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Er fehlt... Vor einem Jahr starb Jürgen Müller

geschrieben von: Redaktion am 13.12.2016, 08:23 Uhr
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Heute vor einem Jahr starb Jürgen Müller. Buchdrucker aus Tempelhof. Und überzeugter Sozial-demokrat. Kürzlich las ich dieses Prädikat „überzeugter Sozialdemokrat“ in einem anderen Zusammenhang, eine andere Person betreffend. Was ist ein überzeugter Sozialdemokrat? Vor allem jemand, der der Sache mehr verbunden ist, als der eigenen Karriere. Wenngleich natürlich Karriere wichtig ist, denn nur in bestimmten Funktionen wird man überhaupt wahrgenommen und angehört. Als kleines Parteilicht in einer Ortsgruppenversammlung gelangt man mit seinen Vorstellungen selten bis auf einen Landes- oder Bundesparteitag.

Jürgen Müller war Vorsitzender der Selbständigen in der SPD. Kämpfte für bezahlbare Gewerbe-raummieten. Ein ziemlich verlorener Kampf, denn auch bei der SPD gilt die „Freie Marktwirtschaft“. Er schwamm oft gegen den Strom, wenn es beispiels-weise um das militärische Engagement seiner Partei ging. Man hörte ihm interessiert zu. Geändert hat es nichts daran, dass Deutschland unter einem SPD-Parteivorsitzenden zu den größten Waffenlieferanten der Welt gehört.

War also alles vergebens? Nein. Es muss sie geben, die Stimmen, die nicht mitschwimmen, die Unbequemen, bei deren Reden auf Parteitagen sich viele einen Kaffee im Foyer holen. Vieles bleibt über Jürgen Müller in Erinnerung, vor allem seine Art das Leben zu meistern trotz seinem Diabetes, der ihm letztlich kurz vor Weihnachten 2015 das Leben nahm.

Politisch bleibt das Vermächtnis als Wegbereiter eines gewissen Michael Müller, seines Sohnes. Es war ihm vergönnt, noch mitzuerleben, dass er Regierender Bürgermeister wurde. Und er wäre sehr stolz darauf gewesen, die Wiederwahl am 8. Dezember dieses Jahres mitzuerleben. Im politischen Einklang waren Jürgen und Michael Müller keines-wegs. Da gab es heftige Kontroversen und hochrote Köpfe. Vereint waren sie aber in dem Bewusst-sein, dass man nur als anständiger Mensch überzeugter Sozialdemokrat sein kann.

Die Druckerei in Tempelhof betrieben Jürgen und Michael gemeinsam. Auf dem historischen Heidelberger wurden Visitenkarten, Hochzeits- und Todesanzeigen gedruckt. Im Dezember 2015 trug eine den Namen Jürgen Müller, gedruckt von seinem Sohn Michael. Ein Kollege von Jürgen Müller hat inzwischen die Druckerei übernommen. Margrit Müller, Michaels Mutter, betreibt in einem Raum hinter der Druckerei noch immer ihren Fußpflegesalon. Und in Räumlichkeiten vor der Druckerei befindet sich das Wahlkreisbüro des Tempelhofer Abgeordneten Michael Müller. So schaut er dann und wann auch in die Druckerei und sieht auf dem Schreibtisch im Eingangsbereich ein Erinnerungsfoto an seinen Vater.

Nun ist es ein Jahr her, dass Jürgen Müller mit 74 Jahren verstarb. Irgendwie – nicht nur wegen des Fotos auf dem Schreibtisch – ist er immer noch präsent in der Druckerei. Wenn man sie betritt, ist man versucht zu fragen, „Wo ist Jürgen, schon wieder beim Friseur?“ Was bleibt, ist die Erinnerung an diesen außergewöhnlichen Menschen. Er fehlt…

Ed Koch


  
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