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Positionspapier des Berliner Kita-Bündnisses

geschrieben von: Redaktion am 16.12.2016, 09:16 Uhr
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Das BERLINER KITABÜNDNIS besteht seit 2008 als ein Zusammenschluss von verschiedenen Organisationen und Einzelpersonen. Die Erstunter-zeichner sind 19 Organisationen aus dem Berliner Kitabereich. Darunter befinden sich Gewerkschaf-ten, Kitaverbände, große Kitaträger und Elternvertretungen. Die Erstunterzeichner vertreten nahezu alle Berliner Kitas in öffentlicher und in freier Trägerschaft. Neben diesen unterstützen über 1.000 Einzelpersonen das BERLINER KITABÜNDNIS.

Das BERLINER KITABÜNDNIS dankt den Koalitionsparteien für ihre in der Koalitionsvereinbarung ausgedrückte positive Grundhaltung und ihr Be-kenntnis zum System der frühkindlichen Bildung in Berlin und ihren Willen, sich weiter für die Kinder und Familien einsetzen und deren Zukunft verbessern zu wollen.

1. Kitaplatzausbau

Nachdem das Land Berlin mit seinem eigenen Förderprogramm „Auf die Plätze, Kitas, los“ die Kita-Träger beim Ausbau der Tagesbetreuung im Um-fang von bisher ca. 19.000 Plätzen unterstützt hat, dürfen die Bemühungen um einen weiteren Platz-ausbau nicht nachlassen. Allein in der ersten Hälfte der Legislaturperiode ist mit der Schaffung von weiteren 24.000 Plätzen ein erneuter Kraftakt zu bewältigen.

Das BERLINER KITABÜNDNIS begrüßt die Bereitschaft des Landes zu den bisher avisierten Mitteln für den Platzausbau weitere 20 Mio. € bereit-stellen zu wollen. Gleichzeitig mahnt das Bündnis, neben dem quantitativen Ausbau nicht die notwendigen Qualitätsverbesserungen hinten anzustellen. Vor allem ist zu bedenken, dass ein zusätzlich geschaffener Kitaplatz erst dann ein solcher ist, wenn auch die Fachkraft vorhanden ist. Deshalb sind die Erhöhung der Attraktivität des Erzieher/innen-berufes, die Gewinnung von Fachkräften mit Migrationshintergrund und/oder aus fachnahen Ausbildungsgängen und Studienrichtungen und ein Aus-bau der Schulkapazitäten für die Voll- und Teilzeit-ausbildung sowie eine Unterstützung der Kita-Träger beim Ausbau von Praxisstellen und der Sicherstellung einer fachlichen Anleitung der Auszubildenden notwendig, um ausreichend qualifizierte Fachkräfte für die frühe Förderung aller Kinder sicherzustellen. Damit das Berliner Bildungspro-gramm nachhaltig Wirkung entfaltet, gilt es auch zukünftig qualitativ und quantitativ in den Standort-faktor Kindertagesbetreuung ausreichend zu investieren und so die erreichte Qualität frühkindlicher Bildung in Berlin zu sichern.

2. Qualitätssicherung und –entwicklung

In den vergangenen Jahren sind durch die Verbesserung der strukturellen Rahmenbedingungen wie einem verbessertem Schlüssel für die Fachkraft-Kind-Relation und dem Leitungsanteil pro Kind weitere Meilensteine für die Qualität der frühkindlichen Bildung in Berlin gesetzt worden. Dazu investiert das Land Berlin sehr viel Geld in den Bereich der frühkindlichen Bildung und wird damit seiner Verantwortung für die Zukunft der Berliner Kinder besser gerecht.

Sich auf dem bisher Erreichten auszuruhen, wäre für die volle Wirkungsentfaltung und Nachhaltigkeit der Qualität der Berliner Kindertagesbetreuung der falsche Schluss. So begrüßt das BERLINER KITABÜNDNIS die Absichtserklärung der Koalitionsparteien, den Leitungsschlüssel auf 1:90 verbessern zu wollen und die Praxisanleitung für die Auszubildenden zum/zur Erzieher*in auf die gesamte Dauer der Ausbildungszeit auszuweiten. Wir erwarten die Umsetzung dieses Vorhabens ab dem kommenden Kita-Jahr 2017/2018.

Weiterhin ist positiv herauszustellen, dass die Landespolitik den Leitgedanken der Inklusion weiterverfolgt und erkennt, dass zur Integration von Kindern mit besonderen Bedürfnissen und/oder Behinderung zusätzliche Unterstützung zur Verfügung gestellt und die Angebote an Eltern zu deren Beratung und Begleitung ausgebaut werden sollen.

3. Kinderarmut und Familienförderung

Der gesetzliche Auftrag von Kindertageseinrichtungen umfasst neben der Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern auch die Unterstützung der Familien. Dies geschieht durch Vernetzung und das Zusammenwirken der Kindertageseinrichtungen beispielsweise mit Institutionen und Initiativen der Familienbildung und -beratung. So sind die Kinder-tagesstätten in Berlin Orte, an denen verschiedenste Problemlagen von Kindern und deren Familien frühzeitig und sensibel wahrgenommen werden.

Das BERLINER KITABÜNDNIS hält eine weitere Verbesserung der konkreten Unterstützung von Kindern aus wirtschaftlich schwachen Familien für erforderlich. Insofern begrüßt das Bündnis die Initiative um die Entwicklung eines Familienfördergesetzes in einem breit angelegten Beteiligungsprozess. Alle darin enthaltenen Maßnahmen der konkreten Hilfe für von Armut betroffene Kinder und Familien werden die Arbeit in den Kindertagesstätten positiv flankieren. Der Bereitstellung eines Teilzeitgutscheins ohne Bedarfsprüfung für alle Kinder ab dem ersten Lebensjahr und die Zusendung des Gutscheins zum 1. Geburtstag eines jeden Kindes kommt da-bei eine besondere Bedeutung zu. Damit setzt das Land Berlin ein wichtiges Zeichen, dass die Berliner Bildungspolitik allen Kindern gleiche Chancen ermöglichen will.

Das BERLINER KITABÜNDNIS lobt das Vorhaben der Koalitionsparteien eine gesamtstädtische Strategie für die Zukunft der Kinder in unserer Stadt entwickeln zu wollen. Die Konkretisierung der verschiedenen Vorhaben und die in Aussicht gestellte zeitnahe Umsetzung zum Wegfall der Bedarfsprüfung, die Ausweitung der Praxisanleitung auf alle drei Ausbildungsjahre und die Verbesserung des Leitungsschlüssels auf 1:90 wird das BERLINER KITABÜNDNIS aufmerksam verfolgen. Dabei steht das BÜNDNIS der Politik als Partner zur Verfügung und wird sich als deren Wegbegleiter immer wieder in den kommenden Jahren einbringen.

  
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