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Solidarität mit Nahariya

geschrieben von: Redaktion am 01.08.2006, 09:47 Uhr
paperpress519 
Leserbrief des Bezirksbürgermeisters von Tempelhof-Schöneberg, Ekkehard Band (SPD), zum Beitrag "Solidarität mit Nahariya".
Bitte auch die Anmerkungen beachten.
Leserbrief zum Beitrag: Wo bleibt die öffentliche Solidarität mit Nahariya?

Sehr geehrter Ed Koch,

Journalisten brauchen Nachrichten, gerade in der Sommerzeit. Das versteht jeder und alle Leser kennen auch Ihre Lust, seit Jahrzehnten an ausgewählten Vertretern der Kommunalpolitik das Mütchen zu kühlen. Normalerweise nicht der Rede wert, aber: Sollte man nicht ein kleines bisschen Sensibilität und Fingerspitzengefühl bei der Auswahl polemischer Meldungen walten lassen?

Niemanden lassen die Bilder von den kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten kalt. Ich stimme der Redaktion ausdrücklich zu, dass die leidgeprüfte Zivilbevölkerung in den betroffenen Gebieten materielle, moralische Unterstützung und Solidarität dringend benötigt. Das gilt natürlich in besonderer Weise für die Menschen in unserer nordisraelischen Partnerstadt Nahariya, die besonders stark von den Auswirkungen der Bombardierungen betroffen sind. So weit, so einverstanden.

Doch warum die billige Polemik über ein angebliches Nichtstun des Bezirksbürgermeisters von Tempelhof-Schöneberg? Hier wurde nicht oder zumindest nicht sauber recherchiert. Sonst hätte der Schreiber feststellen können, dass ich bereits am 13.07.06 nach den ersten akuten Bombardierungen Nahariyas eine Solidaritätsadresse an die Repräsentanten der Stadt und alle Einwohner abgeschickt habe. Wir haben darin unserem Mitgefühl mit den Nöten der Menschen Ausdruck verliehen und unser Beileid zum Tod einer Bürgerin Nahariyas durch eine libanesische Rakete ausgesprochen.

Ein solches Schreiben ist etwas sehr Persönliches, auch wenn es von offizieller Seite versandt wird. Eine solche „Aktivität“ medial breitzutreten, zumal in Wahlkampfzeiten, wäre geschmacklos und dem Ernst der Situation nicht angemessen. Und was sicher nicht gebraucht wird, ist eine „Erinnerung“ durch paperpress nach zwei Wochen kriegerischer Auseinandersetzung.

Und zum Thema Besuch der Partnerstadt: Im vergangenen Jahr fand sich außer der stellvertretenden Vorsteherin der BVV Ingrid Kühnemann (SPD) und dem Bezirksbürgermeister (SPD) niemand aus den anderen Fraktionen (übrigens auch keine lokalen Journalisten), die das Risiko eingehen wollten, nach Israel zu reisen. Während unseres 5-tägigen Aufenthalts in Nahariya gab es einen Raketenalarm und Beschuss, bei dem eine arabische Bäckerei am Stadtrand zerstört wurde. Die ersten Instruktionen vor Ort für die Gäste betrafen das Verhalten im Fall eines Bombenalarms. Ein Besuch in Israel ist vor allem eine Geste der Verbundenheit mit dem israelischen Volk, keine Lustreise.

Doch wenn man dort ist, entschädigen die Herzlichkeit und Freundschaft der Menschen und das Land selbst für die mögliche Gefährdung.
Aus dem Besuch sind lebendige und tragfähige persönliche Beziehungen entstanden. So waren vor wenigen Wochen israelische Jugendliche auf meine Einladung und mit finanzieller Unterstützung des Bezirks in Berlin zu Gast. Gemeinsam mit Jugendlichen aus unseren anderen Partnerstädten verlebten sie, nach eigenem Bekunden, unvergessliche Tage in Berlin. Schade, dass paperpress – der jugendpolitische Pressedienst - über solche Dinge nicht berichtet.

Und gerade weil es um die Menschen in Nahariya, unsere Partner und Freunde, geht, weise ich den Vorwurf des Nichtstuns durch paperpress auf das Schärfste zurück.

Ekkehard Band
Bezirksbürgermeister von Tempelhof-Schöneberg

Anmerkungen:

Es ehrt den Bürgermeister, bereits sehr früh, einen Brief nach Nahariya gesandt zu haben. Niemand erwartet eine Veröffentlichung des Textes. Eine öffentliche Solidaritätsadresse, ob Wahlkampf oder nicht, wäre sinnvoll gewesen. Die Bürger/innen des Bezirks müssen wissen, zu wem ihre Repräsentanten stehen.

Zu der Reise nach Nahariya im letzten Jahr sind wir nicht eingeladen worden und haben erst nachher davon erfahren, aber natürlich darüber berichtet: Nr. 400 – Juni 2005 – Seite 10.

Dass paperpress nicht über den Besuch einer israelischen Jugendgruppe in Berlin berichtet hat, ist falsch: siehe Nr. 412 – Juni 2006 – Seite 15.

  
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