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Kohle kontra Sonne und Wind

geschrieben von: Redaktion am 01.04.2017, 08:16 Uhr
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Was haben die USA und Brandenburg gemeinsam? Beide setzen weiterhin auf den Abbau von Kohle. Dabei geht es vor allem auch um Arbeitsplätze. Kein vernünftiger Mensch bestreitet, dass der Abbau und die Verarbeitung von Kohle eine Belastung für die Umwelt ist. Kein vernünftiger Mensch. In den USA sind gegenwärtig andere an der Macht. Scott Pruitt, Chef der US-Umweltbehörde, beklagt, dass die Obama-Regierung „einen extremen Kurs gegen die fossilen Energieträger Koh-le, Gas und Öl gefahren sei und damit viele Arbeitsplätze vernichtet habe.“ Pruitt bestreitet, „dass der Klimawandel durch den Menschen verursacht wird.“ (Quelle: Frankfurter Rundschau)

Das Manager Magazin spricht von einen „Energiepolitischen Amoklauf“ des US-Präsidenten Donald Trump. Weiter schreibt das Manager Magazin: „Für seine ambitionierte Energiewende ist Deutschland lange belächelt worden. Kein anderes Land gehe diesen Weg mit hohen Ökostrom-Subventionen und Atomausstieg, monierten Fachleute und Politiker im In- und Ausland. Nicht ganz zu Unrecht: Tatsächlich sucht die mal überstürzt, mal verschwenderisch, jedenfalls stets mit glühen-dem Eifer umgesetzte Transformation weltweit ihres Gleichen - im Positiven wie im Negativen.“ An der Energiewende führt kein Weg vorbei. Die Frage ist nur, wie lang ist der Weg.

Den Preis, den wir Verbraucher in Deutschland für die Umstellung auf erneuerbare Energien zahlen müssen, ist hoch. In meiner Stromrechnung ist die EEG-Umlage mit knapp 15 Prozent ausgewiesen. „Für die Zeit von Februar bis April kündigten 75 Anbieter in der Grundversorgung Preiserhöhungen von durchschnittlich 3,4 Prozent an oder vollzogen diese bereits, wie das Vergleichsportal Verivox mitteilte.“
(Quelle: Manager Magazin)

Deutschlands Kampf für eine bessere Umwelt ist natürlich lobenswert. Allerdings stehen wir oft ziemlich einsam untern Solardach. Atomenergie ist eine saubere Sache, jedenfalls so lange, bis ein Kraftwerk auseinanderfliegt. Um uns atomar zu vernichten, brauchen wir ohnehin keine eigenen AKWs, dafür würden im Ernstfall schon jene im unweit entfernt liegenden Polen und Frankreich sorgen.

Und was wird nun aus dem Kohleabbau in der Lausitz?

Dort wechselte der Eigentümer der Anlagen. Schwedens Vattenfall war einmal, jetzt heißt das Unternehmen LEAG, dessen Eigentümer aus Tschechien stammen. Ende März hat LEAG ein „Revierkonzept für die Lausitz“ vorgelegt, „als Grundlage für die regionale Entwicklung in den nächsten 25 bis 30 Jahren.“ Da hat man doch schon mal eine Zeitspan-ne vor Augen. Vor allem für die Bewohner der Lausitz, unter denen es glühende Gegner des Braunkohleabbaus gibt, aber mindestens ebenso viele Befürworter, nämlich jene, die ihren Lebensunterhalt damit bestreiten.

Dem „Revierkonzept war in den vergangenen Monaten eine eingehende Prüfung verschiedener Varianten unter technischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Aspekten vorausgegangen“, heißt es in einer Presse-mitteilung der LEAG. „Wir sind uns bewusst, dass wir mit dem Lausitzer Revierkonzept eine weitreichende Entscheidung getroffen haben. Sie betrifft unser Unternehmen und seine Mitarbeiter ebenso wie die Länder Brandenburg und Sachsen und viele Menschen in der Region Lausitz. Entsprechend verantwortungsvoll haben wir diese Entscheidung mit all ihren Konsequenzen abgewogen“, sagte Dr. Helmar Rendez, Vorstandsvorsitzender der Lausitz Energie Bergbau AG und Lausitz Energie Kraftwerke AG (LEAG).

„Dabei mussten wir als Unternehmen in besonderem Maß die bestehenden und abzusehenden regulatorischen Eingriffe der Europa- und Bundespolitik in die Energiewirtschaft und den Strommarkt berücksichtigen. Wir müssen feststellen, dass seitens der Bundespolitik offensichtlich der Wille besteht, Deutschlands Klimaziele im Wesentlichen auf dem Rücken der Braunkohle zu erreichen. Dadurch werden nicht nur die langfristigen Planungen in Frage gestellt, sondern es wird, wie mit der Sicherheitsbereitschaft, inzwischen sogar der Eingriff in genehmigte Bestandsanlagen gerechtfertigt. Gleichzeitig haben die langanhaltenden Dunkelflauten der vergangenen Wochen gezeigt, wie wichtig eine verlässliche, preisgünstige und heimische Stromerzeugung für die Versorgungssicherheit und damit auch für den Wohlstand in Deutschland ist“, betonte Dr. Rendez

Das Revierkonzept sieht keinen Kraftwerksneubau am Standort Jänschwalde und keine Inanspruchnahme des Zukunftsfeldes Jänschwalde-Nord vor. „Diese Investitionen sind vor dem Hintergrund der zwischen-zeitlich eingetretenen bundespolitischen und wirtschaftlichen Rahmen-bedingungen unternehmerisch nicht mehr vertretbar“, erklärte Dr. Helmar Rendez dazu. In der Pressemitteilung listet die LEAG detailliert auf, wie es in den nächsten Jahren an den Standorten Jänschwalde, Mühl-rose, Nochten, Boxberg, Welzow-Süd u.a. weitergehen soll. Die komplette Pressemitteilung finden Sie unter www.leag.de

Die Ausbildung von jungen Mitarbeitern soll am Standort Jänschwalde aufrechterhalten bleiben. Von den Auszubildenden werden rund 80 Prozent in das Unternehmen übernommen. Wer hier anfängt, hofft auf einen Job fürs Leben. Viele Generationen werden es jedoch nicht mehr sein, die ihr Geld mit der Braunkohle verdienen. Die angekündigte Zeitspanne von rund 30 Jahren schafft aber zumindest eine Planungssicherheit. Seit 2003 wurden über 2.400 Jugendliche ausgebildet. Davon sind heute noch 1.700 in den Unternehmen tätig.“

„Mit unserer konsolidierten Revierplanung legen wir die Grundlage da-für, dass unsere Braunkohle auch weiterhin als wirtschaftlicher Stabilitätsanker in der Energiewende zur Verfügung steht und zur Versorgungssicherheit in Deutschland beiträgt. Sie kann die Lücke, die der Kernenergieausstieg für eine gesicherte Versorgung rund um die Uhr hinterlässt, verlässlich schließen“, betont Dr. Helmar Rendez. „Unser heutiges Geschäft im Rahmen dieser Revierplanung verlässlich zu betreiben, ist zudem die Grundlage dafür, neue Geschäftsfelder mit den Fokus auf den Energiebereich auf den Weg bringen zu können. Dieser Aufgabe werden wir uns in den kommenden Jahren stellen. Auf der Basis unseres Revierkonzeptes werden wir weiter unseren Beitrag zum Erhalt der Wertschöpfung aus der Braunkohle für die Lausitzer Wirtschaft, insbesondere den Mittelstand, leisten und auch unser regionales Engagement in Kunst, Kultur und Sport fortsetzen.“

Die LEAG wird sich bei ihren Aktivitäten auf die brandenburgische Landesregierung verlassen können, vor allem weil das Revierkonzept keine direkten Auswirkungen auf die Beschäftigtenzahl haben wird. Der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis Ende 2020, den der Eigentümer im vergangenen Jahr erklärt hatte, und die tariflichen Eini-gungen dazu haben Bestand. Etwa 20.000 Menschen bestreiten ihren Lebensunterhalt mittel- und unmittelbar durch die Braunkohle.

Was immer uns die Energiewende, außer immensen Kosten, bescheren wird, eines wird sicher bleiben, die Stromversorgung.

Ed Koch

Quelle: Pressemitteilung LEAG

  
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