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Elterntrainer werden

geschrieben von: Redaktion am 05.06.2016, 10:46 Uhr
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Unter „intakten“ Familien versteht man heutzutage nach wie vor das klassische Bild: „Vater, Mutter, Kind/er.“ Wobei zwei Mütter oder zwei Väter plus Kind inzwischen weitestgehend von der Gesellschaft akzeptiert sind. Und dann gibt es die große Zahl der alleinerziehenden Mütter oder Väter mit einer besonderen Belastung. In welcher Konstellation aber auch immer, es gibt viele Probleme, mit denen zwei Eltern oder nur ein Elternteil schwer fertig werden. Der Gang zum Jugendamt sollte am Ende der Skala dessen stehen, was man in An-spruch nehmen möchte, denn es gibt, bevor sich kein Ausweg mehr anzubieten scheint, viele andere Möglichkeiten, sich helfen zu lassen. Lehrer haben im Regelfall wenig Zeit, sich um individuelle Probleme zu kümmern. Beratungsstellen sind oft zu anonym und unpersönlich. Bevor ein Problem zum Fall beim Jugendamt wird, kann man auch die Hilfe von Elterntrainer/innen in Anspruch nehmen. Noch sind es vergleichsweise wenige, aber, es werden immer mehr.

Alle Informationen über Elterntrainer/innen finden Sie unter www.elterntrainer-berlin.de

Heidemarie Götting, Kommunikationstrainerin und Coach ist seit acht Jahren als Dozentin im Tempelhofer Forum tätig. www.tempelhoferforum.de

Vor zwei Jahren kam ihr angesichts der hochmotivierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer an ihren Seminaren der Gedanke, dieses Potenzial in der Praxis noch besser nutzen zu können. Das Ergebnis von Fortbildungsveranstaltungen sollte immer sein, dass die Teilnehmer/innen das Gelernte in der Praxis, also ihrer Kita, Tagespflege, Hort oder Kindereinrichtung nutzbringend einsetzen können. Heidemarie Götting wollte einen Schritt weitergehen, und die Seminarteilnehmer zu Trainer/innen ausbilden, die Eltern zur Seite stehen, wenn es in der Familie Probleme gibt.

Nachfolgend beschreibt uns Heidemarie Götting, welche Grundlagen für die Ausbildung bestehen, welche Methoden angewandt werden und mit welchen Themen man sich beschäftigen sollte. Das alles klingt sehr wissenschaftlich und theoretisch, aber die Praxis zeigt, dass es funktioniert. Das Lesen der nachfolgenden Zeilen lohnt sich auf jeden Fall.

Derzeit gibt es 65 ausgebildete Elterntrainer/innen. Die Basis aller Inhalte dieser Trainer-Ausbildung ist:

1. Die humanistische Psychologie nach den Er-kenntnissen und Ergebnissen von Carl Rogers, in der Folge Thomas Gordon und Abraham Maslow mit seinen Erkenntnissen über die Bedürfnisse von Menschen – die Maslowsche Bedürfnishierarchie.

2. Wir orientieren uns an den neuesten Erkenntnissen der Neurobiologie und der Gehirnforschung und hier insbesondere an den Erkenntnissen und Werken von Prof. Dr. Gerad Hüther. Und auch in der Übersetzung in die Praxis an: Andre Stern, Jesper Juul, Peter Spiegel.

So gibt es Pflichtlektüren für die Ausbildung:

• Prof. Dr. Gerald Hüther: „Jedes Kind ist hochbegabt“, „Kommunale Intelligenz“, „Die Macht der inneren Bilder“, „Etwas mehr Hirn, bitte“ – Eine Einladung zur Wieder-entdeckung der Freude am eigenen Denken und der Lust am gemeinsamen Gestalten.
• André Stern: „…..und ich war nie in der Schule“ – Die Geschichte eines glücklichen Kindes.
• Peter Spiegel: „WeQ is more than IQ – Ab-schied von der Ich-Kultur.
• Manfred Spitzer: „Digitale Demenz“ – Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen
• und der Film von Erwin Wagenhofer: „Alp-habet“.

3. Grundhaltungen:

• Ein Mensch ist nicht sein Verhalten. „Kurz erklärt“, sagt Frau Götting: „das ist eine von mir selbst entwickelte These, die sich im Verlauf meiner 20 Berufsjahre als Trainerin und Coach eingestellt hat und sie ist so zu verstehen:

Jedes Verhalten eines Menschen ist immer nur eine Überlebensstrategie, die er sich im Verlauf seiner Sozialisation angeeignet/gewählt hat – und oft aus einer Not heraus. Dies ist aber nicht der Mensch. Der Mensch ist ein Werk des Lebens und das Le-ben macht keine Fehler! Wenn wir jeden Menschen also auf seine Systemeinstellungen zurücksetzen (wie beim Computer) oder auf seine Werkseinstel-lungen, dann haben wir den ursprünglich so gedachten Menschen mit seinem eigenen Wesen. Und nur auf diesen schauen wir!

Mit dem Verhalten von Menschen können wir wirklich manchmal Schwierigkeiten haben. Und wenn wir ihnen dann sagen, dass es nur um die zehn Minuten Verspätung geht und nicht um ihre Person, dann kann er das ohne Widerstand annehmen und muss sich nicht angegriffen fühlen. Darin liegt der Schlüssel zu freiwilliger Veränderung, denn von außen geht das nicht. Die äußere Begrenzung ei-nes Menschen ist seine Haut und da kommen wir nun mal nicht rein!

Unsere Aufgabe ist also, diesen Unterschied immer ganz klar zu benennen und im Auge zu haben. Es gibt kein: der/die ist ………………

Diese Grundhaltung zieht sich durch alle meine Seminare, ist also der rote Faden.“

• Wir haben keine Rezepte und Ratschläge. Wir sammeln mit den Betroffenen viele gute Optionen und sie treffen selbst die Wahl – nur die selbst geschriebenen Programme sind kompatibel und können selbständig erweitert und vervollkommnet werden. Nach dem Ausprobieren werten wir gemeinsam das Ergebnis aus.

• Die Ausbildungskomponenten: Die Ausbildung umfasst neun Seminare

Es gibt vier Pflichtseminare:

1. Rundum erfolgreich in der Kommunikation – Grundseminar
2. Rundum erfolgreich in der Kommunikation – Fortgeschrittenen – Seminar
3. Elterntrainer werden
4. Elternabende gestalten

Und fünf Wahlseminare:

Die Wahlmöglichkeit besteht unter allen Angeboten von Frau Götting am Tempelhofer Forum, und hier sind einige Themen:

• Von der Kunst, mit einem Teenager im Haus zu leben – ein Balanceakt zwischen Pflicht und Kür
• Eltern sind Führungskräfte! Ein Konzept für ein gelingendes Familienleben
• Das Einmaleins bei Kinderstreit
• Beschwerdemanagement
• Beruf, Familie, Partnerschaft - Eine Zerr – reiß – probe?
• ADS und ADHS als Chance – Neue Sicht-weisen und Praxisergebnisse
• Von der Kunst, ein Liebes-Paar zu bleiben
• Vom professionellen Umgang mit Wider-stand und Verweigerung bei großen und bei kleinen Leuten
• Stress – Management – eine Gehirnsteuerungssache!
• Selbstreflektion für Pädagoginnen und Pädagogen
• Selbstmanagement mit Schwung, Stil und Etikette
• Rundum erfolgreich in der Kommunikation
• Nein, Trotz, Ärger und Unruhe – wie soll man da die Nerven behalten?
• Selbstbehauptung – oder – Die Kunst, respektvoll zu überzeugen
• Effiziente und effektive Kommunikation in der Schule
• Kraft tanken für den Alltag und ein befreites, glückliches Leben leben
• Mobbing? – Aber nicht mit mir!
• Gute Zusammenarbeit mit Eltern
• Grenzen geben Halt, Orientierung und Sicherheit
• Erfolg denken – Erfolg haben
• Entwicklungsgespräche mit Eltern führen

Bei den Wahlseminaren spezialisieren sich die Trainerinnen und Trainer im Hinblick auf ihre eigenen Wünsche.

Dazu gibt es Spezialisierungen:

• für den Umgang mit Jugendlichen,
• für Ernährungsfragen,
• für den Umgang mit kleinen Kindern,
• die Experten für die Eingewöhnung,
• die Paar-Coaches,
• die Kommunikations- Experten, die neuen Schwung in die Familien-Kommunikation bringen
• Experten für den Umgang mit besonderen Herausforderungen in der Entwicklung von Kindern,
• Trainer, die sich auf Lernen, Hausaufgaben und Schule konzentrieren….

5. Nach der Ausbildung:

• besteht eine Verpflichtung zu mindestens zweimal Supervision im Jahr
• alternativ die Teilnahme an einer Klausurtagung und einer Supervision
• die Verpflichtung zu mindestens zwei Fortbildungen im Jahr
• die Empfehlung, weiter zu lernen und sich zu vernetzen (das geschieht seitens der Teilnehmer/innen gegenwärtig besonders gut von alleine und mit Begeisterung)

Besonders zu den Klausurtagungen, die am Wochenende stattfinden, erlernen die Trainerinnen und Trainer neue Coaching-Tools und arbeiten an den eigenen Weiterentwicklungen.

Einsatzmöglichkeiten:

Die Trainerinnen und Trainer sind erreichbar über die Seite www.elterntrainer-berlin.de und dort sehen Interessierte auch die jeweiligen Angebote der Trainer:

• Mit Eltern, Kindern, Lehren und Großeltern vereinbaren sie Termine zum Gespräch, wie oben beschrieben zu vielen verschie-denen, anstehenden Themen. Diese Gespräche können gerne an verschiedenen Orten stattfinden: zu Hause bei den Trainern, bei den Eltern, im Café, auf der Wie-se, beim Waldspaziergang…

• Die Trainerinnen und Trainer kommen in die Schulen, sprechen dort mit betroffenen Lehrern, Eltern, der Schulleitung über anstehende Probleme und Lösungen und beteiligen sich auf Wunsch.

• Die Trainerinnen und Trainer bieten selbst Seminare und Elternabende an zu unter-schiedlichen Themen.

• Die Trainerinnen und Trainer versammeln Interessengruppen um sich und betreiben Elternbildung in verschiedenen Bereichen.

„Und das Wichtigste“, so Heidemarie Götting, „alle Menschen, die sich mit uns in Verbindung setzen, haben keine Hürden zu überschreiten und bekommen schnell Termine angeboten. Zu uns kann man auch anonym kommen, niemand wird registriert und schon gar nicht kontrolliert und wir alle haben eine absolute Schweigepflicht.“

Zwischen zwölf und 15 Monaten haben die Trainer/innen für ihre Ausbildung benötigt. „Diese Zeit“, sagt Heidemarie Götting, „ist bei all den persönlichen Veränderungen, z.B. Einstellungen Menschen gegenüber, auch notwendig. Das Engagement der Elterntrainer/innen ist großartig, bedenkt man, dass die Fortbildungen im Regelfall nach Feierabend stattfinden.

Neues Programmheft erschienen

Anfang Juni ist das neue Seminarprogramm des Tempelhofer Forums für das 2. Halbjahr 2016 – September bis Dezember – erschienen. Die zwölf Dozentinnen und Dozenten bieten 65 Seminare zu unterschiedlichen Themen an. Neben den Seminaren von Heidemarie Götting geht es u.a. auch um „Yoga für Kinder“, Ernährungsfragen wie „Lebensmittel-Unverträglichkeiten“ oder „Essen, das sich von alleine kocht“, „Die Macht der Körpersprache“, Kinderkrankheiten, Basteln im Herbst und Winter, einen „bewegten Adventskalender“, „Flyer gestalten“, „Puppentheater“, „Stärkung der Widerstandskraft“ und „Erste Hilfe am Kind-Kurs“ oder „ABC – Finger, Nase, Zeh…“ Alle Seminare können im Internet gebucht werden. Wer die Broschüre haben möchte, sende bitte eine Mail an post@tempelhoferforum.de – die Zusendung erfolgt kostenlos. Das Tempelhofer Forum wird vom Jugendamt Tempelhof-Schöneberg gefördert.

  
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