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Grüne wollen Tempelhofer Forum schließen

geschrieben von: Redaktion am 08.03.2013, 07:56 Uhr
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Der Hauptausschuss der Bezirksverordnetenversammlung von Tempelhof-Schöneberg hat am Mittwoch, dem 6. März 2013, einen Beschluss gefasst, der die Schließung der Bildungs- und Begegnungsstätte des Jugendamtes Tempelhof-Schöneberg an der Gottlieb-Dunkel-Straße zur Folge haben wird.

Der Antrag wurde von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen eingebracht und ist wortgleich mit einem Passus aus der Zählgemeinschaftsvereinbarung, die SPD und Grüne nach den Wahlen 2011 vereinbart hatten. Darin fordern die Grünen eine umfassende Evaluierung der vom Tempelhofer Forum e.V., dem Träger des Tempelhofer Forums, erbrachten Fort- und Weiterbildungsangebote. „Die Evaluierung soll die Qualität der erbrachten Bildungsangebote überprüfen und klären, wie die Bildungsangebote des Tempelhofer Forums im Kostenvergleich zu Angeboten anderer Dienstleister … zu bewerten sind bzw. ob die Möglichkeit besteht, sie in andere Fortbildungsangebote zu integrieren.“

„Sollte im Ergebnis“, so der Schlusssatz des Antrages der Grünen, „festgestellt werden, dass die Arbeit vom Tempelhofer Forum fortgesetzt werden soll, ist das Bezirksamt aufgefordert, eine infrastrukturkostensparende Unterbringung aufzuzeigen.“ Im Text der Zählgemeinschaftsvereinbarung lautet das letzte Wort dieses Absatzes „vorzunehmen“.

Auslöser der Diskussion im Hauptausschuss war ein Antrag der CDU-Fraktion vom 12. Dezember 2012 mit dem Titel „Tempelhofer Forum langfristig sichern“. Die CDU bat in ihrem Antrag das „Bezirksamt zu prüfen, inwiefern das Tempelhofer Forum auch über den 31. Dezember 2013 hinaus an dem jetzigen Standort weiter geführt werden kann. Hierfür soll ein Konzept entwickelt werden, das den Erhalt der Einrichtung als bezirkliche Bildungs- und Begegnungsstätte langfristig sicherstellt.“

Die CDU wollte, dass folgende Punkte berücksichtigt und dargestellt werden:

• Möglichkeiten der ressortübergreifenden Nutzung durch das Bezirksamt
• Möglichkeiten der gemeinsamen Nutzung mit anderen Bezirken
• Möglichkeiten zur Einbeziehung freier Träger bzw. des Trägers (Tempelhofer Forum e.V.) als Kooperationspartner
• die Möglichkeit zur Abgabe des Gebäudes unter Beibehaltung der Nutzung durch den Verein Tempelhofer Forum e.V. im Wege des Erbbaurechts
• die Möglichkeit zur Erweiterung auf Angebote der Familienförderung im Sinne des § 16 SGB VIII.

Die Fraktion der Grünen brachte ihren Antrag am 6. März als Ersetzungsantrag ein. Mit der Zählgemeinschaftsmehrheit aus SPD und Grünen wurde der Antrag der Grünen beschlossen, was bedeutet, dass der CDU-Antrag vom Tisch ist, somit auch die vorgeschlagenen Punkte, um die sich das Bezirksamt hätte kümmern sollen. Damit verschwindet auch ein Passus aus dem Begründungstext des CDU-Antrages, der sich mit weiteren Nutzern des Gebäudes des Tempelhofer Forums befasste. „Die Geschäftsstelle des Rocktreffs und des Spielfestes befindet sich im Hause. Ebenso sind weitere Vereine des Bezirks durch entsprechende Nutzungsverträge in diesem Gebäude beheimatet. Dazu gehört unter anderem der CPYE e.V. (Komitee zur Förderung von Jugendaustauschprojekten e.V.), ein anerkannter Träger der Jugendhilfe gemäß § 75 KJHG, der als solcher Veranstaltungen und Projekte für Demokratie und Toleranz gegen Extremismus und Gewalt fördert. Er führt entsprechende Veranstaltungen und Projekte hierzu selbst durch und fördert in Kooperation mit dem Jugendamt Tempelhof-Schöneberg und anderen im Bezirk ansässigen, anerkannten und gemeinnützigen freien Trägern Veranstaltungen und Maßnahmen für Kinder, Jugendliche und deren Familien.“

Dazu der 1. Vorsitzende des Tempelhofer Forum e.V., Andreas Schwager: „Bezüglich der anderen Nutzer des Gebäudes gehe ich davon aus, dass sich das Bezirksamt seiner Verantwortung bewusst ist, für diese Angebote entsprechende räumliche Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen.

Was die Fort- und Weiterbildungsangebote des Tempelhofer Forums betrifft, kann ich mich nur sehr über den Antrag der Grünen wundern. Seit 13 Jahren existiert das Tempelhofer Forum an der Gottlieb-Dunkel-Straße, davor drei Jahre lang an der Mariendorfer Kurfürstenstraße, und wiederum davor seit Mitte der 80er Jahre mit Seminaren an verschiedenen Orten. Obwohl die Programme stets öffentlich bekannt gemacht wurden und das Tempelhofer Forum häufig in der Bezirkspresse Erwähnung fand, hat sich aus dem Bereich der BVV niemand dafür interessiert. Im Vorfeld des Antrages der Grünen gab es keine Kontaktaufnahme mit uns, keine Nachfrage, keine Verständnisfrage, nichts. Die Grünen wissen nichts vom Tempelhofer Forum und seinen Angeboten, verfassen aber einen Antrag, in dem es um die Existenz der Einrichtung geht.“

Andreas Schwager weiter: „Natürlich haben wir nichts gegen eine Evaluation und schon gar nichts gegen eine Qualitätsprüfung. Allein in den letzten 13 Jahren haben im jährlichen Durchschnitt rund 1.500 Kita-Erzieher/innen, Tagespflegepersonen und andere Interessenten an unseren Seminaren teilgenommen. Zirka 130 Seminarveranstaltungen finden im Jahr statt, also knapp 20.000 Teilnehmer/innen und 1.700 Seminarveranstaltungen allein seit 2000. Der Tempelhofer Forum e.V. verfügt über einen Dozentenstamm von 15 hoch qualifizierten Fachleuten. Jedes Seminar wird von den Teilnehmer/innen bewertet. Die Zufriedenheitsrate liegt über 90 Prozent. Wir freuen uns auf die Evaluation, die beweisen wird, welch hervorragende Arbeit das Tempelhofer Forum in den vielen Jahren seines Bestehens geleistet hat.

Worauf wir als Träger und Verein keinen Einfluss haben, sind natürlich die so genannten Infrastrukturkosten, die dem Bezirksamt auch bei der Nutzung eigener Gebäude entstehen. Angeblich liegen die Infrastrukturkosten bei 100.000 Euro jährlich, wovon nur ca. 20.000 Euro tatsächliche Kosten für Wasser, Heizung, Strom, Reinigung etc. sind. Der wesentlich größere Teil sind so genannte „budgetunwirksame Kosten“, ein Begriff, den nur Fachleute erklären können, dessen finanzielle Auswirkungen für die Bezirke aber erheblich sind. Hinzukommen ca. 50.000 Euro Personalkosten. Dabei muss allerdings auch berücksichtigt werden, dass mein Verein rund 55.000 Euro im Jahr an Seminargebühren und Mitgliedsbeiträgen einnimmt, woraus die Dozentenhonorare und alle in Zusammenhang mit der Durchführung der Seminare anfallenden Kosten finanziert werden. Nachdem die Aktivitäten der BVV bezüglich des Tempelhofer Forums an uns vorbeiliefen, hoffen wir, nun endlich mit einbezogen zu werden.“

Zum Tempelhofer Forum e.V. gehören die großen Träger der Kinder- und Jugendarbeit im Bezirk Tempelhof-Schöneberg, wie zum Beispiel das Nachbarschaftsheim Schöneberg e.V., das Nach-barschafts- und Selbsthilfezentrum in der ufaFabrik e.V., das Diakonische Werk Tempelhof-Schöneberg und der Kita-Eigenbetrieb Berlin Süd-West.

  
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