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No Go! Keine roten Linien für Trump

geschrieben von: Redaktion am 26.02.2017, 07:16 Uhr
paperpress538 
Es ist schlimm genug, dass ein homophober, sexistischer Rassist, der Freude daran hat, Behinderte nachzuäffen, aufgrund eines undemokratischen Wahlsystems überhaupt Präsident werden konnte. Immerhin hatte seine Gegenkandidatin rund drei Millionen Wählerstimmen mehr, was bei dem „Wahlmännersystem“ „The Winner takes it all!“ leider keine Rolle spielt.

Das alles trägt nicht zum Ansehen der selbsternannten ältesten Demokratie der Welt bei. Nachdem Donald Trump mit seiner Klassifizierung „so genannter Richter“ eine Säule der Demokratie verunglimpft hat, führt er seinen Krieg gegen die Medien unerbitterlich weiter und hat jetzt erneut eine rote Linie überschritten.

Neben Regierung, Parlament und Justiz sind die Medien ein weiterer wichtiger Pfeiler eines demokratischen Landes. Natürlich irren sich Medien, schreiben auch mal Falsches, wofür sich anstandslos auch die BILD-Zeitung entschuldigt. Die Frage im Vergleich ist jedoch, wer mehr lügt, die Medien oder die Politik. In den USA stellt sich die Frage gegenwärtig nicht. „Die Washington Post hat einmal nachgezählt: In den ersten 34 Tagen seiner Präsidentschaft hat Donald Trump demnach 133 falsche oder irreführen-de Behauptungen geäußert - also etwa vier pro Tag. Thematisch ging es bei Trumps unwahren Aussagen in der Mehrzahl um Einwanderung (24), um seine eigene Biographie (18) und um Arbeitsplätze (17). Die meisten Unwahrheiten verbreitete Trump per Twitter (34), 31 waren Anmerkungen, 24 der 133 Unwahrheiten waren Teil einer vorbereiteten Rede. Laut der Zeitung gab es keinen Tag ohne Lüge. An vier Tagen seiner Präsidentschaft habe Trump sogar mehr als sieben Unwahrheiten in die Welt gesetzt.“
Quelle: Der Tagesspiegel

Jeder Präsident der USA hat gelogen, mehrfach. Trump ist jedoch Spitzenreiter. Vor allem ist er uneinsichtig, wenn er auf seine Verfehlungen aufmerk-sam gemacht wird. Klarstellungen sind für ihn „Fake-News“. Nur er redet wahr. Gottgleich. Das Weiße Haus wird zur offenen Psychiatrie, zum Sanatorium für eine gestörte Persönlichkeit. „Ihr habt lange auf diesen Präsidenten gewartet“, also auf ihn, rief er seinen völlig verbohrten Anhängern zu. In den USA warten die Trump-Getreuen nicht mehr auf die Wiederkehr des Erlösers Jesus Christus, denn ihr Hei-land wurde am 20. Januar gesalbt.

In der Türkei gibt es schon gar keine Pressekonferenzen mehr. Wer sollte auch daran teilnehmen, außer den gleichgeschalteten Journalisten. Alle kritischen Zeitungen sind verboten. Soweit ist es in den USA noch nicht, und so weit wird es auch nicht kommen. Aber: „Journalisten mehrerer großer US-Medien sind von einer Pressekonferenz des Weißen Hauses ausgesperrt worden. Bei dem Briefing, zu dem sie bisher stets Zugang hatten, habe ihnen der Pressestab den Zugang verwehrt.“ Betroffen sind u.a. die New York Times, CNN, die LA Times und Politico. Die Trump genehmen Medien wie ABC, CBS, The Wall Street Journal, Bloomberg und Fox News durften dabei sein. „Reporter des Time Magazine und der Agentur Associated Press hätten sich mit den Ausgesperrten solidarisiert und spontan auf eine Teilnahme der verzichtet.“ Quelle: Zeit online

Inzwischen hat Trump seine Teilnahme am traditionellen Dinner der Korrespondenten im Weißen Haus abgesagt. Vermutlich hatte er Angst, von den Journalisten ungekocht verspeist zu werden. Im Mittel-punkt des Dinners steht eine launige Rede des Präsidenten, „die in der Regel mit viel Selbstironie gewürzt ist.“ Das kann Trump ja nun gar nicht. Bei einem dieser Dinner hatte sich Barack Obama Trump vorgenommen und ihn in Grund und Boden gestampft. Das soll der Grund für Trump gewesen sein, Rache zu nehmen und selbst Präsident werden zu wollen. Hätte Obama doch bloß geschwiegen.

Im Demokratie-Leben hat Deutschland schon längst die USA überholt. Natürlich gibt es auch bei uns Pressekonferenzen im Kanzleramt. Unvorstellbar, dass n-tv oder der Süddeutschen Zeitung der Zu-gang verweigert würde. Die meisten Meetings mit den Politikern finden in der Bundespressekonferenz statt. Sie wurde bereits 1949 gegründet und hat die Rechtsform eines eingetragenen Vereins. Konrad Adenauer war 1949 der erste Gast. Ja, Gast, denn der Verein der Journalisten lädt die Politiker ein und moderiert die Veranstaltung. Auch in den Bundes-ländern gibt es entsprechende Vereine der Journalisten. Dieses System stärkt die unabhängigen Medien. Es ist in den USA leider nicht davon auszugehen, dass sich alle Medien solidarisieren und dem Weißen Haus fern bleiben. Dennoch: Trump kann den von ihm erklärten Krieg gegen die Medien nicht gewinnen.

Ed Koch

  
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