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Auf zum letzten Gefecht - Mehdorn rettet BER

geschrieben von: Redaktion am 09.03.2013, 08:13 Uhr
paperpress613 
Kenne ich die falschen Leute, oder doch nur die richtigen? Niemand aus meinem recht umfangreichen Bekanntenkreis hat sich gestern begeistert über die Berufung von Hartmut Mehdorn zum neuen Flughafen-Chef gezeigt. Und diese Aussage ist noch geschönt. Viele waren schlicht und ergreifend entsetzt. Klaus Wowereit zeigte heute in einem Frühinterview bei InfoRadio Verständnis dafür, dass sich viele über die Entscheidungen wundern, was auch wieder sehr freundlich formuliert ist.
Bei Klaus Wowereit hat man ja wenigstens noch den Eindruck, dass er sein Gegenüber verscheißert, wenn er etwas Positives über ihn sagt. Aber diese unsäglichen Figuren Platzeck und Ramsauer sind doch nun wirklich nicht mehr zu ertragen. Der Begeisterungssabber lief ihnen ja regelrecht aus den Mundwinkeln. Nein, in Rom braucht man keinen neuen Papst mehr zu wählen, er hat sein Amt bereits in Berlin angetreten und sitzt jetzt in einer Kathedrale ohne Brandschutz. Matthias Platzeck, der seine Lebensaufgabe als Aufsichtsratsvorsitzender endlich gefunden zu haben scheint, stellt sich an die Spitze der Bewegung, aus BER den teuersten Provinzflughafen aller Zeiten zu machen, und hintertreibt damit die getroffenen und juristisch geklärten Vereinbarungen zu den Randzeiten des Nachtflugverbots.

Und nun Mehdorn. Nichts gegen 70-jährige. Platzeck und er kämpfen nun Seit an Seit ihr letztes Gefecht. Ich bin soweit zu sagen, lieber keinen Flughafen als einen, an dem dieser Mann mitgearbeitet hat. Großes Lob erhielt er auch dafür, dass es ihm angeblich gelungen sei, den Berliner Hauptbahnhof rechtzeitig fertig zu stellen. Hähhhhhhhhhhhhh? Dieses asymmetrische Bauwerk mit dem Stummeldach gilt als fertig gestellt? Ein Glück, dass der BER schon seine Start- und Landesbahnen hat, sonst würde eine von ihnen am Ende auch kürzer ausfallen.

Nein, es kann für Berlin nicht mehr schlimmer kommen. Schauen wir uns doch mal die großen Taten des Retters in der Not an. Nach dem Studium des Leichtbaus arbeitete Mehdorn in verschiedenen Positionen der Luftfahrtindustrie. Er war Vorstand der DASA und Vorsitzender der Heidelberger Druckmaschinen AG. Von Dezember 1999 bis 30. April 2009 war er Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Bahn AG. Vom 1. September 2011 bis 7. Januar 2013 leitete er Air Berlin. Und nun die Berliner Flughafengesellschaft mit zwei laufenden Airports und einen im Bau befindlichen. In seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG zählte Mehdorn zu den umstrittensten deutschen Industriemanagern. Zahllose Male wurde Mehdorns Rücktritt gefordert. In einer repräsentativen Umfrage im Auftrag einer Zeitschrift sprachen sich Mitte Februar 2009 drei Viertel der Befragten für den Rücktritt Mehdorns aus. Mehdorns als direkt („hemdsärmelig“) geltender Führungsstil wurde häufig kritisiert. Seine Haltung im elfmonatigen Tarifkonflikt mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer stieß auf breite Kritik. Für seine Ablehnung der Wanderausstellung Sonderzüge in den Tod (2006) wurde er ebenso kritisiert wie für die strikte Erhebung von Stations- und Trassenpreisen für die rollende Ausstellung Zug der Erinnerung (2008) durch die DB Netz AG und die zeitweise geplante Einführung eines „Bedienzuschlages“ für Fahrkartenverkäufe am Schalter zum Dezember 2008.

Auch durch seine direkte Wortwahl fiel Mehdorn vielfach auf. So bezeichnete er den Bahnkundenverband Pro Bahn Ende 2002 als einen Verein von „selbst ernannten Eisenbahnfreunden“, die sich zu einem typisch deutschen Meckerverein zusammengetan hätten. Vielfältig kritisiert wurde auch die Unternehmensstrategie, insbesondere zahlreiche Maßnahmen zur Rationalisierung und Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der Deutschen Bahn AG im Hinblick auf die geplante teilweise Kapitalprivatisierung. Häufig wurde kritisiert, das Unternehmen würde Investitionen in das Schienennetz vernachlässigen, um das Ergebnis für Investoren aufzupolieren. Von den Problemen bei der Berliner S-Bahn wollen wir gar nicht erst reden.

Weitere Kritikpunkte waren unter anderem die Einführung eines neuen Preissystems (2002) und die Einstellung des InterRegio. Ferner wurde die „Abkopplung“ von Großstädten (zum Beispiel Chemnitz, Bremerhaven oder Gera) und des Bahnhofs Zoo in Berlin vom ICE/IC-Verkehr kritisiert. Meinhard von Gerkan verklagte die Deutsche Bahn, nachdem Mehdorn architektonische Änderungen am neuen Berliner Hauptbahnhof angeordnet hatte, die erheblich in den Architektenentwurf eingriffen. Auch nachdem Anfang 2009 die Überprüfung der Stammdaten des Großteils der DB-Mitarbeiter („Screening“) bekannt wurde, kamen zahlreiche Rücktrittsforderungen auf. Nachdem Ende März 2009 die jahrelange Filterung bestimmter E-Mails durch das Unternehmen bekannt wurde, verlor Mehdorn den uneingeschränkten Rückhalt der Bundesregierung.

Mehdorn wurde auch zur Zielscheibe für Kritik, die sich gegen das gesamte Unternehmen richtete. Zum Teil wurde er für bahnpolitische Entscheidungen der öffentlichen Hand verantwortlich gemacht, beispielsweise für Entscheidungen über den (Nicht-)Ausbau von Strecken oder die Reduzierung oder Einstellung von Regionalverkehren durch die Länder. Täglich erreichten mehr als einhundert Beschwerden sein Büro. 2006 erhielt Mehdorn die Verschlossene Auster für die restriktive Informationspolitik der Bahn.

In einer repräsentativen Umfrage, bei der das Ansehen und die Leistung der 20 im Jahr 2007 von der Deutschen Presse-Agentur meisterwähnten Deutschen bewertet wurde, erhielt Mehdorn die schlechteste Bewertung. In einer Umfrage zum Ansehen deutscher Spitzen-Manager unter 1.000 deutschen Führungskräften war Mehdorn ebenfalls über mehrere Jahre auf dem letzten Platz. Ende 2008 erreichte er in derselben Statistik den zweiten Platz.

Es muss wirklich sehr sehr schlimm um den BER bestellt sein, wenn man jemanden wie Mehdorn einsetzt. Ich hatte gehofft, nach seinem Abgang bei Air Berlin nie wieder von ihm zu hören. Und nun wird man ihn fast täglich sehen und hören müssen. Die Welt ist einfach grausam.

Ed Koch

(Quelle Mehdorn Kritik: wikipedia)


  
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