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Ein Platz zum 93sten - Späte Ehrung für Günter Pfitzmann

geschrieben von: Redaktion am 08.04.2017, 14:49 Uhr
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Es war eine seiner Paraderollen: Dr. Peter Brock-mann in der Praxis Bülowbogen. 107 Folgen wurden im Ersten zwischen 1987 und 1996 ausgestrahlt. Eine Straße in Schöneberg sollte auf Initiative der Bezirks-CDU nach Günter Pfitzmann benannt wer-den. Daraus wurde nichts. Rot-Grün im Bezirk hatte beschlossen, wegen des großen Defizits an weiblichen Straßennamen, keinen Männern mehr die Ehre zuteilwerden zu lassen. Als „Kompromiss“ wurde kürzlich die ursprünglich vorgesehene Straße „Am Bülowbogen“ benannt. Ein Vorgang mit einem Ergebnis, das an Rot-Grüner ideologischer Verblendung und Peinlichkeit nicht zu überbieten ist.

Heute, an Pfitzes 93sten Geburtstag wurde in Niko-lassee, unweit seiner Villa, in der Lilo Pfitzmann bis heute wohnt, ein Platzt nach dem Berliner Volksschauspieler benannt. Neben Lilo Pfitzmann ihre Söhne Andreas und Robert sowie Radio-Legende Nero Brandenburg, der sich für die Benennung eingesetzt hat, und als Vertreter des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf Stadtrat Frank Mückisch (CDU).

Günter Pfitzmann kam am 8. April 1924 in Berlin zur Welt. Nach seinem Abitur 1942 wurde er zur Wehr-macht eingezogen. Auf Grund einer Kriegsverletzung am Bein konnte er ein von ihm ursprünglich angestrebtes Sportstudium nicht aufnehmen. Pfitzmann wandte sich daraufhin der Schauspielerei zu und nahm Schauspielunterricht bei Fritz Kirchhoff in Berlin-Charlottenburg. In Berlin begann seine Theater-karriere 1952 an der Komödie, wo er sie auch 1985 beendete. In dieser Zeit spielte er außerdem im Theater am Kurfürstendamm, in der Freien Volksbühne, im Hebbel-Theater und im Berliner Theater.

Günter Pfitzmann gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Berliner Kabarettgruppe Die Stachelschweine, bei denen er von 1949 bis 1957 und dann wieder 1965 zum Eröffnungsprogramm des neuen Kabarett-Theaters im Berliner Europa-Center auftrat. Im Rahmen seiner Schauspielkarriere spielte er in mehr als 50 Filmen und Fernsehserien den Berliner mit Herz und Schnauze.

Seine frühen Filme waren unter anderem: Der Hauptmann und sein Held (1955), Dr. Crippen lebt (1958), Hunde, wollt ihr ewig leben (1958) und vor allem Die Brücke (1959). Zudem spielte er die Hauptrolle in dem Edgar-Wallace-Film Der Zinker (1963). Die erste Fernsehserie mit ihm als Hauptdarsteller war Am grünen Strand der Spree (1960). Danach folgte Gestatten, mein Name ist Cox (1961), einer Vorabend Krimi-Serie.

Nach den 1960er-Jahren trat Pfitzmann fast nur noch in Fernsehverfilmungen auf. Seine bekanntesten Serienrollen im Fernsehen waren die des Otto Krüger aus der Serie Drei Damen vom Grill (1977–1985), die des Dr. Brockmann aus der Serie Praxis Bülowbogen (1987–1996) und die des Richard Kaiser in der Familienserie Der Havelkaiser (1994–2000).

Einer der Höhepunkte in Pfitzmanns Laufbahn war die Mitwirkung in dem Musical My Fair Lady, wo er als Professor Henry Higgins sowohl in Hamburg als auch Berlin agierte. Als Conférencier begleitete er in den 1970er-Jahren den (englisch sprechenden) Komiker Marty Feldman bei dessen Tournee durch Deutschland.

Neben Theater, Film und Fernsehen arbeitete Pfitzmann auch als Synchronsprecher. Er hatte Synchronhauptrollen in Filmen wie 20.000 Meilen unter dem Meer (Kirk Douglas), Pepé le Moko (Jean Gabin) oder Unter Wasser rund um die Welt (Lloyd Bridges). In der von 1984 stammenden Neusynchronisation von Asterix der Gallier (1967) sprach er den Obelix, ebenso wie in der 1986–1992 produzierten Asterix-Hörspielreihe von EUROPA.

Seinen letzten Fernsehauftritt hatte er 2002 als Patient in der Arztserie In aller Freundschaft. Der Schau-spieler starb am 30. Mai 2003 an den Folgen eines Herzinfarktes und wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung auf dem Waldfriedhof Zehlendorf in Berlin-Nikolassee beigesetzt. Die Trauerfeier in der Berliner Gedächtniskirche wurde live im Fernsehen übertragen.

Nero Brandenburg erinnerte heute an seinen Freund Pfitze. In seiner unnachahmlichen Art sagte Nero Brandenburg: „Ick möchte ihnen mal hier die Story verklickern, wieso und warum nun dieser Platz unsa´m „Pfitze“ zu Ehren benannt werden soll. Als oller Berliner reje ick mir natürlich uff, wenn hier inne Stadt irjendwat nich richtich „rund“ läuft.

Der erste Uffrejer bejann vor gefühlte 10 Jahre. Dit Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg wollte da uff ´ne ehemalije Laubenpieperkolonie ´n JÜNTER PFITZ-MANN WEG !!! als Ehrung benennen…Quatsch ey, hab ick mir jesagt. Denn kamen ´se uff die Nummer: „Jeht janich“, und führen plötzlich ´ne Frauenquote in´t Felde…greifste dir doch an Kopp….und greifst in´t LEERE. Nun sind ´se mit der Nummer „Am Bülowbogen“ uff´n Schirm..ach lassen wa.

Denn hab ick mir mal inne Spur jemacht. Jeht doch nur wat zu benennen, inne Jejend, wo der zu ehren-de jelebt hat, meine icke…also schreibe ick heftich an unsa´n damaligen Dorfschulzen Norbert Kopp. Vor 3 Jahren kam ja dann ´ne Antwort…er hat wei-tergeleitet, an die zuständige Stadträtin für Ju-gend…? Gesundheit …? Umwelt…? und TIEFBAU, aha…Frau Markl-Vieto (GRÜNE) hat mir aber nie geantwortet. Wurde ja dann oooch nich mehr wie-dergewählt…ja, Politik ist ein seltsamer Werde-gang…Icke aber, schlau, habe andere Bezirkspoliti-ker anjejraben…Öffentlichkeit erzeugen wäre ´n Zauberwort. Da hatte ick wat uff der Latte…500 Leu-te, Künstler, Zehlendorfer, Berliner und Pfitzmann-Fans wären auf der Dorfaue angetanzt…Au, dit hat jesessen – Bingo!!! Nochmal BVV, nochmal vatagt, dann im März 2015 „beschlossen“…und Ende 2016 nach Straßenarbeiten angekündigt für das Frühjahr 2017. Wie der olle Berliner sacht: Jut Ding will Weile ha´m…hat´s ja nu ooch, Jott sei´s jelobt, jetrommelt und jepfiffen…

Ach so, ja…meene Beziehung zu Jünter Pfitzmann reicht zurück ins Jahr 1963. Ick war stellvatretender Uffnahmeleiter inne UFA-Studios inne Oberland-strasse. Für´t ZDF wurden (noch in schwarz-weiss) zwee Shows jedreht „Schwoof bei Hof“ und „Als Oma noch kniefrei jing“. So richtige olle Jassenhauer aus ´de 20er Jahre. Friedel Hensch und die Cyprys wa-ren die Hauptakteure aber oooch die Berliner Jarde der Sangesfreunde Edith Hanke, Willi Rose und eben Jünter Pfitzmann waren mit vonne Partie. Und ick musste immer looofen, die Künschtler vonne Jar-derobe in´t Studio lotsen…nur: die Jarderoben da waren im 1. Und 2. Stockwerk…Kilometerjeld jabs nich…immer kam ick abjehetzt zu Jünter in den 2. Stock…“Herr Pfitzmann, bitte ins Studio…“ irjend-wann muss ick ihm leid jetan haben; „pass ma uff meen Kleener,“ hatta jesacht, „ick bin Profi, mir brauchste nich holen, ick komme von alleene runter, kannst dir druff verlassen, vastehste…?“ Ick hatte vastanden, ick mochte ihn von Anfang an. Später denn beim RIAS sieht er mich und sagt: „Mensch, Nero, du bist doch der kleene Uffnahmeleiter vonne UFA damals, und jetzt biste hier beim RIAS, na dit is ´n Ding…“

Wir haben uns oft jesehen, im RIAS und ooch hier umme Ecke, wo olle Kalle Gaffkus sein Lokal hatte: „Bei Kalle uff´n Bahnhof“ – Wartesaal 1. Klasse…Ach ja, allet schöne Erinnerungen…nun möchte ich lie-bend gern, beachten sie bitte mein Hochdeutsch jelernt is jelernt, aber Kreuzberger Gossenplatt, wie ick unsan Metrodialekt immer nenne, kommt mir immer so freundlich über die Lippen… also ich möch-te und wünsche, dass dieser schöne Platz hier für alle eine schöne Erinnerung an einen großartigen Berliner Schauspieler bleiben wird und jederzeit zum Verweilen einlädt.“

Zusammenstellung: Ed Koch – Text-Quellen: wikipedia – Nero Brandenburg

  
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