Willkommen bei PaperPress Jugendpolitischer Pressedienst
suchen  
Hauptmenü  

Online  
Es sind 17 Besucher und 0 _MEMBER0 online..

Anmeldung

Sprachen  
Sprache auswählen:


  

Michael Müller bei den Falken

geschrieben von: Redaktion am 01.04.2017, 10:03 Uhr
paperpress540 
Am Freitag, dem 31. März 2017, besuchte der Regierende Bürgermeister und SPD-Landesvorsitzende von Berlin, Michael Müller, das Anton-Schmaus-Haus (ASH) der Falken Neukölln. Er ließ sich von den Kindern und Jugendlichen die Arbeit der Falken und die Geschichte des Hauses erklären. Jeden Tag treffen sich hier Kinder- und Jugendgruppen, zusätzlich gibt es auch offene Bereiche, wie Schularbeits-, Musik- oder Kochgruppen. An den Abenden tagen hier der Vorstand, Arbeitsgruppen sowie Bündnispartner. An Wochenenden finden Seminare, Partys, internationale Begegnungen mit Übernachtungen sowie alle zwei Wochen das große Falken-Familien-Frühstück statt.

Bereits mehrfach wurden Mitglieder des Jugendverbandes sowie das ASH von Neonazis angegriffen. 2011 wurde das Haus zweimal in Brand gesteckt und wird nun von massiven Sicherheitsanlagen sowie der Polizei geschützt. Trotzdem engagieren sich die Falken weiterhin in der Arbeit für Demokratie und Toleranz, organisieren Bildungsveranstaltungen und Demonstrationen gegen Rechtsextremismus und Fremdenhass.

Höhepunkte der Falkenarbeit sind das dreiwöchige Sommerzeltlager, das gemeinsam mit europäischen Partnerorganisationen durchgeführt wird sowie inter-nationale Begegnungen u.a. mit England, Israel oder Serbien.

Die Arbeit der Falken ist langfristig angelegt. Alle Gruppenleiter oder Vorstandsmitglieder waren selbst als Kinder oder Jugendliche dabei, viele der Älteren sind heute SPD-Bezirksverordnete, Betriebsräte oder in anderen Bereichen aktiv.

Müller äußerte sich erfreut und voller Respekt über die umfangreichen Aktivitäten und das Engagement der Neuköllner Falken für Völkerverständigung und gegen Extremismus. Er versprach, sich weiterhin für den Schutz der Arbeit und des Hauses einzusetzen. Wörtlich sagte er: „Das Anton-Schmaus-Haus ist ein Ort der Solidarität und der Zivilcourage. Als Regierender Bürgermeister und als Sozialdemokrat ist mir wichtig, dass dieses Haus geschützt und die Demokratie-Arbeit der Falken gefördert werden. Mit meinem Besuch will ich alle unterstützen, die sich mutig gegen Hass und Gewalt stellen.“

Kritisiert wurde die zu geringe Förderung von kontinuierlicher Jugendarbeit, insbesondere der Jugendverbandsarbeit. Wie auch in vielen anderen Bereichen, wird Projektarbeit mehr gefördert, als die auf Langfristigkeit angelegte Jugendverbandsarbeit.

Tim Haverland, Vorsitzender der Falken Neukölln: „Politische Signale wie der Besuch von Michael Müller sind wichtig. Sie zeigen den Rechtsextremisten, dass sie nicht nur uns, sondern die Mehrheitsgesellschaft und den Staat gegen sich haben.“ Neben der politischen Unterstützung sei jedoch auch eine bessere finanzielle Ausstattung der Jugendarbeit dringend vonnöten. „Rechtsextremes Gedankengut, Vorurteile, Fremdenhass und Antisemitismus müssen gemeinsam zurückgedrängt werden. Die Förderung von Jugendarbeit ist eine Zukunftsinvestition in die Demokratie“.

Mirjam Blumenthal, Gruppenleiterin und SPD-Bezirksverordnete in Neukölln, war im Januar 2017 selbst von einem Brandanschlag auf ihr Auto betroffen. Sie betont die Wichtigkeit von Jugend- und Bildungsarbeit: „Wir dürfen nie Nachlassen im Kampf um die Köpfe und Herzen der Menschen. Vor dem rechten Terror darf es kein Zurückweichen geben.“

Die Falken bemühen sich, den Bezirksjugendring Neukölln zu aktivieren, um den Jugendverbänden wieder eine Stimme im Bezirk zu geben. Im Landes-jugendring Berlin sind derzeit nur Bezirksjugendringe von Mitte und Steglitz-Zehlendorf vertreten.

Über die Falken

Die Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken (SJD – Die Falken) ist ein eigenständiger deutscher Kinder- und Jugendverband, der aus der sozialistischen Arbeiterjugendbewegung hervorgegangen ist. Die Falken wurden 1904 in Berlin und Mannheim gegründet und sind mit 27 Bezirks- und Landesverbänden in allen 16 Bundesländern vertreten.

Wofür die Falken stehen und was sie machen, beschreiben sie auf ihrer Internetseite
www.wir-falken.de

„Wir fordern das Ende der Ausbeutung des Menschen durch andere Menschen. Wir bekämpfen jegliche Form von Herrschaft, wir sind gegen Rassismus und Antisemitismus, gegen Sexismus und Homo-phobie. Wir kritisieren, dass in unserer Welt nicht menschliche Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen, sondern allein der Profit. Wir wollen uns von Unterdrückung befreien. Deswegen sind wir antikapitalistisch, antirassistisch und feministisch. Deswegen heißt unser Ziel Sozialismus. Das heißt für uns ein solidarisches Leben in Freiheit und Gleichheit.“ Das sind nur einige wenige der Aussagen und Ziele der Falken. Den kompletten Text zu lesen lohnt sich auf der angegebenen Internetseite.

Über erfolgreiche Jugendarbeit berichten die Medien wenig. Ende der 1960er Jahre gelang es aber den Falken, mit ihrer, vielen zu freien, Art der Gestaltung von Ferienlagern in die Schlagzeilen zu kommen. Im Schöneberger Jugendhaus „Die Weiße Rose“ kam es 1969 zu heftigen Auseinandersetzungen darüber. „Das Falken-Gezänk“, schrieb der Spiegel, „war Echo des Lamentos in der Presse über die unorthodoxe Regie beim diesjährigen Sommerlager des Jugendverbandes in Schweden. Denn Berlins Falken hatten, so Zweiter Vorsitzender Heinz („Micky") Beinert, 39, Konsequenzen aus dem Vers des DDR-Poeten Wolf Biermann gezogen: ‚Keiner tut gern das, was er tun darf, was verboten ist, das macht uns gerade scharf.‘“ In den Zelten übernachteten Jungend und Mädchen gemeinsam und unter den Duschen ging es auch gemischt zu. Würde sich darüber 2017 noch jemand aufregen? „Linksstehen-de Ärzte und Psychologen aus Berlin sollten den Teilnehmern mit Rat und Tat - unter anderem in Form von Antibabypillen - beistehen.“ Diese Art von Jugendarbeit war damals aber vielen zu progressiv.

Der erwähnte Micky Beinert, 1929 in Berlin-Kreuzberg geboren, wirkte schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg am Aufbau des Bundesverbandes der Falken mit. „Anfang der 1950er Jahre wurde er hauptamtlicher Jugendsekretär der Falken in Köln, Mitte der 1960er Jahre Sekretär, später Vorsitzender des Berliner Landesverbands. Von 1972 bis 1979 war er Presse- und Bildungsreferent beim Landesju-gendring und Redakteur der Jugendzeitung Blick-punkt. Später war er bei der Senatsjugendverwaltung tätig. Dank seiner Initiative wurde die ‚JugendKultur-Service GmbH‘ gegründet, die u.a. den Super-Ferien-Pass, den Familienpass, die Jugendkonzert-reihe und vieles mehr organisierte.“ Ein anderes prominentes Falken-Mitglied war Harry Ristock, Vor-sitzender der Berliner Falken von 1954 bis 1963. Kurzfristig wurde er 1968 aus der SPD ausgeschlossen wegen Tragens eines Demonstrationsplakates: „Ich protestiere gegen den Krieg der Amerikaner in Vietnam. Ich bin Sozialdemokrat.“ So waren und so sind die Falken: unbeirrbar in ihrer Haltung.

Zusammenstellung und Kommentierung: Ed Koch
Quellen: Falken Neukölln, wikipedia


  
Anmeldung  




 


Registrierung

Impressum  
p a p e r p r e s s
Ed Koch (Herausgeber und verantwortlich für den Inhalt)
Träger: Paper Press Verein für gemeinnützige Pressearbeit in Berlin e.V.
Vorstand: Ed Koch - Mathias Kraft
Postfach 42 40 03
12082 Berlin
Email: paperpress[at]berlin.de
PDF-Newsletter-Archiv:
www.paperpress-newsletter.de

Diese WebSite wurde mit PostNuke CMS erstellt - PostNuke ist als freie Software unter der GNU/GPL Lizenz erh�ltlich.