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YEC legendär

geschrieben von: Redaktion am 02.09.2016, 09:58 Uhr
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Natürlich ist Young Euro Classic im sechzehnten Jahr seines Bestehens schon längst legendär – und zwar weltweit. Am 31. August wurde diese Aussage durch Eduard Tubins Symphonie Nr. 2 – genannt „Die Legendäre“ – bekräftigt.

Zuletzt war das Studentenorchester aus Estland, mit vollem Namen „Orchester der Estnischen Akademie für Musik und Theater“ im Jahr 2005 bei Young Euro Classic zu Gast. Es wurde also Zeit, diese exzellenten jungen Musiker wieder einmal live zu erleben, zumal sie auch diesmal Besonderes im Gepäck hatten: drei Werke von drei estnischen Komponisten! Die jüngste von ihnen, die Komponistin Liisa Hirsch, über die Sie im folgenden Beitrag noch mehr erfahren, hat ein neues Werk speziell für das Festival komponiert, das zur Uraufführung kam. Ihr zur Seite standen zwei weitere Landsleute, die für die große musikalische Tradition dieses kleinen Landes stehen. Weltruhm mit seiner suggestiven Klangkunst erlangte der heute 80-jährige Arvo Pärt. Zwischen brutal und fragil, so der Komponist, changiert sein Werk Lamentate von 2002 für Solo-Klavier und Orchester, das von einer Skulptur des indischen Bildhauers Anish Kapoor inspiriert wurde. Eine Generation älter ist der größte Symphoniker Estlands, Eduard Tubin, dessen 2. Symphonie von 1938 einer Entdeckungsreise in nordische (Gefühls-)Landschaften gleichkommt. Dirigiert wurde das Orchester von Paul Mägi, am Klavier Marrit Gerretz-Traksmann. Textquelle: YEC

Poesie der kleinen Töne
Liisa Hirsch erhält Europäischen Komponistenpreis

Der Europäische Komponistenpreis 2016 geht an die estnische Komponistin Liisa Hirsch für ihr Werk "Mechanics of Flying". Das Stück wurde am 31.08.2016 im Rahmen von Young Euro Classic vom Orchester der Estnischen Akademie für Musik und Theater unter dem Dirigat von Paul Mägi uraufgeführt.

Der vom Regierenden Bürgermeister der Stadt Berlin ausgelobte Europäische Komponistenpreis würdigt die beste auf dem Festival Young Euro Classic präsentierte Uraufführung oder deutsche Erstaufführung. Gerd Kronmüller, Referatsleiter der Auslandsangelegenheiten des Landes Berlin, überreichte die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung persönlich an Liisa Hirsch.

Die Preisverleihung fand am 1. September statt, an ihr nahmen auch der Künstlerische Leiter des Festivals Dr. Dieter Rexroth und die Leiterin von YEC, Dr. Gabriele Minz, teil.

Elf zeitgenössische Kompositionen standen im dies-jährigen Wettbewerb: sieben Uraufführungen und vier deutsche Erstaufführungen aus Norwegen, Lettland, Estland, Mexiko, Kasachstan, den Niederlanden, Russland und Ägypten. Bis zum Ende der letzten sehr engagierten Jurysitzung in der vergangenen Nacht lagen die Werke von Liisa Hirsch und von dem mexikanischen Komponisten Enrico Chapela "Magnetar" gleich auf. Dennoch fiel die Wahl der Jury am Ende auf Liisa Hirsch.

Die Jury begründet dies mit der beeindruckenden Fähigkeit der Komponistin, das Orchester zu einem vollen und runden Klangkörper zu vereinen: "Von Musikern und Zuhörern fordert sie gleichermaßen Konzentration und Achtsamkeit. Das Werk vermeidet sowohl vordergründige Gefälligkeit als auch abstrakte Abgehobenheit - so dass es gleichzeitig avantgardistisch-modern als auch für jeden Hörer anschluss-fähig bleibt. „Mechanics of Flying" gibt der Dichte und Intensität den Vorzug vor dem Effekt und der Opulenz und das Bild des Perpetuum mobile, eines nicht enden wollenden Klangs."

Die Entscheidung traf eine 10 köpfige Jury aus Musik begeisterten Laien unter Vorsitz der Musikjournalistin Julia Kaiser.

„Mechanics of Flying" zeichnet sich durch eine sehr komplexe kompositorische Gestaltung aus. Sie appelliert an das Ohr eines jeden Hörenden, sich auf die sehr feinen Verhältnisse von Harmonien, Farben und Wechseln einzulassen. Gestaltung und Komposition führen tatsächlich zu einem musikalischen Bild.
Liisa Hirsch über ihre Komposition: „Das Stück betont vor allem den Klang und das Hörerlebnis als solches. Es basiert auf einer einzigen Form und besteht aus zwei unterschiedlichen natürlichen Harmoniereihen. Ich versuche, die Poetik der mikrotonalen Landschaft dieser Reihen herauszuarbeiten. Beim Arbeiten hatte ich ein Bild im Kopf von einer der riesigen windbetriebenen und beweglichen Skulpturen des niederländischen Künstlers Theo Jansen. Meine Hoffnung ist, dass das Stück ebenfalls einen Wind einfängt und im Klang etwas preisgibt, das mir gar nicht bewusst war."

Liisa Hirsch, Jahrgang 1984, studierte an der Estnischen Musikakademie in Tallinn bei Toivo Tolev und am Königlichen Konservatorium in Den Haag. Ihr musikalisches Portfolio ist vielfältig; so komponierte sie Werke für Soloinstrumente, Filmmusik, Ballett und Theater.

Das Konzert der Estnischen Akademie für Musik und Theater ist noch bis zum 30.09.2016 über Arte Concert vollständig abrufbar. http://concert.arte.tv

Am liebsten noch einen Preis

würde ich an die Deutsche Streicherphilharmonie vergeben. Das Konzert am Abend des 1. Septembers war einfach – kann man das sagen? - entzückend. Vor allem schon deshalb, weil hier die jüngsten Teilnehmer am Festival spielten. Ganze elf Jahre ist ein junger Mann alt, dessen Cello fast genauso groß ist wie er selbst. Vermutlich aus Jugendschutz-gründen endete das Konzert kurz vor 22 Uhr, was einerseits schade war, hätte man den jungen Musikern doch noch lange zuhören können, andererseits auch mal gut tat, etwas früher nach Hause zu kommen. Normalerweise enden die Konzerte nicht vor 22.30 Uhr. Mir wäre es ja lieber, wenn grundsätzlich das Programm schon um 19:00 oder 19:30 Uhr beginnen könnte.

Ohne Pauken und Trompeten

Klingt ein Orchester nur aus Streichern „eintönig“? Ganz und gar nicht! Man muss nur die Deutsche Streicherphilharmonie hören, um sofort vom Gegen-teil überzeugt zu werden. Auch bei den Kompositionen stellt man überrascht fest, welches Potenzial in einem reinen Streicherensemble steckt. Zum Glück nutzt die Deutsche Streicherphilharmonie dieses Potenzial gern und ausgiebig. Beim diesjährigen Festivalkonzert rahmten zwei Streichorchester-Klassiker das Konzert ein: zum Auftakt ein Divertimento von Mozart und als Finale die schwelgerische Streicherserenade des Böhmen Josef Suk. Dazwischen konnte man hören, wie es klingt, wenn ein Franzose namens Henri Casadesus im Stil des Bach-Sohnes Johann Christian 200 Jahre später komponiert.
Wolfgang Hentrich dirigiert sehr einfühlsam die jungen Musiker und Yura Lee begeisterte an der Viola.

Höhepunkt des Abends für mich war das Adagietto aus Gustav Mahlers fünfter Symphonie. Ich bin dem Veranstalter sehr dankbar, dieses Werk für mich ins Programm genommen zu haben. Diese wunderbare Musik schafft es, mich zu beruhigen, wenn ich mich mal wieder über alles Mögliche aufgeregt habe. Kennengelernt habe ich diesen vierten, vorletzten Satz aus Mahlers fünfter Symphonie durch den Film „Tod in Venedig“ von Luchino Visconti aus dem Jahre 1971 nach der Novelle von Thomas Mann. So beginnt der Film: „Ein Dampfschiff gleitet im Morgen-grauen in die Lagune von Venedig, während das Adagietto aus Mahlers 5. Sinfonie zu hören ist…“

Das Publikum war vom Konzert begeistert und wurde mit einer Zugabe, die die jungen Musikerinnen und Musiker im Stehen spielten, dem dritten Satz (Sommer) aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“, belohnt. Ein weiterer großer Abend am Gendarmenmarkt.

Ed Koch

  
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