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Beruf und Familie

geschrieben von: Redaktion am 08.09.2016, 09:39 Uhr
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Arbeit ernährt den Menschen. Nicht jede berufliche Tätigkeit macht Spaß. Viele üben ihren Job allein wegen des Geldverdienens aus. Wer sich in seinem Beruf verwirklichen, jeden Morgen mit guter Laune an den Arbeitsplatz gehen, ordentlich verdienen und sich parallel dazu eine Familie leisten kann, ist ein glücklicher Mensch. Dem konservativen Frauenbild von Heim und Herd hängt man höchstens noch in den südlichen Provinzen unseres Landes nach. Üblich ist eher, dass Frau und Mann berufstätig sind. Und wenn ein Paar nicht dem Sarrazinschen Motto „Deutschland schafft sich ab“ folgt, sondern für Nachwuchs sorgt, könnte es zu einem Karriereknick kommen. Könnte, muss aber nicht. Denn immer mehr Unternehmen haben längst gelernt, dass ihre Beschäftigten nicht allein den größten Kostenfaktor in der Bilanz bilden, sondern dafür sorgen, dass ein Gewinn entsteht.

Und immer mehr Unternehmen gehen auf die individuellen Bedürfnisse ihrer Beschäftigten ein, vor allem dann, wenn es um Familienplanung geht. Viele Paare entscheiden sich ganz unterschiedlich, was die Betreuung des Kindes in den ersten Monaten und Jahren betrifft. Keineswegs ist diese Rolle allein der Mutter zugedacht. Immer mehr Väter fühlen sich mit dieser Aufgabe wohl. In einer Veröffentlichung des Bundesministeriums für Familie heißt es: „Rund 70 Prozent der Väter geben an, sich mehr an der Erziehung und Betreuung ihrer Kinder zu beteiligen als die Väter ihrer Elterngeneration. Ein Drittel der Väter nimmt heute Elterngeldmonate in Anspruch. Zum Vergleich: Im Jahr 2008 waren es etwa 20 Prozent.“

Das Elterngeld plus Programm der Bundesregierung hilft Familien und Arbeitgebern die Erziehung und Betreuung der Kinder zu regeln. Unter elterngeld-plus.de erfährt man alles zu diesem Thema.

In dieser Woche haben sich gleich zwei Bundesminister und zwei Senatsmitglieder in Unternehmen umgeschaut, in denen die Flexibilität der Arbeitszeit eine große Rolle spielt. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), begleitet vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD), besuchte das Unternehmen „Projektron“ in der Charlottenstraße in Mitte. Das 2001 in Berlin gegründete Unternehmen beschäftigt sich mit „Webbasierter Projektmanagement-Software“

Bei einem Rundgang erfuhren Gabriel und Müller auch das, was das Unternehmen anbietet. Im Mittelpunkt standen aber die Beschäftigten und wie Projektron ihnen ein flexibles Arbeitsleben erleichtert. „Ohne seine Mitarbeiter wäre Projektron nicht das, was es heute ist: ein innovatives und erfolgreiches Unternehmen.“

Die Motivation und Zufriedenheit der Beschäftigten liegen dem Unternehmen besonders am Herzen. Fordern, aber nicht überfordern, ist die Devise. Eine Weiterentwicklung durch Fortbildung wird ebenso gefördert wie die kollegiale Atmosphäre. Der Anteil von Arbeit zu Privatleben kann vereinbart werden, was nicht nur für Mütter und Väter wichtig ist. Das Ergebnis dieser Firmenpolitik ist ein sehr niedriger Krankenstand und eine hohe Mitarbeiterzufrieden-heit. 97 Prozent bestätigen, bei Projektron einen sehr guten Arbeitsplatz zu haben. An den restlichen drei Prozent wird vermutlich noch gearbeitet.

Auch das Verhältnis von weiblichen zu männlichen Beschäftigten ist bemerkenswert. Geschäftsführer Maik Dorl sagt: „Ich denke, dass ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis wichtig für eine gute Atmosphäre im Unternehmen und den langfristigen Erfolg ist. Mit über 40 Prozent ist die Frauenquote bei Projektron für IT-Unternehmen überdurchschnittlich hoch. Mit flexiblen Arbeitszeiten, Teilzeitmodellen, bezahlten Überstunden und fairer Entlohnung hat sich Projektron als attraktiver Arbeitgeber etabliert. Die Projektron GmbH wurde für ihre Personalarbeit bereits mehrfach ausgezeichnet, zuletzt als Gewinner des landesweiten Wettbewerbs ‚Unternehmen für Familie‘“. Die Liste der Auszeichnungen ist lang. Was kann ein Unternehmen mehr erreichen als das Prädikat „Great Place to work“!

Für eine gewisse Heiterkeit sorgten bei der Vorstellung der Unternehmenskultur die kleinen Geschichten am Rande. Man kann nicht nur feste arbeiten, sondern auch Feste feiern. Und so gehört natürlich eine Weihnachtsfeier dazu. Ungewöhnlich eher, dass die Kollegen auch miteinander Weihnachtssterne basteln. Und wenn jemand nicht mitmachen will, fragte Sigmar Gabriel skeptisch. Dann macht er eben nicht mit, war die einfache Antwort. Die Wahrscheinlichkeit, sich dem Weihnachtsbasteln zu entziehen, scheint bei Prokektron aber sehr gering zu sein. In so einem Unternehmen muss es wirklich Spaß machen zu arbeiten.

Was die Flexibilität der Arbeitszeitgestaltung anbelangt, liegt der Kita Eigenbetrieb Berlin Süd-West ebenfalls ganz weit vorn. Schauten sich am Vormittag des 6. September Sigmar Gabriel und Michael Müller bei Projektron zum Thema „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ um, so beschäftigten sich Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) und Berlins Arbeitssenatorin Dilek Kolat (SPD) mit dem selben Thema am Nachmittag in der Kita „FriWilli“ am Friedenauer Friedrich-Wilhelm-Platz. Für jeden Monat neu haben die Erzieher/innen des Eigenbetriebs die Möglichkeit, ihren Arbeitszeitplan individuell anzupassen. Und von dieser Möglichkeit, so Geschäftsleiterin Martina Castello, wird reichlich Gebrauch gemacht.

Im Gespräch mit Eltern und Erzieherinnen berichteten diese darüber, dass es aber bei weitem nicht überall so flexibel zugehe. Viele Unternehmen nehmen keine bis wenig Rücksicht auf die Bedürfnisse der Beschäftigten. Gerade bei Vätern, so eine Mutter, kann die Inanspruchnahme von Elternzeit zum Karriereknick führen.

Natürlich kann man nicht gesetzlich Unternehmen dazu zwingen, flexible Arbeitszeiten einzuführen. Der Trend dorthin ist jedoch unaufhaltsam, weil viele Unternehmer erkennen, dass sie von zufriedenen Mitarbeitern mehr profitieren, als von denen, die schon mit schlechter Laune an den Arbeitsplatz kommen. Immer mehr Unternehmen eröffnen ihren Mitarbeitern auch die Möglichkeit, Home Office Tage einzulegen. Für eine Kindertagesstätte ist das natürlich kein Modell, für viele andere Unternehmen aber schon. Ein vernetzter Computer zu Hause reicht aus, um die notwendige Arbeit zu erledigen. Die Mischung ist jedoch wichtig, nur am Arbeitsplatz sein zu müssen, ist ebenso unsinnig, wie nur von zu Hause aus zu arbeiten. Die Beschäftigten sollten sich nicht nur von Bildschirmkonferenzen, sondern auch persönlich kennen. Weihnachtssterne basteln via Bildschirm macht keinen Spaß.

Ed Koch


  
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