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"Ein feste Burg" - ufaFabrik ist 38 Jahre jung!

geschrieben von: Redaktion am 10.06.2017, 10:10 Uhr
paperpress542 
Im Luther-Jahr ist man immer wieder versucht, Bezug auf den Reformator zu nehmen. Als eine feste Burg im Berliner Kultur- und Sozialbetrieb hat sich die ufaFabrik in 38 Jahren etabliert. „Anstrengungen machen gesund und stark“, sagte einst Martin Luther. So gesehen, ist die ufaFabrik am Tempelhofer Teltowkanal kerngesund. Unter dem Begriff ufaFabrik versammeln sich unzählige Projekte und Vereine, ein Blick auf die Seite www.ufafabrik.de lohnt sich. Schon bevor ein Mensch auf die Welt kommt, könnte sich seine Mutter bei der Schwangerenberatung nützliche Informationen besorgt haben. Und wenn das Kind dann geboren wurde, kann es über die Kitas des Nachbarschaftszentrums, die Freie Schule, den Kinderbauernhof und den ufaCircus, über zahllose Angebote für Erwachsene eines Tages vom Pflegedienst betreut werden. Das nennt man wohl Rundumversorgung.

Die Geschichte der ufaFabrik ist spannend. Wir haben sie an dieser Stelle viele Dutzend Male erzählt. paperpress gehörte zu den ersten Medien, die 1979 über die Invasion von langhaarigen Aktivisten auf dem Gelände des ehemaligen Ufa-Kopierwerks in Tempelhof berichteten. Und wir haben uns gleich mit der örtlichen CDU angelegt, die über diese Art der Reaktivierung eines Filetgrundstücks gegenüber dem Ullsteinhaus gar nicht erfreut war. Während sich die Bezirks-SPD sehr schnell auf die Seite der jungen Leute schlug, hatte die SPD-Senatsebene gewisse Schwierigkeiten zu glauben, dass diese merkwürdig ausschauenden Menschen tatsächlich etwas aus den verkommenen Häusern auf dem Gelände zaubern könnten. 38 Jahre später stellt niemand mehr diese Fragen.

Vor allem die CDU hat schon lange ihren Frieden mit den ufa-Leuten gemacht, was sich bei der Geburtstagsfeier am 9. Juni wieder deutlich zeigte: Ex-Kultursenator Volker Hassemer war ebenso unter den Gästen wie Ex-Justizsenator Michael Braun, die Kulturstadträtin Jutta Kaddatz und der CDU-Fraktionsvorsitzende Matthias Steuckardt. Vielleicht habe ich jemand von der SPD übersehen, aufgefal-len ist mir an diesem Abend kein Sozialdemokrat.

Eine laue Sommernacht, worauf man Anfang Juni hätte hoffen können, erwartete die Besucher der zum Glück überdachten Sommerbühne nicht. Es war ziemlich frisch. Das Programm heizte jedoch die Besucher ein.

Allein wegen des Openings lohnt sich jeder Besuch im Sommertheater, wenn Terra Brasilis auf die Pauke hauen. Ein Maximum an Aufmerksamkeit ist somit gewährleistet. Und dann kommt Er. Ein feste Burg ist unser Juppy. Juppy Becher, schwarzer Anzug, schwarzer Hut, weißer Hund. Er ist das bekannteste Mitglied der Kommune und von Anfang an dabei, wie Sigrid Niemer, mit der er den Vorstand des „Internationalen KulturCentrums ufa Fabrik“ anführt. Frido Hinde leitet seit April 2016 die IKC-Geschäfte, nach-dem er vorher schon in diesem Bereich tätig war. Im März letzten Jahres starb Rudolf Brünger, einer der ufa-Gründer, der ganz wesentlich zum heutigen Erscheinungsbild des Unternehmens beigetragen hat. Ihm hat die ufaFabrik unendlich viel zu verdanken. Der 33-jährige Frido ist ein Kind der ufaFabrik. Als Sohn eines der Mitbegründer lebte er auch hier.

Nach der Begrüßung der Gäste durch Juppy und Frido ging es dann zur Sache. Als jemand, der schon einiges auf der Sommerbühne gesehen hat, u.a. die Anfänge von „Kackbratze“ Kurt Krömer, war der Auftritt des ufaFabrik-Circus mit Ausschnitten aus dem Programm „Underground Championship“ überwältigend. Frei nach dem (Achtung Roter Faden) Luther-Zitat: „Die Jugend soll nicht traurig sein, sondern heiter und fröhlich“, präsentierten die Kids eine Artistik-Show, die sich mit jeder professionellen messen lassen kann. Was für wunderbar motivierte und talentierte junge Leute, die jonglierten, tanzten und sangen, eingebettet in rockige Musik. Und das alles spielte sich in einem U-Bahn-Abteil ab. Bei jeder Station stiegen einige aus und andere kamen hinzu. Sogar auf den Fahrkartenkontrolleur der BVG wurde nicht verzichtet. Dem wurde allerdings ziemlich klar gesagt, dass man lieber schwarzfahren wolle. Viel-leicht zuckten die Gesichter der Unions-Vertreter an dieser Stelle etwas zusammen.

Juppy berichtet auf der Internetseite der ufaFabrik, wie alles begann: „Mit dem ufaFabrik Circus, der kein traditioneller Zirkus war, weil Varieté, Kabarett und Musik sein Programm bestimmten, ist 1979 in den Anfängen der ufafabrik eine Show entstanden: ‚Das zweite Leben der ufa‘. Die Artisten standen nicht etwa ratlos unter der Circuskuppel, sondern es ge-lang ihnen, mit Witz und Fantasie ihr mit Lebensfreu-de gepaartes Gemeinschaftsgefühl auf das Publikum zu übertragen.

Die Begeisterung der Artisten wirkte so ansteckend, dass die ersten Workshops in Jonglage, Zauberei, Akrobatik und Clownerie entstanden. Wichtig war dabei, dass einige die Rolle des Zuschauers aufgaben, um selbst aktiv zu werden - ob als Bildhauer, Musiker, Clown oder Sportler. Denn aktiv Kultur zu betreiben ist die beste Voraussetzung um zu lernen, seinen Nächsten zu achten! Mit dieser Erkenntnis und dem Wissen, dass Kultur nicht auf der Opern-bühne beginnt sondern bei den Kindern, haben wir parallel zum Abendprogramm den Kindercircus ge-gründet, mit vielen Mitspielnummern und Anregungen zum Selbermachen – Circus zum Anfassen – ein Spaß für Jung und Alt!

Seit 1987 heißt es regelmäßig ‚Bühne frei!‘ für das Festival ‚Berliner Kinder im Rampenlicht‘. In Zusammenarbeit mit Artisten und Musikern der ufafabrik präsentieren zweimal pro Jahr über 120 junge Berliner Talente von vier bis 16 Jahren eine fulminante Show, in der jeder einzelne sein Bestes gibt. Das Kompliment des Publikums heißt ‚eine tolle Show!‘ Doch das Wertvollste für die jungen Artisten steckt in dem Gefühl, etwas Herausragendes geleistet zu haben und einmalig zu sein."

Nach der Pause blieb einem erneut der Mund vor Staunen und Begeisterung weit offen stehen, als Sammy Tavalis mit seinem Ensemble aus Artisten und Musikern die Bühne betrat.

„Es rockt, es bebt, es verzaubert! Musik, Artistik und Komik! In sanftem Adagio und zugleich mit ungebremster Kraft verschmelzen die Genres zu einem Gesamtkunstwerk. Sammy Tavalis und sein Ensemble, bestehend aus lauter künstlerischen Multitalenten, zeigen eine Show voller Spielfreude, die mit artistischen und musikalischen Meisterleistungen aufs Höchste begeistert: All4One!

Sammy Tavalis, Musiker, Mime, Komiker und Kopf dieser Truppe, präsentiert einen Abend, der neben artistischen Höchstleistungen sprichwörtlich großen Wert auf den guten Ton legt. Die Künstler zeigen hundertprozentigen physischen Einsatz und verstehen es gleichzeitig mit ihren Instrumenten musikalisch zu bestechen.“ Dieser Beschreibung aus der Programmankündigung schließe ich mich voll und ganz an, nicht ohne die Empfehlung auszusprechen, sich das Programm anzuschauen, anzuhören und mitzuerleben.
Ab dem 14. Juni ist das Programm „Haste Töne“ für vier Wochen jeweils mittwochs bis samstags um 20 Uhr, sonntags um 19 Uhr auf der Sommerbühne der ufaFabrik zu Gast. Preise zwischen 16 und 22 Euro, ermäßigt 12 Euro. Karten können direkt in der ufaFabrik (Eingang Info) erworben werden, montags bis samstags zwischen 10 und 18 Uhr, sonntags zwischen 14 und 18 Uhr. Und nach dem Kartenkauf empfehle ich einen Besuch im Café Olé! Bleibt nur noch: „Eines guten Schreibers Amt ist, dass er auf-höre, wenn man ihn am liebsten liest.“ Natürlich Luther, aber leicht verändert von

Ed Koch

  
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