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Kita-Pflicht ab dem dritten Lebensjahr

geschrieben von: Redaktion am 24.07.2013, 16:57 Uhr
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Die alte Buschkowsky-Forderung, eine Kita-Pflicht einzuführen, hat SPD-Fraktionschef Raed Saleh im Sommerloch reaktiviert und eine große Verbreitung in den an Themen ausgehungerten Zeitungen gefunden. Sehr gut. Denn diese Forderung kann man gar nicht oft genug wiederholen.

Anstatt die positiven Seiten dieser Forderung herauszustellen, nörgeln die Grünen an dem Vorschlag herum und stellen nach ihrer Wir-haben-immer-Recht-Weltanschauung fest, dass sich Saleh „auf den Irrwegen von Buschkowsky“ befindet. Marianne Burkert-Eulitz, Sprecherin für Familie, Jugend und Kinder, und Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher, fahren gleich schweres Geschütz auf: „Die Forderung des SPD-Fraktionschefs Raed Saleh greift nicht nur zu kurz, sie ist schlichtweg nicht verfassungskonform. Diese unrealistische Forderung wird uns alle Jahre wieder aufgetischt wider besseren Wissens.“ Na und? Die Verfassung ist nicht mit den 10-Geboten gleichzusetzen. Unabhängig davon, dass sich viele schon längst nicht mehr an Gottes Regeln halten, können die Parlamentarier die Verfassung ändern, ohne dass jemand auf einen Berg steigen und sich die Worte in eine Steinplatte brennen lassen muss.

„Die Kitapflicht ist ein Eingriff in die Erziehungsrechte der Eltern, die grundgesetzlich garantiert sind. Auch der wissenschaftliche Parlamentsdienst des Abgeordnetenhauses von Berlin hat in dieser Frage klargestellt, dass eine Kitapflicht nicht in Einklang zu bringen ist mit der Berliner Verfassung.“ Nochmals: Na und? Die Schulpflicht greift ganz erheblich in die Erziehungsrechte der Eltern ein, zum Wohle der Kinder. Auch die Jugendämter greifen in die Erziehungsrechte der Eltern ein, zum Wohle der Kinder. Und eine Kita dient in besonderer Weise den Kindern in einer sehr wichtigen Altersstufe, nämlich der ab drei Jahren.

„Statt in die Fußstapfen Buschkowskys zu treten“, nölen die Grünen rum, „wäre Raed Saleh gut beraten, die Stärkung der Kindertagesstätten voranzutreiben. Das bedeutet eine Qualitätsoffen-sive für die frühkindliche Bildung, den Abbau von Anmeldehürden, um mehr Eltern für einen Kitabesuch zu gewinnen, und die Einstellung von zusätzlichen Erzieher/innen sowie der Ausbau von Ausbildungskapazitäten.“ Richtig. Man kann jedoch das eine wollen und das andere trotzdem tun. In den letzten Wochen erhielten wir fast täglich Pressemitteilungen der Senatsjugendverwaltung, in denen immer und immer wieder über die Schaffung neuer Kita-Plätze informiert wurde. Es ist ja wohl sehr schräg, so zu tun, als passiere nicht all das, was die Grünen fordern.

Darum, wie eine Kita-Pflicht rechtlich umzusetzen ist, haben sich die Politiker und Juristen zu kümmern. Dass eine Kita-Pflicht notwendig ist, steht völlig außer Diskussion. Es kann noch so viele Plätze und Angebote geben, wer seine Kinder nicht in eine Kita schicken will, macht es einfach nicht. Häufig sind das aber genau die Bevölkerungsgruppen, deren Kinder eine Kita am nötigsten brauchen. Kein Kind muss aus der Kita heraus in die Schule kommen und perfekt Lesen und Rechnen können. Aber zu wissen, wozu Buchstaben und Ziffern da sind, sollte man auch schon zu Beginn der 1. Klasse wissen. Vor allem sollte man die Sprache sprechen können, die immer noch Amtssprache in unserem Land ist und nicht in die, in der zu Hause Oma, Opa, Mutter und Vater kommunizieren.

Kita-Pflicht heißt für mich auch immer Einbeziehung der Tagespflege. Entweder man gibt sein Kind in eine Kita oder Tagespflegeeinrichtung. Das hat für mich aus langjähriger Erfahrung den gleichen Stellenwert. Und wenn sich die Angehörigen der wohlhabenden Oberschicht nicht vorschreiben lassen wollen, ihre Kinder in eine „reguläre“ Kita zu geben, weil sie Angst haben, dass sich ihr Nachwuchs mit den Unterschichtensprösslingen anfreundet, dann sollen sie gefälligst eine Privatkita gründen, am besten mit Shuttle-Service und Catering vom KaDeWe.

Die Anforderungen an unsere Kinder und Jugendlichen werden immer größer. Daraus resultiert, dass die Grundlagen an Sozialkompetenz, Sprache und Allgemeinbildung früh gelegt werden müssen, und zwar in der Kita. Aber auch die Schulen müssen mehr Anstrengungen unternehmen. Es ist doch nicht zu fassen, dass man von Ausbildungsbetrieben immer wieder die Klagen hört, welche Mängel Schulabgänger in Rechtschreibung und Grundrechenarten haben. Auch zu lernen, richtig zu sprechen, muss mehr gefördert werden. Richtig sprechen heißt vor allem, voll-ständige Sätze bilden zu können, und sich nicht in der Kurzform der Straßengangs zu verständigen.

Es gäbe in diesem Zusammenhang noch viele Punkte, über die es sich aufzuregen lohnt. Aber nicht über den Punkt, dass die SPD die Kita-Pflicht thematisiert.

Ed Koch

  
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