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Beiträge: Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz

geschrieben von: Redaktion am 26.11.2006, 09:44 Uhr
paperpress539 
Bericht von der Gedenkstättenfahrt des SPD-Landesverbandes Berlin mit Paper Press Studienreisen im November 2006
Das Tor zur Hölle in Auschwitz-Birkenau. Auf über eine Million Menschen, die dieses Tor passierten, wartete der Tod. Entweder wurden sie kurz nach der Ankunft gleich in die Gaskammern geschickt oder starben an Hunger, Kälte, Krankheiten. Drei Monate war die „durchschnittliche Überlebensdauer“ eines KZ-Häftlings in Auschwitz. Kann man die Geschichte nicht endlich ruhen lassen? Kann man das Ge-schehene, das immer noch etliche Unbelehrbare zu leugnen meinen, nicht zu den Akten legen? Muss man dort immer wieder hinfahren und sich das ansehen und antun? JA, man muss. Immer und immer wie-der, um immun zu werden gegen jeden Versuch, gegen jedes Argument der Neonazidummköpfe, die wieder in unseren Parlamenten sitzen, zu rechtfertigen, was nicht zu rechtfertigen ist. Zur Pflicht jeden Deutschen müsste es gehören, wenigstens einmal in seinem Leben die Gedenkstätte in Auschwitz besucht zu haben. Nicht nur Jugendliche, alle.

Der SPD in Berlin, stellvertretend seien die Namen Harry Ristock und Alfred Gleitze genannt, ist es zu verdanken, dass schon sehr früh nach Gründung gleich zweier neuen Deutschlands, Gedenkstättenfahrten, vor allem nach Polen, angeboten wurden. Wenn man sich intensiver mit der polnischen Geschichte des 20sten Jahrhunderts beschäftigt, kann man als Deutscher vor Scham nur im Boden versin-ken. Den Russen muss es genauso ergehen, was keine Entschuldigung ist. Wobei sich „West“-Deutschland um Aussöhnung nach dem Krieg – größtenteils erfolgreich – bemüht hat, während die kommunistischen Brüder und Schwestern im Ostteil Deutschlands, also die unmittelbaren Nachbarn, und die Sowjets eher eine Bürde darstellten. Gedenkstättenfahrten bieten viele Organisationen an, für Jugendliche und Erwachsene. Als Michael Müller 1995 noch Bezirksverordneter in Tempelhof war, wollte er in seinem Abteilungsbereich an die legendä-ren Gedenkstättenfahrten von Harry Ristock anknüpfen. Gemeinsam mit dem Paper Press e.V. der schon seit 1979 Erfahrungen mit Fahr-ten zu Gedenkstätten hatte, lud er zu einer Reise in die dunkelste Vergangenheit Deutscher Geschichte ein. Von Anfang an richtete sich das Angebot an alle Interessenten. Die Mitgliedschaft in der SPD war und ist keine Voraussetzung. 14 Fahrten, meistens im Mai, fanden bisher statt. Als Michael Müller SPD-Landesvorsitzender wurde, bat er den Paper Press e.V., auch die Gedenkstättenfahrten des Landesverbandes zu organisieren. Im letzten Jahr reisten 100 Menschen, unter-schiedlichsten Alters, nach Krakau und Auschwitz. Das Interesse war so groß, dass eine weitere zusätzliche Fahrt neben denen, die weiter-hin im Mai stattfinden, 2006 angeboten wurde. Erneut fuhren zwei voll besetzte Busse in Richtung Südost nach Krakau und besichtigten Auschwitz und Birkenau.

An der Erschießungsmauer zwischen den Todesblöcken 10 und 11 legten die Mitglieder des SPD-Landesvorstandes Dr. Eckhard Wildegans (links) und Horst Porath einen Kranz nieder und hielten anschließend eine Gedenkminute für die Opfer ab. Die Grausamkei-ten, die die Vertreter der „Herrenrasse“ hier an unschuldigen Men-schen verübten, lassen sich in Worte kaum fassen. Auch wenn man sich im Keller des Block 11 befindet, kann man nur erahnen, was hier geschehen ist. Dr. Johannes Tuchel, der Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, der die Teilnehmer/innen dieser Fahrt vorbe-reitete, sagte, dass auch wenn die Sonne scheint und die Temperatu-ren angenehm sind, er in Auschwitz immer friere.

Die Gedenkstättenfahrt insgesamt gliedert sich in drei Bereiche, gleichzusetzen mit den drei Programmtagen. Im ersten geht es um das historische Krakau mit dem größten erhaltenen Marktplatz in Europa, den Tuchhallen, der Marienkirche, der Universität und dem Wawelschloss. Der zweite Tag ist für Auschwitz und Birkenau vorgesehen und am dritten Tag beschäftigt sich das Programm mit dem Jüdischen Krakau, das Getto auf der gegenüberliegenden Weichselseite mit der Adler-Apotheke und der Fabrik von Oskar Schindler sowie der jüdischen Stadt Kazimierz. Der spätere Stadtteil von Krakau war einst eine Stadt des blühenden jüdischen Lebens. Alle Bewohner wurden von den Nazis deportiert und ermordet. Heute leben zwischen 150 und 300 Juden wieder in Kazimierz. Zu einer größeren Neuan-siedlung kam es nach dem Zweiten Weltkrieg nicht, weil man leider auch darauf hinweisen muss, dass es in Polen einen latenten Antisemitismus gab und noch gibt. Kazimierz ist heute ein Treffpunkt mit vielen schönen Restaurants und Kneipen. Die Geschichte begegnet einem an jeder Ecke.

Hinweise auf künftige Gedenkstättenfahrten

Vom 8. bis 12. Mai 2007 lädt Michael Müller wieder gemeinsam mit dem Paper Press e.V. zu einer Gedenkstättenfahrt nach Krakau, Auschwitz und Birkenau ein. Infos unter www.paper-press.de oder Telefon: 701 786 40. Für den Herbst 2007 ist eine Fahrt nach Warschau und Majdanek geplant. Die Ausschreibung erfolgt im Janu-ar/Februar 2007.

  
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