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"Die Energiewende ist in Berlin angekommen!"

geschrieben von: Redaktion am 23.10.2014, 17:56 Uhr
paperpress510 
Diese Erkenntnis stammt von jemand, der es wissen muss, Dr. Helmar Rendez, Chef der Stromnetz Berlin GmbH. Den Beweis liefert Dr. Rendez beim Pressefrühstück am 23. Oktober gleich mit: „Die Stadt wächst – der Stromverbrauch sinkt!“ So einfach ist das, wenn man nur will, das heißt, wenn man bereit ist, sich von seinem 15 Jahre alten Kühlschrank zu trennen und bei aller Liebe zur Nostalgie endlich die gute alte 60-Watt-Glühbirne durch ein 12-Watt-Leuchtmittel ersetzt.

Der Strompreis ist auf den ersten Blick ein kompliziertes Gebilde, genau so schwer zu verstehen wie der Steuerbescheid oder die Gehaltsabrechnung. Eine von dreizehn Komponenten, aus denen sich der Strompreis zusammensetzt, ist das Netznutzungsentgelt. Das Netz in Berlin gehört, wie bekannt, der Vattenfall-Tochter Stromnetz Berlin GmbH. Gegenwärtig läuft die Ausschreibung für die Konzessionsvergabe ab 2015. Nun, wie wir auch wissen, verzögert sich das, so dass auch 2015 noch die Stromnetz Berlin GmbH für die Netze zuständig sein wird. „Wenn alles problemlos läuft“, so Dr. Rendez, „könnte im Sommer 2015 die Entscheidung fallen, wer künftig für das Berliner Netz zuständig ist. Übrigens: 140 Mio. Euro zahlt die Stromnetz Berlin GmbH jährlich an das Land Berlin, sozusagen als Miete dafür, dass die Kabel im staatseigenen märkischen Sand liegen.

Der Gesamtstromverbrauch in Berlin ist seit 2010 kontinuierlich zurückgegangen, waren es 2010 noch 14,10 T(Tera)Wh, so sind es in der Prognose für 2015 nur noch 13,55 TWh = 13.550.000.000 Kilowattstunden. Übrigens: für 1 kWh können Sie rund 25 Minuten staubsaugen oder eine Dreiviertelstunde Haare trocknen. Letzteres ist nicht empfehlenswert.

Nun zum Preis: Ein Durchschnittshaushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 2.200 kWh zahlt 2015 131,76 Euro für den Netzzugang, das sind 50 Cent auf das Jahr gerechnet mehr als 2014. Das kann man eine moderate Preiserhöhung nennen. Voller Stolz weist Helmar Rendez darauf hin, dass Berlin einer der günstigsten Netzbetreiber in Deutschland ist. Bei den Entgelten für Messung und Messstellenbetrieb liegt Berlin mit €/a 19,28 2014 vor allen anderen deutschen Großstädten. In Leipzig, wo sich das Stromnetz in kommunaler Hand befindet, liegt der Wert bei 28,79 €/a.

In Berlin verbrauchen rund 60 % der Stromkunden weniger als 2.600 Kilowattstunden pro Jahr. Der Durchschnittshaushalt liegt bei 2.200 kWh. Ein Blick auf meine letzte Abrechnung für den Zeitraum Februar 2013 bis Februar 2014 zeigt mir, dass ich mit einem Verbrauch von 2.067 kWh zum Durchschnitt gehöre. Weniger beruhigend ist, dass die Kosten von 2012-2013 auf 2013-2014 um rund 80 Euro bei fast gleichem Verbrauch anstiegen. Wer hat Schuld? Die Komponenten, für die die Stromnetz Berlin GmbH verantwortlich ist, also Netzentgelt, Messstellenbetrieb, Messungsdienstleistung und Abrechnung der Netznutzung, schlagen nur mit fünf Euro plus zu Buche. 15 Euro mehr kostet mich die Strombeschaffung. Den dicksten Brocken finde ich bei der EEG-Umlage, also das Erneuerbare- Energie-Gesetz. Fast 36 Euro plus! Ein plus von 15 Euro bei der Strom- und Umsatzsteuer versteht sich von selbst. Die restlichen neun Euro verteilen sich auf viele kleine andere Positionen, wobei es schon erstaunlich ist, dass der Anteil für die Umlage am Kraft-Wärme-Koppe-lungsgesetz von 0,35 Euro auf 2,74 Euro gestiegen ist.

Meine Hassposition in der Abrechnung ist der § 19 Strom-NEV-Umlage – Steigerung von 3,46 Euro auf 6,18 Euro. „Damit wird die Entlastung bzw. Befreiung stromintensiver Unternehmen von Netzentgelten finanziert. Die aus der Strom-Netzentgeltverordnung entstehenden Belastungen werden bundesweit auf die Letztverbraucher umgelegt“, heißt es in der Erklärung. Unglaublich. Ein Industrieunternehmen, das irgendetwas herstellt, verkauft mir teuer sein Produkt und ich finanziere die Herstellung noch zusätzlich durch meine Stromrechnung. Das ist für mich das Gegenteil eines Win-Win-Geschäfts.

Anerkennenswert ist, dass die Stromrechnung sehr detailliert und transparent ist. Diese Transparenz wünscht sich übrigens Helmar Rendez auch beim Verfahren um die Vergabe der Stromnetz-Konzession. Er ist bereit, alle Angaben im Netz zu veröffentlichen.

Ed Koch


  
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