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Young Euro Classic 2016: Das große Finale

geschrieben von: Redaktion am 04.09.2016, 07:20 Uhr
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Orchester aus Mexiko am 2. und aus Frankreich am 3. September bildeten das große Finale von Young Euro Classic 2016. Das temperamentvolle mexikanische Konzert besuchte für uns Reiner Hanke. Hier sein Bericht.

Das Konzerthaus war ausverkauft. Die Orchestermit-glieder waren wie immer in schwarz gekleidet, hatten aber einfarbige bunte Tücher und Krawatten um und brachten so Mexiko farblich auf die Bühne. Margarita Broich als Patin berichtet von einer Mexiko-Reise mit dem Berliner Ensemble und ihren Eindrücken von Land und Leuten. Eine nette Geste, wie fast an jeden Abend, war, dass der YEC-Mitarbeiter, das Mikrophon nach dem Auftritt der Patin von der Bühne holte, mit starkem Applaus bedacht wurde. Er quittierte das mit einer kurzen Verbeugung.

Die Akademische Fest-Ouvertüre von Brahms wurde sehr schön gespielt. Da kam der volle Klangkörper des Orchesters schon mal ansatzweise zur Geltung. Die drei anschließenden Tenorarien wurden vom noch recht jungen Sänger Alan Pingarrón vorgetragen. Er war sehr stimmgewaltig und leidenschaftlich im Vortrag. Unterbrochen wurden die Tenoreinsätze von einem Walzer, der sehr mitreißend war und auch so gespielt wurde. Beim „Gratia plena“ von Mario Talavera konnte der Tenor auch zeigen, dass er ein sehr beschwingtes Stück singen kann. Er gab vor der Pause eine Zugabe und wurde vom Publikum gefeiert.

Nach der Pause kamen einige Orchestermitglieder in traditioneller mexikanischer Kleidung auf die Bühne. Es folgte die Eigenkomposition des Dirigenten Sergio Cárdenas „The Flower ist a key“, ein Stück mit Rap-Gesang. Während der Einleitung sprang der im piratenstylischen Kostüm und Bandanna-Kopftuch gekleidete Rapper Luis Gernardo Villegas auf die Bühne und bewegte sich springend und laufend zwischen dem Orchester, sprang von der Bühne vor die erste Reihe und wieder zurück auf die Bühne. Eine interessante Begegnung von Orchester und Rap-Gesang, auch wenn der eigentlich so typische Rhythmus des Gesangs nicht zur Geltung kam. Lei-der war der Künstler schlecht zu verstehen, weil sein Englisch einen zu starken spanischen Akzent hatte.

Candelario Huizars Sinfonie Nr. 4 „Cora“ bildete den Abschluss des Abends, fast, denn es folgten noch drei Zugaben. Zuvor aber kamen in der Symphonie historische Percussions-Instrumente zum Einsatz, die sehr vielfältig von drei jungen Damen und zwei Herren in beeindruckender Weise eingesetzt wurden.

Das Orchester wurde frenetisch gefeiert. Und bei den Zugaben fingen die Späßchen an und das Bühnenbild wurde noch bunter und mexikanischer: Zum Teil mit angeklebten Schurrbärten, einem Sombrero auf dem Kopf, farbigen Tüchern und mexikanischen Flaggen an den Notenständern.

Die ersten beiden Werke im typisch mexikanisch lateinamerikanischen Stil, brachten die Leidenschaft und Lebensfreude des Orchesters voll zur Geltung. Es waren teilweise schnelle und fröhliche Stücke. Zur zweiten Zugabe wurde ein junger Nachwuchsdirigent auf die Bühne gebeten. Und die dritte und leider letzte Zugabe übernahm wieder Sergio Cádenas. Gespielt wurde die „Berliner Luft“ von Paul Lincke, begleitet mit den typischen Pfiffen wie beim 6-Tage-Rennen. Während noch der Gassenhauer lief, ging Sergio Cádenas von der Bühne und überließ die Musik seinen jungen Künstlern. Am Ende dann Standing Ovation für einen beeindruckenden Abend mit einem ebensolchen Orchester.
Doppelpunkt

Mit gleich zwei Konzerten, um 17 und 20 Uhr, verabschiedete sich Young Euro Classic am Samstag, dem 3. September 2016.

Zuerst gab es im Kleinen Saal Musik aus Kreisau. Das Festival Krzyżowa-Music im schlesischen Kreisau steht für internationale Verständigung – und das Programm des Konzerts war das allerbeste Bei-spiel dafür! Verschiedenste musikalische Traditions-linien aus Ost und West liefen hier zusammen: Der Russe Sergej Prokofjew schuf im Jahr 1919 in New York seine Ouvertüre über hebräische Themen für ein Sextett ehemaliger jüdischer Kommilitonen aus St. Petersburg. Im gleichen Jahr fand in Lausanne die Uraufführung der brillanten Suite aus Strawinskys Theaterstück „Die Geschichte vom Soldaten“ statt. Und auch die beiden anderen Kompositionen, in denen die wunderbare Geigerin Viviane Hagner und ihre internationalen Mitstreiter zu erleben waren, boten Kammermusik vom Feinsten: In seinem Klari-nettenquartett von 1993 spielt der Pole Penderecki virtuos mit den klassischen Formen, während dem Wahl-Wiener Brahms mit seinem berühmten Klavier-quintett die meisterliche Verbindung von orchestraler Klangfülle und elegischer Schlichtheit gelang.
(Textquelle: YEC).

Grüße vom Nachbarn

Schöner Klang, großer Einsatz und vor allem hohe Musikalität: Die Qualitäten des Orchestre Français des Jeunes (OFJ) muss man in Berlin nicht mehr anpreisen. Oft genug schon – zuletzt 2012 und 2014 – haben die Musikerinnen und Musiker aus Frank-reich diese Qualitäten bei Young Euro Classic im Konzerthaus und in der Philharmonie unter Beweis gestellt. Nun kamen sie wieder zum großen Finale, mit ihrem neuen Chefdirigenten, dem erfahrenen David Zinman, der in diesem Jahr sein 80stes Lebensjahr vollendet.

Das Programm begann schwungvoll mit Claude De-bussys „Marche écossaise“, der Schottische Marsch. Da war man gut eingestimmt auf den Konzertabend. Es folge ein „Klassiker der Moderne“ das Violoncello Konzert „Tout un monde lointain“ von Henri Dutilleux. Solist war der Cellist Gautier Capuçon, der an die-sem Abend seinen 35sten Geburtstag feierte. Frag-los ein großes Werk, hervorragend vom Orchester und Solisten vorgetragen, mir aber – ehrlich gesagt – zu modern. Zu unübersichtlich, keine klare Klangfolge, abgehackt, auf- und abbrausend, was natürlich am Komponisten und nicht an den vortragenden Musikern lag. Zum Abschlusskonzert hätte ich mir an dieser Stelle ein bekannteres und vor allem harmonischeres Werk der Klassik gewünscht. „Tout un mon-de lointain“ empfand ich als anstrengend und war nicht traurig als es zu Ende war. In einer Zugabe zeigte Gautier Capuçon, dass man auch sehr schöne Töne aus einem Cello zaubern kann. Entschädigt wurde man nach der Pause mit der dritten Symphonie von Sergej Rachmaninow, einem Spätwerk des Russen, „in der Melancholie und ansteckende Vitali-tät auf meisterhafte Weise miteinander verbunden werden.“ Große Musik, große Kunst, ein meisterlicher Abschluss des 17ten Festivals, das auch im nächsten Jahr am 3. September endet, der dann ein Sonntag sein wird. Start von YEC Nr. 18 ist am 18. August 2017, das kann man sich merken.

Und noch eine 18: „Hinter uns liegen 18 Festival-Tage mit sehr verschiedenen, zum Teil sehr regional-kulturell gefärbten Konzertformaten. Wir haben die Vielfältigkeit von Europa hören können und die Ein-flüsse ganz anderer Kulturen auf die europäische Musiktradition", sagte Festival-Chefin Dr. Gabriele Minz zum Abschluss der Saison, und ergänzte: „Die Aussicht auf Teilnahme bei Young Euro Classic ist inzwischen weltweit ein großer Motivator für besondere Anstrengungen der Orchester." „Was sich über die Jahre beobachten lässt“, sagt der Künstlerische Leiter des Festivals Dr. Dieter Rexroth: „Die Qualität der Darbietungen ist enorm gestiegen. Die international besetzten Orchester sind eine Klasse für sich. Zusätzlich geben herausragende Dirigenten und Solisten den nationalen Jugendorchestern einen enormen Auftrieb".

Die Finanzierung des Festivals wird ermöglicht durch die Ticketeinnahmen sowie durch öffentliche Fördermittel, Stiftungen, Sponsoren und Spenden vieler engagierter Privatpersonen. Hauptpartner sind der Hauptstadtkulturfonds und die KfW Bankengruppe. Zu den Partnern gehören der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, das Auswärtige Amt sowie die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten.

Dem Konzerthaus Berlin als langjährigem engagierten Kooperationspartner und Veranstaltungsort des Festivals dankt Young Euro Classic ganz besonders. Einen großen Dank möchte Young Euro Classic Herrn Dieter Rosenkranz persönlich und der Firma Ströer für die flächendeckende Plakatierung aus-sprechen. Dem Deutschlandradio Kultur dankt Young Euro Classic erneut für sein Engagement, ebenso den Medienpartnern Tagespiegel, rbb Kulturradio und rbb Fernsehen. Ohne die zahlreichen Unterstützer und Spender wäre die Durchführung von Young Euro Classic unmöglich.

Und auch ich verabschiede mich bis zum nächsten Jahr, nicht ohne Dank zu sagen für die großartige Unterstützung durch das Team von Gabriele Minz, vor allem bei Elisabeth Friedrich und Alexander Flöth von ARTEFAKT Kulturkonzepte für die angenehme Zusammenarbeit und hilfreiche Unterstützung. Möge die Klassische Musik mit Euch sein!

Ed Koch

  
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