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Es wird Frühling und alle wollen raus - Es wird eng auf den Bürgersteigen

geschrieben von: Redaktion am 16.03.2017, 12:47 Uhr
paperpress539 
Über den Frühling, der kalendarisch am 20. März beginnt, hat Klaus Hoffmann ein fröhliches Lied komponiert, in dem es unter anderem heißt: „Die Ämter erwachen, die Baustellen lachen - in den Kneipen spielt man nicht Moll - man findet einander jetzt toll – jede Bank, jede Tonne besetzt für die Sonne - man freut sich im Stillen und trägt schwarze Brillen - die Straßen zerplatzen, die Kids ziehen Fratzen - man sitzt wieder lachend im Stau!“

Ja, es wird wieder eng auf den Bürgersteigen. Nur wenige Monate kann man hierzulande überhaupt in einem Straßencafé sitzen, ohne dass der Kaffee in Sekundenschnelle erkaltet. Aber für diese kurze Zeit sollten doch alle Verständnis haben. Es macht doch gerade den Reiz einer Großstadt aus, dass man in seinem Kiez, weniger Meter von der Wohnung entfernt, im Schein der Abendsonne ein Gläschen Wein vor der Kneipe genießen kann. Natürlich müssen alle Interessen gewahrt bleiben, auch von denen, die über dem Lokal, nebenan oder gegenüber wohnen. Aber selbst wenn sich alle Beteiligten und Betroffenen friedlich auf das Vergnügen im Freien sitzen zu dürfen verständigen, gibt es immer noch die Spaß-bremsen in Form der bezirklichen Ordnungsämter. Diese sind ausgestattet mit Millimeter genauen Maß-bändern, kennen alle Vorschriften und wissen genau, wie lang ein Tisch, gemessen von der Hauskante, sein darf.

In der Zeitschrift hoga AKTIV, dem Verbandsmagazin des Hotel- und Gaststättenverbandes Berlin e.V. (DEHOGA), Ausgabe März 2017, hat der Autor Gerald Backhaus die „Lage der Außengastronomie in der Weltstadt Berlin“ beleuchtet. „Kampf um die Bürgersteige“ nennt er seinen Beitrag.

„Da alle draußen sein möchten, sobald die Sonne scheint und das Thermometer mehr als zehn Grad anzeigt, machen Gastwirte besonders viel Umsatz, wenn sie ihren Gästen Speis und Trank im Freien anbieten…Vielen ist es scheinbar schnuppe, wie ihre behördliche Genehmigung für Tische auf dem Bürgersteig aussieht, andere kennen die Vorschriften gar nicht. Sie servieren auch dann, wenn es eigentlich zu eng ist und Passanten mit Kinderwagen, Fahrrad, Rollator oder Rollstuhl kaum noch durchkommen.“

Das kann aber teuer werden, schreibt Gerald Backhaus. „Laut Ordnungsamt Friedrichshain-Kreuzberg wurden nach Kontrollen allein im ersten Halbjahr 2016 rund 300 Bescheide wegen unerlaubter Sondernutzung verhängt. Bußgelder von insgesamt fast 64.000 Euro mussten die Gastronomen zahlen.“

In diesem wunderbar hippen Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg reagierten die Kommunalpolitiker nach Anwohnerbeschwerden drastisch. Tische mussten abgesägt werden, weil nur noch 97 cm ab Hauskante erlaubt war. Vorher waren es noch 1,45 m. Aber, es geht noch schlimmer: „In der Pfalzburger Straße in Wilmersdorf wurde der Bürgersteig im Auftrag des Bezirksamts so gestaltet, dass den dortigen Lokalen Sitzmöglichkeiten bis zu einer Tiefe von ganzen 50 Zentimetern erlaubt sind.“ Da passt nun gar nichts mehr hin.

Der Tourismus ist bekanntermaßen ein ganz bedeutender Wirtschaftsfaktor für Berlin. 31,1 Mio. Übernachtungen 2016. „Generell sollten Gastronomen und Einwohner daher gemeinsam mit den Behörden überlegen, wo Berlin als Stadt eigentlich hin will, findet DEHOGA Berlin-Präsident Willy Weiland.“ Und weiter: „In Paris werde die Außengastronomie unter Denkmalschutz gestellt, ‚und wir hier schaffen sie ab!“ Das Ziel des Hotel- und Gaststättenverbandes ist es, die Straßenkultur in Berlin zu fördern. Er setzt sich bei Politik und Verwaltung dafür ein, dass sich die Ämter nicht sklavisch an jede Vorschrift halten, sondern die Bereitschaft aufbringen, auch mal Aus-nahmen auszuprobieren und ungewöhnliche Konzepte zu genehmigen.“ Nun, wer die Berliner Behörden kennt, weiß, dass Flexibilität nicht gerade zu ihren hervorragendsten Eigenschaften gehört. Viel-leicht werden sie aber in diesem Jahr von der Sonne erleuchtet.

Ed Koch

  
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