcher Branche, steht gegenwärtig so unter Beobachtung wie der der Sozial- und Jugendhilfeträger. Und nur, weil ein Geschäftsführer eines Unternehmens mal mit einer italienischen Luxuskarre durch Berlin fuhr, was jahrelang niemanden gestört hat und plötzlich zur größten Mediengeschichte der letzten Jahre wurde? Staatlicherseits sollte man langsam wieder abrüsten. Man kann eine ganze Branche nicht unter Generalverdacht stellen.

Die Träger benötigen Vertrauen von allen Seiten, auch von ihren Klienten, und auch da hat sich teilweise Misstrauen breitgemacht. Im Umgang mit Menschen ist Vertrauen ausgesprochen wichtig, es liegt auch am Staat, dieses Vertrauen den Trägern wieder verstärkt entgegenzubringen. Schließlich erledigen die freien Träger die Arbeit für den Staat, die er nicht mehr machen will. Es ist gegenwärtig viel von Rekommunalisierung die Rede, da geht es aber um Wasser und Strom nicht um Menschen.

Zusammenstellung und Kommentierung: Ed Koch

  
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