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Verlogene Debatte um Tegel

geschrieben von: Redaktion am 25.06.2017, 09:29 Uhr
paperpress542 
Es geht in der Diskussion um die Offenhaltung von TXL schon längst nicht mehr darum, dass der BER schon zu klein sein könnte, wenn er irgendwann nicht nur für Panda-Bären öffnet. Es geht – wie häufig bei Fragen dieser Art – um Ideologie und Propaganda. So war es auch bei den Randbebauungsplänen von Tempelhof. Kein klar denkender Mensch, der die Zukunft Berlins im Blick hat, konnte gegen eine Randbebauung von Tempelhof sein. Alles, was auf dem Feld jetzt stattfindet, hätte auch nach der Bebauung mit tausenden von Wohnungen am Tempelhofer Damm veranstaltet werden können.

Andererseits hätte man Tempelhof als Airport nicht schließen müssen, weil Berlin ganz gut auch drei Flughäfen vertragen hätte. Eine Spartenaufteilung wäre möglich gewesen. Nun gut, man (Bund-Berlin-Brandenburg) hat sich für einen Single-Airport in Schönefeld entschieden. Dieses Konzept hat durch-aus Vorteile, vor allem für diejenigen, die umsteigen müssen. Völlig absurd, sich vorzustellen, dass jemand, der in Schönefeld landet, nach Tegel muss, um von dort aus weiterfliegen zu können, vielleicht noch an einem Freitagsnachmittag. Viel Spaß.

Die FDP ist mit dem Tegel-Thema wieder ins Abgeordnetenhaus eingezogen. Man kann der FDP viel vorwerfen, aber nicht, dass sich erwartungsgemäß die AfD ihrer Position angeschlossen hat. Vor derartigen Umarmungen ist leider niemand sicher. Nun muss Sebastian Czaja das Ding bis zum bitteren Ende durchziehen, soll heißen bis zum Volksentscheid am 24. Und diesen Volksentscheid gewinnen die Offenhalter aus derselben Motivation heraus wie damals bei Tempelhof, nämlich dem Senat eins mit-geben zu können. In Berlin haben wir seit langem das Protestpotenzial, das solche Ergebnisse möglich macht. Ich äußere mich an dieser Stelle nicht über Zugereiste.

Und die CDU? Generalsekretär Stefan Evers sagte am 9. Juni dem Tagesspiegel: „Ich bin für die Offen-haltung von Tegel.“ Und die Landesvorsitzende Monika Grütters ist laut Tagesspiegel, für eine „breite und ehrliche Debatte“ über die Zukunft von Tegel. Das ist hübsch gesagt. Ich bin auch für Schnee an Heilig Abend und warmes Wetter von Juni bis Oktober. Noch bis zum 30. Juni haben die CDU-Mitglieder die Möglichkeit, ihrer Parteiführung zu sagen, was sie über die Offenhaltung von Tegel denken. Mit Mehrheit werden sie ihrem General folgen und dafür sein.

Dass Parteien ihre Mitglieder befragen, wenn es um Spitzenkandidaten geht, halte ich für legitim, ja geradezu erforderlich. Michael Müller wäre als Parteichef der SPD 2012 nie abgewählt worden, wenn man die Mitglieder befragt hätte. Nur durch einen völlig anders tickenden Parteiapparat konnte Jan Stöß Chef werden. Als 2014 dann die Mitglieder entscheiden durften, zeigte sich die Meinung der Mitglieder deutlich: Müller erreichte 60 Prozent, seine beiden Kontrahenten Stöß und Saleh zusammen gerade mal 40 Prozent. Schnee von gestern. Ja. Man muss gelegentlich aber daran erinnern.

Sachfragen haben die Parteigremien zu entscheiden. Dazu sind sie da. Ich finde es blamabel für die CDU, immer dann, wenn es kritisch wird, die Mitglieder die Kastanien aus dem Diskussionsfeuer holen zu las-sen. Das war bei der Ehe für alle so und jetzt bei Tegel.

Im Tagesspiegel lese ich heute (25.06.2017) folgen-de Überschrift in Verbindung mit dem Namen Thomas Heilmann: „Unvermögen und Vertuschung kommen ins Rampenlicht.“ Ich dachte: Aha. Jetzt klärt Heilmann auf, wie sich alles um seine Bundestageskandidatur in Steglitz-Zehlendorf abgespielt hat. Aber nein, es geht um Tegel. Warum sich Herr Heil-mann berufen fühlt, zu diesem Thema etwas zu sa-gen, verstehe ich nicht. Da hätte man doch den Reinickendorfer Bundestagsabgeordneten Dr. Frank Steffel fragen müssen. Er muss schließlich seinen Wählern, die rund um TXL wohnen, erklären, warum weiterhin Flugzeuge an ihren Fenstern vorbei oder über den Kaffeetisch rauschen.

Wer sich für die Ansichten von Thomas Heilmann interessiert, kann sie hier nachlesen:
http://www.tagesspiegel.de/berlin/cdu-politiker-heilmann-zum-streit-um-tegel-unvermoegen-und-vertuschung-kommen-ins-rampenlicht/19974734.html

Einen Aspekt in dem Interview finde ich allerdings interessant. Auf längere Zeit wird man eine dritte Startbahn benötigen. Diese könnte nach Ansicht von Heilmann im 40 km entfernten Sperenberg gebaut werden. Die Passagiere würden dann per Bahn von Schönefeld dorthin gebracht werden. Während Spe-renberg für die Langstrecke 24 Stunden geöffnet sein könnte, hätte Schönefeld von 00 bis 06 Uhr Pause. Klingt nicht schlecht, oder…?

Ed Koch

  
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