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Gute Opportunisten - Schlechte Opportunisten

geschrieben von: Redaktion am 06.07.2017, 17:22 Uhr
paperpress543 
Erklären wir zu Beginn den Begriff Opportunismus: „Ein Opportunist ist im allgemeinen Sprachgebrauch eine Person, die zweckmäßig handelt, um sich der jeweiligen Lage anzupassen und einen Vorteil daraus zu ziehen. Opportunismus wird häufig mit politischem und sozialem Bezug als grundsatz- oder charakterloses Verhalten beschrieben.“ Quelle: wikipedia

Für mich gibt es gute Opportunisten, die zweckmäßig handeln, um sich der jeweiligen Lage anzupassen, und selbst wenn sie einen Vorteil daraus ziehen, ist das nicht ehrenrührig.

Hier zwei Beispiele: 1. Frank Steffel, gegenwärtig Reinickendorfer CDU-Bundestagsabgeordneter, mit sehr großen Chancen, am 24. September direkt wieder gewählt zu werden: „Die Abstimmung über die Zukunft Tegels erfolgt zur falschen Zeit. Priorität hat die Öffnung des neuen Flughafens und in den sechs Monaten danach.“ 2. Kai Wegner, ebenfalls CDU-Bundestagsabgeordneter, der seinen Wahlkreis Spandau auch wieder direkt gewinnen wird: „Im Na-men des Kreisvorstands der CDU Spandaus möchte ich Sie eindringlich bitten, im Interesse Spandaus mit NEIN zu stimmen.“ Quelle: BZ

Die Einwohner von Reinickendorf und Spandau sind vom Flughafen Tegel am meisten in Berlin betroffen, dennoch haben in Spandau 67 % und in Reinicken-dorf 83 % der CDU-Mitglieder, die sich an der Ab-stimmung über die Offenhaltung Tegels beteiligt haben, mit Ja votiert. Steffel und Wegner wissen aber, dass es in Reinickendorf und Spandau nicht nur CDU-Mitglieder gibt. Ihre Worte gegen die der Landesvorsitzenden Monika Grütters haben Gewicht in der Partei. Da spielt es keine Rolle, wenn der CDU-Generalsekretär Stefan Evers sagt: „Meinungsvielfalt gehört zu einer lebendigen Volkspartei. Nur wenn wir die Schwierigkeiten bei einer Offenhaltung Tegels ernst nehmen, finden wir die richtige Lösung.“ Nichtssagender kann man eigentlich nichts sagen.

Der Spandauer Beschluss gegen die Meinung der CDU-Basis wiegt schwer, ist doch Kai Wegner jetzt einer von vier Stellvertretern von Monika Grütters, die nicht nur für die Ehe für alle mit Ja und damit gegen Merkel und Kauder gestimmt hat, sondern auch für die Offenhaltung Tegels. In der CDU macht ja wirklich jeder, was er will. Aber vielleicht hat Kai Wegner Frau Grütters immer noch nicht verziehen, dass sie ihn als Generalsekretär abberufen hat. Frank Steffel hingegen gehört dem neuen Landes-vorstand als Vize nicht mehr an. Schwierige Gemengelage.

Kommen wir nun zu den schlechten Opportunisten, jene mit charakterlosem Verhalten. So drastisch muss man es leider sagen. Immer für die Schließung Tegels gewesen zu sein und nun umzuschwenken, ist geradezu erbärmlich. Zumal sich außer der Stim-mung bezüglich des Tegel Airports nichts an den Fakten für eine Schließung verändert hat.

Zum Schluss noch ein paar Zahlen. Es ist falsch, wenn behauptet wird, dass 83 Prozent der CDU-Mitglieder für die Offenhaltung Tegels gestimmt hät-ten. 4.355 von rund 12.000 Mitgliedern haben sich an der Abstimmung beteiligt, das sind 36 Prozent. 3.614 haben mit Ja gestimmt. Wer auch nur einigermaßen den Dreisatz beherrscht, kommt auf das Ergebnis, dass gerade einmal 30 Prozent der CDU-Mitglieder Pro-Tegel votiert haben. Herzlichen Glückwunsch zu dieser imposanten Meinungsäußerung.

Von den 3.614 CDU-Mitgliedern, die mit Ja gestimmt haben, sind 86 Prozent Frauen und 81 Prozent Män-ner, 81 Prozent sind zwischen 16 und 29 Jahre alt, 77 zwischen 30 und 44, 80 zwischen 45 und 59 und 87 Prozent ab 60 Jahre. Den höchsten Wert also in einer Altersgruppe, die offenbar ständig irgendwo hinfliegen will.

Interessant auch die Zustimmungswerte aus den Bezirken. Je weiter Tegel entfernt und Schönefeld näher liegt, desto höher der Wunsch nach der Offen-haltung von TXL. Steglitz-Zehlendorf 89 Prozent, Tempelhof-Schöneberg und Neukölln 87. Ein weite-rer Fall von grobem Opportunismus. Hauptsache Tegel bleibt offen, dann fliegen nicht so viele im Süden herum. Immer nach dem Motto: „Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht!“ Pankow und Spandau erreichen mit jeweils 67 Prozent die geringsten Zustimmungswerte.

Wie auch immer, das Meinungsbild, das sich die CDU von ihren Mitgliedern hat zeichnen lassen, ist nicht viel wert. Der Glaubwürdigkeitsverlust, den sich die CDU beschert hat, ist hingegen gewaltig.

Ed Koch

  
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