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Wie bei Ilse

geschrieben von: Redaktion am 19.02.2017, 16:14 Uhr
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Ilse Reichel war neben ihrer Mentorin und Amtsvorgängerin Elly Kay wohl eine der bedeutendsten Jugendsenatorinnen Berlins. Als Jugendstadträtin von Reinickendorf (1965-1971) initiierte sie den ersten Abenteuerspielplatz der Stadt. Und als Jugendsenatorin (1971-1981) eröffnete sie das erste Frauenhaus Deutschlands in Berlin. „Wie kein anderes Mitglied des Berliner Senats hat sie die Bürgerinitiativbewegung unterstützt, auch durch umfangreiche Förder-programme für Eltern-Kind-Gruppen (Eltern-Initiativ-Kindertagesstätten).“ Ihr Herz schlug ganz weit links. Sie gestaltete sozialdemokratische Jugendpolitik auf hohem Niveau und umgab sich mit Menschen, die gleich dachten und handelten wie sie. Darunter im Wesentlichen Sozialdemokraten. Scherzhaft wurde mal gesagt, dass selbst der Pförtner im Verwaltungsgebäude Am Karlsbad das richtige Parteibuch habe. Die legendäre mehr Schul- als Jugendsenatorin Hanna-Renate Laurien bevorzugte in ihrem Umfeld eher christdemokratisch geprägte Mitarbeiter.

Kürzlich thematisierte Christine Richter in der Berliner Morgenpost, dass der Regierende Bürgermeister und SPD-Vorsitzende Michael Müller in seinem Um-feld gern Menschen aus dem Heimatbezirk Tempel-hof-Schöneberg mit Aufgaben betraue. Berichte dieser Art schmuddeln ein wenig vor sich hin. Es kommt eben nicht nur darauf an, welches Parteibuch jemand hat oder wo er wohnt, sondern auch auf die Qualifikation des Betreffenden. Ja, es sind auch schon schlimme Filzgeschäfte gelaufen, wo Deppen untergebracht wurden, die sich aber nicht lange haben halten können. Was Ilse Reichel, Hanna-Renate Laurien und Michael Müller betrifft, so kenne ich selbst die meisten Leute aus deren Umgebung und hatte nie und habe nicht den geringsten Zweifel an ihrer Kompetenz.

Nun hat die Berliner Zeitung die jüngsten Neuzugänge in der Senatsbildungsverwaltung mittelgroß auf-gemacht und der CDU-Fraktionsvorsitzende Florian Graf ist sogleich über das Stöckchen gesprungen. Um wen geht es? Kerstin Beurich, ehemalige SPD-Schulstadträtin von Lichtenberg (2016 nicht wieder-gewählt) soll Leiterin an Berlins größter Schule, dem Oberstufenzentrum Handel I in Kreuzberg werden. Angeblich liegen deshalb die Nerven blank. Ich kenne weder Frau Beurich noch die Schule und erst recht nicht den Bewerbungsvorgang. Also: Kein Kommentar. Zu den anderen Erwähnten kann ich mich allerdings sehr wohl äußern.

„Ole Kreins: Der 37-Jährige aus Lichtenberg war im September 2016 nicht mehr ins Abgeordnetenhaus gewählt worden. Nun ist der bisherige Verkehrspoliti-ker Parlaments-Referent in der Bildungsverwaltung.

Ellen Haußdörfer: Die 36-Jährige aus Köpenick verlor ihr Direktmandat an die AfD. Nun ist die Politikerin Referentin in der Bildungs- und Jugendverwaltung.

Marc Schulte: Der 48-Jährige verlor seinen Stadtrats-Posten in Charlottenburg-Wilmersdorf. Als verbeamteter Lehrer hat er ein Rückkehrrecht in den Schuldienst. Er gehört nun dem vierköpfigen Beschwerdemanagement der Bildungsverwaltung an. Hier laufen alle Beschwerden über Berliner Schulen zusammen.“ Quelle: Berliner Zeitung.

Alle drei sind ausgezeichnete Persönlichkeiten, deren Potenzial ungenutzt zu lassen, Ressourcenverschwendung wäre. Mit Sicherheit leisten sie dem Land Berlin gute Dienste.

Das sieht Florian Graf etwas anders. „Mehr als 20 Jahre Ressortbesetzung bei der Bildung haben die SPD nicht intelligenter, sondern allenfalls arroganter gemacht. Mit einer Selbstverständlichkeit hievt sie die ihr Getreuen auf wichtige Posten und bringt damit unablässig die Fachkollegen an den Schulen gegen sich auf, die aufgrund ihrer Aufgaben in der Vergangenheit wesentlich geeigneter wären. Aber wen interessiert das schon, wenn über Jahre ein rotes Netz-werk über die gesamte Stadt ausgebreitet worden ist. Getreu der Devise: Wir opfern die Bildung und damit die Zukunft der Kinder, aber nicht unsere Macht und Mitstreiter. Die Bildung ist unter SPD-Verantwortung zum Basar der Eitelkeiten und Vetternwirtschaft verkommen!" Großer Gott! Sehr geschätzter Florian Graf, haben Sie es nicht eine Nummer kleiner?

Das angebliche „Rote Netzwerk“ hat sehr viele schwarze Flecken, in den CDU-Bezirken, den von der CDU zwischen 2011 und 2016 geführten Senats-verwaltungen, und vor allem aus der Zeit, als Klaus Landowsky „unter“, „mit“ und „über“ Eberhard Diepgen der CDU die Macht in der Stadt sicherte. Natürlich alles mit Leuten, die gar nicht wussten, dass die CDU eine Partei ist, in die man eintreten kann.

Die Medien sollten endlich diese scheinheiligen Debatten beenden. Und wer im Glashaus sitzt, sollte nicht im Keller…na, Sie wissen schon.

Ed Koch


  
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