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Das ist nicht komisch - Satire im ZDF - gewollt und ungewollt

geschrieben von: Redaktion am 08.03.2017, 12:31 Uhr
paperpress539 
Am 4. März strahlte das ZDF die Verleihung der „Goldenen Kameras“ aus. Anja Rützel vom SPIEGEL überschrieb ihre Nachbetrachtung zum Ereignis: „Sonderbare Stammestänze, Stammelübersetzungen und ein Medley aus der Retro-Hölle: Die Verleihung der Goldenen Kamera blieb ihrer Schau-der-Gala-Tradition treu.“ Den empfehlenswerten Beitrag können Sie nachlesen unter:

http://www.spiegel.de/kultur/kino/goldene-kamera-2017-ein-bisschen-schreck-muss-sein-a-1137367.html

Die Fernsehprogrammzeitschrift HÖR ZU veranstaltete das Spektakel zum 52sten Male. Diese Verleihung wird den Verantwortlichen aber noch lange in Erinnerung bleiben, denn einem Team von Circus HalliGalli (Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf) gelang es, eine Verleihung für den besten Film international durchzusetzen, einen Doppelgänger von Ryan Gosling einzuschleusen und den Preis entgegenzunehmen. Die Funke Mediengruppe, zu der die HÖR ZU seit dem Verkauf des Springer-Blattes gehört, kündigte daraufhin an, ihr Sicherheitskonzept überarbeiten zu wollen und forderte den Preis zurück.

Bei dieser Gelegenheit wurde bekannt, dass die Auszeichnungen für internationale Stars davon ab-hängen, wer sich bereit erklärt, persönlich an der Veranstaltung teilzunehmen. Ryan Gosling, Haupt-darsteller von „La La Land“, war tatsächlich erste Wahl für die Kategorie Bester Schauspieler international, sagte jedoch ab. Nach einem späteren Vermittlungsangebot einer Scheinagentur des Teams von Circus HalliGalli, wurde eigens die neue Kategorie Bester Film international ins Leben gerufen, um den Star doch noch in der Gala unterzubringen. Dem Sprecher der „HörZu“ zufolge sei dies kein ungewöhnliches Verfahren. Bester Schauspieler international wurde übrigens Colin Ferrell. Der war in echt anwesend, was er an einigen Stellen der Gala sichtlich bereute, als er sich die Hand vor den Kopf hielt.

Die Preisverleihungen sind ohnehin etwas merkwürdig. So konnte man sich nicht darauf verständigen, welches Nachrichtenformat mit einer Trophäe aus-gezeichnet werden sollte, und so bekamen die „Tagesthemen“, das „heute journal“ und „TRL aktuell“ alle eine „Goldene Kamera“. Eine weise Entscheidung, wozu dann allerdings eine Jury notwendig ist, erschließt sich einem nicht.

Das gleiche salomonische Urteil hätte man sich bei der Vergabe des Preises für die beliebteste „Satire-Show“ gewünscht. Zur Auswahl standen die „heute show“, „Die Anstalt“ und das „neo Magazin Royale“, alles ZDF-Produktionen. Alle drei Sendungen hätten einen Preis verdient.

In diesem Fall ließ man allerdings per Telefon die Zuschauer entscheiden, und diese stimmten mit über 50 Prozent für die „heute show“, was vorhersehbar war. „Die Anstalt“ gehört seit der Übernahme von Urban Priol und Frank-Markus Barwasser (Erwin Pelzig) vor drei Jahren durch Max Uthoff und Claus von Wagner nicht mehr in die Kategorie „Satire-Show.“ „Die Anstalt“ ist zu einem höchst spannenden Satire-Seminar mit fundamentalem Nachrichtenwert avanciert. Ohne den Trumpschen Irrsinn verharmlosen zu wollen, hat die Sendung im Februar aufgezeigt, was unter dem mit einem immer größer werdenden Heiligenschein versehenen Barak Obama alles in den USA so möglich war und umgesetzt wurde. Geradezu ernüchternd.

In der Sendung am 7. März ging es um den „VW-Abgasskandal, Grenzwerte für Stickoxide, Elektroautos, Tempolimit und Verkehrstote.“ Am Ende der Sendung kam jemand zu Wort, dessen Schwester und deren 14-jährige Tochter vor einem Jahr bei einem Autounfall, verursachte durch zu hohe (aber legale) Geschwindigkeit eines anderen Fahrzeuges, zu Tode kamen. Da stockte einem, nicht zum ersten Mal in der „Anstalt“ der Atem. „Die Anstalt“ ist gegenwärtig das mutigste und tiefgründigste Satire-Format, und alles andere als komisch. Respekt! In der Mediathek kann/soll/muss man sich die Sendung anschauen.

https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-7-maerz-2017-100.html

Das ist aber auch am 12.03. von 21:30–22:20 bei 3sat möglich. Die nächste Folge dann am 4. April von 22.25 bis 23.00 Uhr.

Ed Koch

  
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