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Die Lunte ist gelegt

geschrieben von: Redaktion am 12.08.2017, 07:51 Uhr
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Das sind die beiden derzeit gefährlichsten Männer der Welt: der nordkoreanische Diktator und „Oberste Führer“ eines der letzten kommunistischen Länder, Kim Jong-un, und der „Führer der freien Welt“, US-Präsident Donald Trump. Die verbale Eskalationsstufe zwischen den beiden hat eine nie zuvor dagewe-sene Dimension erreicht. Sie drohen sich offen mit dem Einsatz von Raketen, nicht ausgeschlossen, dass sie atomare Sprengköpfe tragen. Kim und Trump haben die Lunte gelegt und stehen auf der Zündschnur, das Feuerzeug in der Hand.

Nord-Korea, 120.538 qkm groß, 24 Mio. Einwohner, Bruttosozialprodukt je Einwohner 783 US-Dollar – gegen die Vereinigten Staaten von Amerika, 9.826.675 qkm groß, 323 Mio. Einwohner, Bruttosozialprodukt je Einwohner 57.342 US-Dollar.

Niemand in der Welt würde über Nord-Korea sprechen und es erst recht nicht ernst nehmen, wenn es nicht über ein Atomprogramm verfügte, das gegebenenfalls eingesetzt werden könnte. Natürlich ist Kim verrückt, kein normaler Mensch würde einen militärischen Konflikt mit den USA anzetteln. In Trump hat Kim aber sein Pendant gefunden, das ohne nachzudenken auf alles reagiert, was aus Pjöngjang in die Welt geblasen wird. Eine Drohung von Kim der Stufe Eins beantwortet Trump mit einer Gegendrohung der Stufe Zwei. So fing es an. Ich glaube, dass wir inzwischen bei der Stufe Zehn sind, auf der nach oben offenen Bedrohungsskala.

In einer RTL-Unterhaltungsshow mit Gottschalk und Jauch wird im Finale ein großer Ballon mit Luft gefüllt, immer dann, wenn ein Kandidat eine Frage richtig beantwortet hat. Niemand weiß, wann der Ballon platzt. Aber er platzt. Der Bedrohungsballon von Kim und Trump ist schon prall gefüllt. Jederzeit kann er platzen. Und dann? Beide haben die Möglichkeit, auf ihre roten Knöpfe zu drücken. In einer Diktatur ist das nicht verwunderlich. Die Machtfülle des Präsidenten der Demokratie USA ist erschreckend. Trump hat nicht die Macht, innenpolitisch auch nur ein Thema durchzusetzen, kann aber fast ungehindert auf den Atomknopf drücken. Man kann nur hoffen, dass sich im Ernstfall einer der Generäle dazwischen wirft.

Der Dritte Weltkrieg stand in der Mitte des letzten Jahrhunderts einige Male fast unmittelbar bevor. 1948/49 Berlin-Blockade, 1958 Chruschtschow-Berlin-Ultimatum, 1962 Kuba-Krise. Die Auseinandersetzung zwischen den USA und der Sowjetunion hätte sich in Berlin abgespielt. Auf uns wäre die erste Bombe gefallen. An kaum einem anderen Ort der Welt hätte ein dritter Weltkrieg irreparable Zerstörungen angerichtet. Damals jedoch waren die jeweiligen Machthaber Truman und später Kennedy auf der einen Seite und, bei allem, was man sonst über sie sagen kann, Stalin und danach Chruschtschow auf der anderen Seite letztlich besonnene Menschen, die wussten, dass der Dritte Weltkrieg der letzte auf diesem Planeten hätte sein können.

Nun, der aktuelle Konflikt wird sich nicht auf deutschem Boden abspielen, sondern weit entfernt im Pazifik. Das kann uns jedoch nicht beruhigen. Wie schnell kann eine Eskalation zwischen den USA und Nord-Korea zum Flächenbrand werden, bei dem niemand verschont wird. Dass der Schlüssel zur Entschärfung dieser (noch) Verbalschlacht in Peking liegt, ist bekannt. Nicht bekannt ist, ob die chinesische Führung rechtzeitig eingreift. Einem offenbar unter erheblichen psychischen Problemen leidenden Menschen wie Kim Jong-un, muss man anders begegnen als es Trump für richtig hält. Trump hält sich an keine Gepflogenheiten. Er spricht mit niemand seine nächsten Tweets ab, er stellt sich keinen Pressekonferenzen, nimmt selbst von der „mächtigsten Frau der Welt“ keine wirklich guten Ratschläge an.

Ich will Ursache und Wirkung nicht verklären. Kim ist der Hauptschuldige in dem Drama. Trump jedoch stellt die größere Gefahr da. Ob Kim jemals irgend-wohin eine Atombombe schicken kann, ist fraglich. Trump kann es. Die Regierungsmitglieder in Washington sehen offenbar ebenso hilflos dem Treiben ihres Präsidenten zu, wie der Senat und das Repräsentantenhaus. Demokratische Regularien, um den Präsidenten zu stoppen, scheint es nicht zu geben. Der nächste Friedensnobelpreisträger wird derjenige sein, der Trump das Smartphone wegnimmt.

Ed Koch

  
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