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In eigener Sache

geschrieben von: Redaktion am 26.11.2006, 09:24 Uhr
paperpress539 
Bundesverdienstkreuz für Ed Koch
Beitrag von Chris Landmann in paperpress Nr. 417 November 2006
und ein Dankeschön von Ed Koch in paperpress Nr. 418 Dezember 2006
Suddenly and unexpected

In diesem Jahr haben den Gründer und Herausgeber von paperpress, Ed Koch, viele freundliche Briefe erreicht. Vor 30 Jahren gründete er mit ein paar Gleichgesinnten, wovon neben ihm auch noch Uwe Januszewski mit dabei ist, eine kleine Publikation, die viele behaupten nicht zu kennen und erst recht nicht zu lesen. Jeder weiß aber, was drin steht. Ebenso plötzlich wie unerwartet erhielt Ed Koch am 14. Oktober einen Brief vom Protokollchef des Landes Berlin, dieser war an Wolfgang Koch gerichtet, also etwas Offizielles und sicherlich kein Leserbrief. Darin wurde ihm mitgeteilt, dass der Herr Bundespräsident ihm das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen habe und der Regierende Bürgermeis-ter von Berlin, Klaus Wowereit, es ihm am 27. Oktober ans Revers heften will, wenn ihm der Termin genehm sei. Für so einen Anlass streicht man gern alle anderen im Wege stehenden Verabredungen aus dem Timer.

Hinter dem Vorgang stecken die beiden Verwaltungsräte des CPYE e.V., Reiner Hanke, und des Paper Press e.V., Uwe Januszewski. Vor etwa einem Jahr beantragten sie die Auszeichnung und nun hat der Bundespräsident seine Unterschrift unter die Urkunde gesetzt, nach-dem, wie sich das gehört, eifrig geprüft wurde, ob Koch diese Auszeichnung überhaupt verdient hat. Und wenn das Staatsoberhaupt zum Ergebnis kommt, dass es so sei, wer wollte dann noch widersprechen.

Ed Koch, der mit bürgerlichem Namen Wolfgang heißt, ist genau an dem Tag zur Welt gekommen, als in West-Berlin jeder Bürger 20 neue DM erhielt, also am 20. März 1949, kurz vor Ende der Blockade. An die Trockenmilch, die für ihn aufbereitet wurde, kann er sich nicht mehr erinnern. Er ist eine echte Schöneberger Pflanze, pardon: Friedenauer. Er wohnte ganz in der Nähe von Günter Grass, in der Fregestraße 80. In diesem Haus lebte immerhin auch mal Theodor Heuss. Ein Linker, ein Liberaler, da war es klar, dass Wolfgangs Eltern Mitglieder der CDU sein mussten. Wegen der Ausgewogenheit. Das hinderte ihn nicht daran, 1968 in die SPD einzutreten, was sein Vater etwas erstaunt zur Kenntnis nahm. Erziehung fehlgeschlagen? Aus seinem Fenster konnte er auf das Rathaus Friedenau blicken, und die dortige Turmuhr ersetzte in seinem Zimmer einen Chronome-ter an der Wand. Das Rathaus Friedenau betrat er während der gesamten 20 Jahre, die er in der Fregestraße wohnte, nicht ein einziges Mal. Es gab keinen Anlass. Heute sitzt dort das Jugendamt des Be-zirks, bei dem er seit 1970 beschäftigt ist. Ein Betreten des Rathauses lässt sich nun kaum noch vermeiden. In dem lang gestreckten Büro-gebäude neben dem Rathaus hatten seine Eltern eine Schneiderei. Ebenerdig befand sich später die Diskothek La Belle, die eine traurige Berühmtheit erlangte.

Kindergarten: in Friedenau. Wenn ihn seine Eltern dort abgegeben hatten, war er oft eine halbe Stunde später wieder zu Hause. Es gefiel ihm nicht. Heute ist er im Bezirk unter anderem für die Qualifizierung der Kita-Mitarbeiter/innen zuständig und hofft, dass bei diesen kein Kind mehr wegläuft. Die Uckermark-Grundschule an der Rubensstraße war die zweite Bildungseinrichtung nach der Kita, die ihm wenig Freude bereitete. Es folgte die Friedrich-Bergius-Realschule am Perelsplatz. „Wie die Saat, so die Ernte“ stand und steht vielleicht noch heute über dem Portal. Dort wurde er dann mit 13 Jahren Redakteur der Schülerzeitung. Seine Deutschnoten hingegen ließen zu wünschen übrig. Aber seine Aufsätze waren recht gut zu lesen.

Schulende. Keine Ahnung und wenig Vorstellungen vom weiteren Leben. Es folgten zwei Jahre Handelsschule. Und damit begann das Unheil. Er lernte den Schlagzeuger einer Amateurband aus Neukölln kennen. Zum ersten Mal in seinem Leben fuhr er nach Neukölln und freundete sich mit dem Bezirk und der Band an. 1967 folgte endlich eine Ausbildung. Groß- und Außenhandelskaufmann stand im Lehrvertrag der Weltfirma EDEKA. Die Jacob-Fugger-Berufsschule befand sich in Schöneberg. Die EDEAK-Zentrale bedauerlicherweise in Wit-tenau. Am Nebentisch in seinem Klassenzimmer saß Klaus Hoffmann, dessen Begeisterung für die Ausbildung sich in ebensolch engen Grenzen hielt wie bei Ed Koch, pardon: damals nannte man ihn noch Wolfgang. Bald schon organisierte er die Schulfeten, bei denen natürlich Klaus Hoffmann, der damals noch Klaus-Dieter Hoffmann hieß, auftrat.

Seine Parallelgesellschaft aber befand sich in Neukölln, wo sonst. Er zog, inzwischen „Manager“ der Band „Selected Four“ als fünfter Mann durch die Clubs in Berlin. Eines Tages versuchte er den Leiter des Jugendclubs „Bungalow“ am Mariendorfer Damm davon zu überzeu-gen, dass seine Band die richtige wäre, um die Kids zum Tanzen zu bewegen. So war es tatsächlich. Die „Selected Four“ wurden Haus-band des Jugendclubs und Koch übernahm zuerst die Programmge-staltung, dann die Geschäftsführung und 1970 den ganzen Laden. 1967, also vor fast 40 Jahren, begann damit seine ehrenamtliche Tätigkeit in Tempelhof, seiner neuen Heimat. Während der Ausbil-dung managte er bis zu vier Bands, gründete eine Pseudofirma, die sich COOHN-Production nannte, eine Kombination aus der engli-schen Übersetzung seines Familiennamens Cook und dem Nachna-men seines Drummerfreundes Eckhard Hohn. Jedoch Firma ohne Firma zu sein, fand auch damals schon das Finanzamt gar nicht komisch, zumal wenn Minderjährige dahintersteckten. Zu dieser Zeit wurde man nämlich erst mit 21 volljährig. Da Coohn inzwischen in der Szene eingeführt war, aber Production den Fiskus auf den Plan rief, musste eine Lösung gefunden werden. Kochs Chef bei der EDEKA hieß Edgar Starke und war ebenso genial wie unsympathisch. Ein Manager eben, zu dem man aufschaute, schon weil er fast zwei Meter groß war. Wie er die Dinge bewältigte, hinterließ bei dem kleinen Lehrling Koch Bewunderung. Und das war die Lösung. Edgar. Was für ein Name? Wie geschaffen fürs Showbusiness. Das klingt nicht nur Englisch, sondern auch seriös. Also erhielt der nichtlänger Firmenna-me Coohn einen Vornamen, nämlich Edgar. Und so zog Edgar Coohn alias Wolfgang Koch von Spielort zu Spielort und versah meist über-müdet seinen Dienst bei der EDEKA. Er bestand dennoch mit Gut die Abschlussprüfung.

Einen Tag vor der mündlichen Prüfung spielten THE WHO im Theater des Westens ihre Rockoper Tommi. Das wäre zu spät geworden, meinte der auf solche Dinge achtende Vater Otto. Also flog Ed nach Hamburg, wo THE WHO zwei Tage vor der Prüfung auftraten. Die EDEKA hätte ihn gern behalten, aber sein Herz hing schon am Bun-galow. Dort gab es eigentlich nur Partys und Auftritte von Bands. Das interessierte ihn mehr. Eher beiläufig bekam er mit, dass der Bunga-low eine Einrichtung des Jugendamtes Tempelhof war. Plötzlich war er Mitarbeiter im Erziehungsdienst, was immer das sein mochte. Später absolvierte er sogar noch eine berufsbegleitende Ausbildung zum Erzieher, was seine ohnehin nicht besonders große Zuneigung zu Pädagogen eher noch schmälerte. Mit Frank Zander gründete er Anfang der 70er Jahre die IBB, womit nicht die Investitionsbank Ber-lin, sondern die Interessengemeinschaft Berliner Band gemeint war, eine Art kleiner Gewerkschaft, in der sich ein paar Dutzend Bands organisiert hatten, um der Willkür der Veranstalter bei der Gagenge-staltung zu begegnen. Koch war Vorsitzender, Zander Schriftführer des Vereins.

Die Zeit der unzähligen Amateurbands, die in Jugendfreizeitheimen auftraten, neigte sich ihrem Ende entgegen. Jetzt war Discomusik angesagt, war ja auch viel billiger als Live-Musik. Der Bungalow machte die Entwicklung mit. Und langsam und allmählich änderte sich auch das Programm des Bungalows. Damals war dann schon Uwe Januszewski mit dabei. Es gab Ausstellungen, Filmfestivals und Dis-kussionsveranstaltungen. Vieles von dem passte den CDU-Jugendstadträten der damaligen Zeit wenig. Und so entstand zwangsläufig nebenbei ein Geflecht von unabhängigen Vereinen und Gruppen, in denen Ed Koch ehrenamtlich mitwirkte. 1976 gründete er dann gemeinsam mit dem CDU-Mitglied Peter Mertin PAPER PRESS, weil sich das Jugendamt ständig quer stellte, wenn es um die Veröffentli-chung von Programmen des Jugendclubs ging, die etwas kritischer angesiedelt waren. Schuld an Kochs fast 40-jähriger ehrenamtlicher Tätigkeit und vor allem an der Gründung von PAPER PRESS, haben die Jugendstadträte von Tempelhof in den siebziger und achtziger Jahren.

Antifaschisti-sche Stadtrundfahrten, Gedenkstättenfahrten, Filmabende und Dis-kussionen. Damit konnte man damals noch Jugendliche in ein Frei-zeitheim locken. 1979 wurde der Trägerverein Paper Press e.V. gegründet, der auch heute noch zu Gedenkstättenfahrten einlädt.

Aber auch Jugendbegegnungsreisen gehörten zu den Angeboten, die entstanden. Das Jugendamt schickte Koch 1980 nach Norwegen, um dort eine Jugendbegegnung durchzuführen. Schon ein Jahr später verlor das Amt das Interesse am hohen Norden und Koch führte privat diese Begegnungen bis 1995 weiterhin durch. 1985 scheiterte ein zweiter Versuch, gemeinsam mit dem Jugendamt etwas aufzubauen. Es ging um eine Jugendbegegnungsreise in die USA. Das Jugendamt wollte lieber selbst als Veranstalter auftreten. Und so fanden zwei Reisen über den großen Teich statt, eine vom Jugendamt und eine weitere des Paper Press e.V. Das Projekt des Jugendamtes schlief bald wieder ein, Koch und „seine“ Vereine aber planen inzwischen die 35ste USA-Reise für Ostern 2007. 1988 wurde der zweite Trägerein gegründet, der CPYE e.V., der fortan für die Jugendreisen zuständig war. Ed Koch weiß gar nicht mehr, wie viele Vereine er mit ins Leben gerufen hat. Aber, es waren nie Eintagsfliegen. Kontinuität in der Arbeit ist für ihn das wichtigste Element.

Inzwischen ist Ed Koch 57 Jahre alt und etwas ruhiger geworden. Auch die nachfolgenden CDU-Jugendstadträte sind offener und ko-operativer gewesen, als ihre Vorgänger in Tempelhof. Und über seine jetzige Chefin, der Jugendstadträtin von Tempelhof-Schöneberg, Angelika Schöttler, kann sich Koch, was angenehme und konstruktive Zusammenarbeit anbelangt, überhaupt nicht beschweren. PAPER PRESS gibt es jetzt seit dreißig Jahren. Im sechsten Jahr erscheint die offizielle Zeitung des Jugendamtes Tempelhof-Schöneberg, KiTS, die Koch redaktionell betreut und mit einigen Kollegen des Jugendamtes herausgibt. So ändern sich die Zeiten.

Als er 1997 vom damaligen Jugendstadtrat Dietrich Schippel gebeten wurde, sich dienstlich um den Rocktreff zu kümmern, tat er dies sehr gern. In diesem Jahr durfte er das schon zum zehnten Male tun. Mit dem Rocktreff schließt sich der Kreis in Tempelhof, der 1967 mit dem Auftritt der „Selcted Four“ im Bungalow begann. Rock’n’Roll for ever. Am 1. Dezember 1976 erschien die erste Nummer von paperpress. Inzwischen sind es 417. Und im nächsten Jahr wird der/die 7.000ste Teilnehmer/in an den über 300 Reiseprojekten von Paper Press und CPYE seit 1979 erwartet. An jeder Nummer von PAPER PRESS hat er mitgearbeitet und mit ihm gut über 100 junge Leute in drei Jahr-zehnten, die Spaß am Schreiben hatten. Etwa 50 Ehrenamtliche haben seit 1979 mit ihm gemeinsam die Reisen von Norwegen nach Spanien, von den USA bis nach Russland und China begleitet. Im nächsten Jahr, das hat er schon vor längerer Zeit angekündigt, wird er nicht wieder für einen der drei Vorstandsposten beim CPYE kandidie-ren, aber natürlich dem Verein treu verbunden bleiben. Von PAPER PRESS wird er sich vorerst nicht trennen. Wenn er 2009 60 wird, will er mal darüber nachdenken. Ein Buch über sein bewegtes Leben, über die Reisen und vor allem interessanten Menschen, denen er begegnen durfte, wird er nicht schreiben. Es gibt genug Bücher.


Ed Kochs Lieblingsfoto, entstanden beim Interview für paperpress mit Sir Peter Ustinov 1988. Ustinov war zu einem Schulklassengespräch auch Gast im Jugendfreizeitheim Mariendorf, das Koch von 1980 bis 2000 leitete. 10 Jahre später trafen sich beide wieder und Ustinov signierte das Foto.

Etwas vergessen? Achja. 1998, fast 30 Jahre nach seinem Eintritt in die SPD, ist er wieder ausgetreten und seitdem parteilos. Grund: Die Bezirksgebietsreform in Berlin, obwohl ihm als in Schöneberg gebore-nen Tempelhofer gerade diese doch gefallen haben müsste. Befreundet ist er nach wie vor mit vielen SPD-Genossen von damals, vor allem mit dem SPD-Chef Michael Müller und dessen Vater Jürgen. Gemeinsam mit ihnen war er in der „legendären“ Abteilung 1, die stets mitbestimmte, wenn es um wichtige Positionen im Bezirk ging.

Und Privat? Er hat einen 32-jährigen Sohn namens Oliver. Und der ist sogar ehelich auf die Welt gekommen. Oliver wohnt in Neukölln, den Bezirk hatten wir doch schon mal, und ist Schauspieler. Na, wenigs-tens nicht Manager. Eds Vater starb 1989 kurz vor der Wiedervereini-gung, seine Mutter fünf Jahre später. Onkel, Tante und Cousine leben in Kloster Zinna, deshalb gibt es häufig im Hause Koch das Getränk dieses Ortes, den Zinnaer Klosterbruder, der zu DDR-Zeiten den Beinamen „Kommodenlack“ trug. Apropos Bruder: er hat zwei davon, die älter sind, einer lebt in Jüterbog, der andere in Lichterfelde.

Zwei Fragen will ich Ed aber doch noch stellen. Wann kümmert er sich eigentlich um seinen ganzen ehrenamtlichen Kram? Je nach Dienst-plan vormittags oder abends, und immer am Wochenende. 20 bis 25 Stunden in der Woche sind die Norm. Freut er sich denn wenigstens über das Bundesverdienstkreuz? Ja, sehr, vor allem, weil es Men-schen aus seinem ehrenamtlichen Umfeld für ihn beantragt haben. Und was er als besondere Ehre betrachtet, ist der Umstand, dass Klaus Wowereit ihm den Orden überreichen wird, den er nun auch schon seit 30 Jahren kennt. 1999 erhielt Koch schon einmal eine Auszeichnung und zwar den Ehrenpreis der Jugend- und Familienstif-tung des Landes Berlin. Jugendsenatorin Ingrid Stahmer überreichte den Preis samt Scheck über 6.000 DM mit den Worten: „Ich wusste gar nicht, dass Du Wolfgang heißt“

Schlusssatz: Zitat aus dem „Berliner Abendblatt“ vom 28. Mai 2003: „Mit mir kann noch eine ganze Weile gerechnet werden!“ Das ist Versprechen und Drohung zugleich.

Chris Landmann

Der Autor dieses Beitrages nahm 1996 als Jugendlicher an einer Reise in die USA teil. Schon ein Jahr später wurde er Projektleiter beim CPYE e.V. 1999 wurde er Vorsitzender des Paper Press e.V. und Chefredakteur der Publikation, 2002 zusätzlich Vorsitzender des CPYE e.V.


paperpress 418 – Dezember 2006

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Freunde,

nicht nur, dass ich nicht damit gerechnet hätte, je in meinem Leben das Bundesverdienstkreuz verliehen zu bekommen, die vielen Glückwünsche, die mich deswegen erreichten, haben mich ebenso erfreut, zumal die meisten hinzufügten, dass ich es auch wirklich verdient hätte. Auch wenn man mir das nicht zutrauen mag, mich hat das alles sehr verlegen gemacht. Ich schreibe lieber über andere und anderes und organisiere Projekte, als dass ich selbst im Fokus des Interesses stehen möchte. Ich bedanke mich hiermit bei allen sehr sehr herzlich für die freundlichen Zeilen und Telefonate. Ein alter Freund aus frühen Jahren, dem ich sozusagen über die Äther-wellen immer verbunden blieb, schrieb mir: „Mein Alter. habe gerade die MOPO gelesen, Du bekommst das Bundesverdienstkreuz am 8.12.: Ganz herzlichen Glückwunsch dazu!!!! Damals im Bungalow war mit Sicherheit NIE überhaupt der Gedanke daran… Haste vadient!!! Haste jut jemacht!!! Biste und bleibste AKTIV – und jesund, dit is wichtig!!!!!! Komm Du mal erst in mein Alter, denn weeßte, dit man RENTE ooooch jeniessen kann!!! Auf’s herzlichste, die „Konkurrenz“ von früher, aber immer noch der ALTE, Dein Nero Brandenburg.“

Aus einem weiteren Brief möchte ich kurz zitieren, den ich von Prof. Gert Weisskirchner, dem persönlichen Beauftragten des OSZE-Vorsitzenden zur Bekämpfung des Antisemitismus erhalten habe: „…ich werde fast täglich mit neuen Fällen von Antisemitismus und Rechtsextremismus in Deutschland und im gesamten OSZE-Raum konfrontiert. Es ist wichtig und unabdingbar, den Kampf gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit unermüdlich fortzuführen. Besonders gesellschaftliches Engagement aus der Mitte der Bevölkerung muss unterstützt und gefördert werden. Sie setzen sich seit vielen Jahren für die Aufklärung von Jugendlichen über den Nationalsozialismus ein. Seit 1979 organisieren Sie ehrenamt6lich Fahr-ten für Jugendliche nach Auschwitz und in weitere Gedenkstätten. Damit fördern Sie Toleranz und Demokratie und engagieren sich persönlich für die Gesellschaft. Ich möchte mich ganz persönlich für Ihren Einsatz bedanken. Hoffentlich ermutigen Sie mit Ihrem Engagement weitere Mitbürger aktiv zu werden. Machen Sie weiter so!“

Wegen der Koalitionsverhandlungen ist der Übergabetermin des BVK verschoben worden. Nun habe ich mich Anfang Dezember beim Regierenden Bürgermeister einzufinden. Dieses Datum ist mir deshalb besonders recht, liegt er doch ganz nah an dem Tag, an dem vor 30 Jahren die erste Nummer von paperpress erschienen ist. In unserer Dezember-2006-Ausgabe gehen wir natürlich auf dieses Ereignis noch besonders ein und drucken die Nr. 1 komplett als Anhang ab. Damals waren es nur vier Seiten und die Auflage betrug 50 Exemplare. Das reichte aus, um einige Politiker im Bezirksamt Tempelhof nervös zu machen. Das waren noch Zeiten. Einer hin-gegen freute sich über die Glückwünsche, die wir in der Nr. 1 an ihn richteten, nämlich der damalige Bezirksbürgermeister von Tempelhof, Siegmund Jaroch (CDU). Er war am 20. November 1976 50 Jahre alt geworden. Dreißig Jahre und 417 Ausgaben später, das schafft man ohne Taschenrechner, feierte er seinen 80sten Geburtstag. Und wie damals gratulieren wir Siegmund Jaroch sehr herzlich zu diesem besonderen Wiegenfeste. Der Kontakt zu ihm ist nie abgerissen. Vor allem aber bleibt die Erinnerung an einen sehr menschlichen und demzufolge beliebten Bürgermeister, der sich für die vom Paper Press e.V. und CPYE e.V. durchgeführten Jugendbegegnungsreisen engagierte und sie unterstützte, wo er nur konn-te.

Dies kann man von den damaligen Jugendstadträten in Tempelhof nicht gerade behaupten. Ich weiß, dass er auch heute noch paperpress anschaut und sich bestimmt über die eine oder andere politische Entwicklung amüsiert. Ihnen, lieber Herr Jaroch, wünsche ich sowohl persönlich wie auch im Namen aller Paper Press-Leute, besonders im Namen von Uwe Januszewski und Andreas Schwa-ger, alles erdenklich Gute, vor allem Gesundheit.

Ed Koch

Im Sonderteil Tempelhof-Schöneberg bringen wir ein Portrait über Siegmund Jaroch.

  
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