Willkommen bei PaperPress Jugendpolitischer Pressedienst
suchen  
Hauptmenü  

Online  
Es sind 1 Besucher und 0 _MEMBER0 online..

Anmeldung

Sprachen  
Sprache auswählen:


  

Das Strohfeuer ist erloschen

geschrieben von: Redaktion am 14.04.2017, 09:32 Uhr
paperpress540 
Nein, die SPD hat keinen Grund fröhliche Ostern zu feiern. Nicht nur das Wetter ist schlecht, die Umfragen sind noch schlechter. Und gerade am Karfreitag fallen einem besonders betrübliche Wortspiele ein, leitet sich doch „kar“ vom althochdeutschen „kara“ für Klage, Kummer und Trauer ab. Da fühlt man sich wirklich wie ans Kreuz genagelt.

Atemberaubend ist es, wie schnell sich Stimmungen heutzutage drehen. Lag Martin Schulz im direkten Vergleich zu Angela Merkel im Januar mit 41:41 Prozent gleichauf, im Februar mit 50:36 deutlich vor ihr, hat Merkel Schulz jetzt mit 46:40 wieder überrundet. Was ist passiert? Was hat Merkel richtig gemacht, was Schulz falsch? Seit der Saarland-Wahl erlosch das Strohfeuer ziemlich schnell.

Auch in der Liste der beliebtesten Politiker hat sich Merkel leicht verbessert auf 62 Prozent, während Schulz auf dramatische 48 Prozent abrutscht. Noch tragischer für ihn ist es, dass Sigmar Gabriel, nun unser aller Außendienstmitarbeiter, ganze neun Punkte auf 56 Prozent zulegt und damit Schulz deutlich überholt.

Und um im österlichen Bild zu bleiben, ist die Union schneller wieder auferstanden als dies im Januar noch zu vermuten war, als Schulz mit dem ICE 3 Fahrt aufnahm. Jetzt reicht es gerade mal für die Parkbahn im Britzer Garten. Währen am Ostersonn-tag Bundestagswahlen, stünde auf dem schwarzen Unions-Ei eine 34, auf dem roten der SPD eine 31 und auf dem braunen der AfD eine 11. Damit wäre diese unsägliche Gruppierung auf Platz Drei. Die Eier der anderen sind kaum noch im Wahlkorb erkennbar. Grüne 8, Linke 7, FDP 6 Prozent. Die demokratische Opposition würde also gerade mal ein Fünftel der Sitze im Bundestag belegen.

Was ist bloß los in Deutschland? 51 Prozent wünschen sich die Fortsetzung der Großen Koalition unter Führung der CDU. Nochmal vier Jahre die beiden sich hassenden Schwestern CDU und CSU ertragen müssen und eine SPD, die ständig beklagt, dass sie nur dann Punkte aus ihrem Programm durchsetzen kann, wenn sie die Unionskröten schluckt. Die Maut ist ein klassisches Beispiel für politische Erpressung auf offener Bühne.

Die hier erwähnten Daten stammen vom Deutschlandtrend, den Infratest Dimap für die „ARD Tagest-hemen“ und „Die Welt“ ermittelt hat.

Dass bei einer Direktwahl 91 Prozent der Unionsanhänger und 77 Prozent der FDP-Anhänger Merkel unterstützen würden, verwundert nicht. Aber auch 47 Prozent der Grünen Wähler, von denen wiederum nur 37 Prozent für Schulz stimmen würden. Nanu. Mr. 100-Prozent kann sich bei seinen SPD-Genossen nur auf 79 Prozent verlassen. Das ist nicht toll. Da tröstet es überhaupt nicht, dass er von 54 Prozent der Linken-Anhänger unterstützt wird.

Die SPD hat nichts von den Linken. Über eine Koalition der SPD mit den Linken und den Grünen würden sich nur 26 Prozent freuen, für Rot-Rot gibt es nochmals einen Punktabzug. Ganz steckengeblieben ist der Schulz-Express noch nicht, denn der Unter-schied, ob lieber Große Koalition mit Merkel vorn oder mit Schulz auf der Lok beträgt nur vier Prozent, 51 zu 47. Und wie wir Umfrage-Junkies wissen, sind vier Prozent nicht viel.

Eines kann der SPD aber niemand nehmen, nämlich den immensen Mitgliederzuwachs. Und diese neuen Genossinnen und Genossen werden nicht gleich wieder austreten, schon aus Trotz nicht. Die nächsten Meilensteine auf dem Weg zur Bundestagswahl liegen am 7. Mai in Schleswig-Holstein und am 14. Mai in NRW. In beiden Ländern liegt die SPD in den Umfragen vorn, mit 33 bzw. 37 Prozent.

Während es im hohen Norden für eine Fortsetzung der Koalition aus SPD, Grünen und dem südschleswigschen Wählerverband (SSW) knapp reichen könnte, steht die Rot-Grüne Koalition im Ruhrpott auf der Kippe, SPD und Grüne kämen zusammen auf gerademal 43 Prozent.

Ob die beiden Wahlen für die SPD zur Himmel- oder Höllenfahrt wird, ist offen. Da hilft dann Anfang Juni nur noch der Heilige Geist, und das Wetter wird auch besser, denn, wenn es regnet am Geringsten, dann ist Pfingsten.

Ed Koch

  
Anmeldung  




 


Registrierung

Impressum  
p a p e r p r e s s
Ed Koch (Herausgeber und verantwortlich für den Inhalt)
Träger: Paper Press Verein für gemeinnützige Pressearbeit in Berlin e.V.
Vorstand: Ed Koch - Mathias Kraft
Postfach 42 40 03
12082 Berlin
Email: paperpress[at]berlin.de
PDF-Newsletter-Archiv:
www.paperpress-newsletter.de

Diese WebSite wurde mit PostNuke CMS erstellt - PostNuke ist als freie Software unter der GNU/GPL Lizenz erh�ltlich.