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Herzlichen Glückwunsch Boston

geschrieben von: Redaktion am 17.03.2015, 08:20 Uhr
paperpress515 
Boston kann sich freuen. Die Entscheidung ist am 16. März in Frankfurt am Main gefallen. Dass Hamburg 2017 tatsächlich zur Olympiastadt für 2024 bestimmt wird, ist höchst unwahrscheinlich. Die Chancen für Boston sind gestiegen, wenn nicht ohnehin schon alles eingekauft ist.

Der Deutsche Olympische Sportbund ist von seiner Angst überwältigt worden, ein zweites München zu erleben. Dort hat sich die Bevölkerung in einem Referendum 2013 gegen die Winterspiele 2022 ausgesprochen. Diese Angst ist in Berlin berechtigt, denn bis zur Abstimmung im September hätte sich das Protestpotenzial in Berlin formiert. Berlin wird auf lange Zeit darunter zu leiden haben, dass es hier eine Nein-Sager Minderheit zu Wohnungsbau, Stadtentwicklung und Großveranstaltungen gibt. Diese Berufs-Nein-Sager schaffen es aber immer wieder, Mehrheiten zu mobilisieren, um Berlin auf Provinzniveau zu halten oder zu bringen. Andererseits hat es Berlin nun hinter sich, und Hamburg steht ein teures totes Rennen bevor.

Berlin wäre aber nicht Berlin, wenn jetzt nicht das Abstimmungsergebnis des DOSB gründlich analysiert werden müsste. Wozu? Man kann eine Nieder-lage auch einfach akzeptieren und zur Tagesordnung übergehen. Udo Wolf, der Fraktionschef der Linken, ist glücklich. Das sei ihm gegönnt. Vieles, um glücklich zu sein, gibt es ja in seiner Partei nicht.

Die Grünen gratulieren Hamburg, das ist sehr freundlich, haben auch viele andere getan. Dann folgt erwartungsgemäß die Schuldzuweisung mit den grünenüblichen Belehrungen: „Der Berliner Senat hat die Chance vertan, die Stadt und den DOSB von der Möglichkeit nachhaltiger, dezentraler und ökologischer Spiele in der deutschen Hauptstadt zu überzeugen. Bis heute hat es die Koalition versäumt, rechtzeitig alle Zahlen und Fakten zu liefern und auf eine uninspirierte Werbekampagne anstelle echter Bürgerbeteiligung gesetzt. Das reicht nicht.“ Tja, wenn der Senat Erfolg gehabt hätte, welcher Text würde uns dann vorliegen?

Mit der Schuldfrage wird sich der Regierende Bürgermeister Michael Müller ebenso in den kommen-den Tagen und Wochen herumschlagen müssen, wie Sportsenator Frank Henkel, der tapfer auch nach der Entscheidung gegen Berlin, den Olympiabutton an seinem Revers trug.

Die Entscheidung gegen Berlin wurde bereits von DOSB-Präsident Alfons Hörmann im ZDF-Morgen-magazin am 16. März verkündet, als er noch einmal unterstrich, welche Bedeutung man der Telefonumfrage beimesse, bei der sich in Berlin 55 Prozent für die Olympischen Spiele aussprachen und 64 Pro-zent in Hamburg. Michael Müller kritisiert zu Recht, dass diese Umfrage in den Mittelpunkt der Entscheidung gestellt wurde. Der Funke in Berlin hätte auch für Olympia überspringen können, trotz der ewigen Verhinderer und Neinsager, die inzwischen eine größere Belastung für die Stadt sind, als noch so viele Flüchtlinge, die bei uns Schutz suchen.

Dass es eine Rolle gespielt haben soll, dass Hamburgs Sportsenator länger an der Bar Bier mit dem DOSB-Präsidenten trank als der Berliner, ist eine dieser Anekdoten, mit denen man die Sportfunktionäre desavouieren möchte. Allerdings sind die Erfahrungen mit einer Reihe von IOC-Mitgliedern sehr bedenklich. Immer wieder gab es Korruptionsverdächtigungen. Ja, es geht eben um sehr viele Interessen. Und nicht zuletzt spielt das Geld eine Rolle. Wer mit wem wie lange ein Bierchen trank, ist sicherlich unerheblich. So einmütig wie uns Alfons Hörmann glauben machen will, war die Entscheidung dann aber doch wohl nicht. Die BILD-Zeitung, wer sonst, weiß zu berichten, dass die Abstimmung 4 zu 3 für Hamburg ausging. Ob letztlich die Delegierten des DOSB, die am 21. März in Frankfurt zur Krönungsmesse in der Paulskirche zusammenkommen, sich mehrheitlich für Berlin entschieden hätten, werden wir nie erfahren. Die rund 230 Delegierten werden nicht aufmucken und den Beschluss des Präsidiums abnicken. Erschreckend, dass es in einer Gesellschaft, in der sich zu jedem Strauch, der einem Bebauungsprojekt im Wege steht, eine Bürgerinitiative gründet, noch Organisationen gibt, bei denen das Demokratieprinzip „von unten nach oben“ unbekannt ist.

Übrigens: In Boston sind derzeit nur noch 44 Pro-zent für die Spiele, 46 dagegen. Im Januar stand es noch 51 zu 33. Wenn sich also der Außenseiter Hamburg durchsetzt, wird es 2024 vor allem ein großes Hafenfest geben. 16.000 Hotelplätze sind vorhanden, 40.000 fordert das IOC. Die Differenz soll auf Kreuzfahrtschiffen zur Verfügung gestellt werden, die dann rund drei Wochen im Hamburger Hafen vor Anker gehen. Na dann Ahoi.

Olaf Scholz zu Alfons Hörmann: „Hummel, Hum-mel“. Alfons Hörmann zu Olaf Scholz: „Mors, Mors“. Wenigstens müssen wir Hörmann in Berlin nun nicht mehr ertragen, meint Lorenz Maroldt.

Ed Koch

  
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