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Geniestreich am BER?

geschrieben von: Redaktion am 07.03.2017, 09:25 Uhr
paperpress539 
Es freut mich wirklich, dass sich Michael Müller endlich aus dem BER-Aufsichtsrat verabschiedet hat. Er hätte – wie schon sein Vorgänger Klaus Wowereit – erst gar nicht hineingehen sollen. Wowereit und Müller taten es aus Pflichtbewusstsein und Verantwortung, die ihnen niemand gedankt hat. Ganz im Gegenteil. Für jede Panne, und derer gab es tausende, wurden sie verantwortlich gemacht. Dass der Flughafen immer noch nicht am Start ist, kann man ernst-haft den Politikern im Aufsichtsrat nicht anlasten. Nicht einmal den Geschäftsführern. Das eklatante Versagen liegt bei den Baufirmen, die die Marke „Made in Germany“ in den Dreck gezogen und Berlin international lächerlich gemacht haben.

Die Reihe der vielen Fehler beginnt mit der Standortentscheidung. Schönefeld haben wir der CDU in Berlin (Eberhard Diepgen) und der CDU im Bund (Verkehrsminister Matthias Wissmann, heute größter Automobil-Lobbyist) zu verdanken. Brandenburgs Manfred Stolpe (SPD) fügte sich der Mehrheit. Dass Sperenberg längst am Netz wäre, ist höchst wahrscheinlich. OK – Schnee von gestern.

Der zweite große Fehler war, nicht eine eigene Gesellschaft „nur“ für den Bau des Flughafens zu grün-den. Von den Kommentaren des Ex-Senators Ulrich Nussbaum halte ich im Allgemeinen nicht sehr viel. Heute stimme ich mit ihm überein: „Solange die Großbaustelle organisatorisch und personell nicht vom eigentlichen Flughafengeschäft getrennt wird, gehen die Dinge durcheinander.“ Was man immer über Rainer Schwarz sagen mag, er war ein guter Geschäftsführer für die Aufgabe, Flughäfen zu betreiben (Tegel und Schönefeld alt). Mit der zusätzlichen Aufgabe, einen Flughafen bauen zu müssen, waren er und seine Nachfolger bislang überfordert, was kein Vorwurf ist. Ob Engelbert Lütge Daldrup in die Geschichte als derjenige eingehen wird, der den Flughafen eröffnet, werden wir – wann auch immer – erfahren. Gönnen sollten wir ihm den Erfolg. Zumindest ist der neue Airport-Chef nicht so ein ungebremster Selbstdarsteller wie Mehdorn und Mühlen-feld. Für etliche Medien ist allerdings der Gehaltssprung, den jetzt Lütge Daldrup macht, die wichtigere Meldung.

Ich habe keine Ahnung, warum der alte Geschäfts-führer den alten Technikchef rausgeschmissen hat und warum dieser nun wiederkommen muss. Zumindest hat Mühlenfeld den Anteilseignern Bund, Berlin und Brandenburg schlaflose Nächte beschert. Die Beschreibung des Dramas ist Lorenz Maroldt in seinem Checkpoint-Newsletter, wie ich meine, gut gelungen: „Wenn das Chaos Taktik war, ist Müller ein Genie: Er wurde, wie gewollt, gegen den Widerstand des Gesellschafters Brandenburg Mühlenfeld los, kann sich mit Anstand und einem guten Grund aus dem Aufsichtsrat zurückziehen, hat die stets nörgelnden Brandenburger in die Verantwortung gezwungen, den von Mühlenfeld gefeuerten Technik-chef Marks zurückgeholt und seinen getreuen Engelbert, wie gewünscht, am Flughafen zum Chef ge-macht - und das alles in wenigen Tagen. Wenn das Chaos am BER auch so präzise geplant ist, fegen wir noch schnell durch - übermorgen wird eröffnet.“

Brandenburgs Staatssekretär Rainer Bredtschneider, der partout ebenso wenig Flughafenchef werden wollte, wie der Bundesstaatssekretär Rainer Bomba, ist nun neuer Aufsichtsratsvorsitzender. Schön, dass Brandenburg endlich Verantwortung übernommen hat. Ministerpräsident Woidke ist eher bekannt als jemand, der sich einen schlanken Fuß macht, wenn es um den BER geht. Wie auch immer. Joachim Fahrun von der Berliner Morgenpost hat Recht. Das „letzte Aufgebot“ ist heute am BER gelandet. Geht auch das wieder in die Hose, sollte man wirklich über eine Einebnung der Baustelle nachdenken.

Ed Koch


  
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