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1.000-mal KiTS-Newsletter

geschrieben von: Redaktion am 05.10.2017, 13:06 Uhr
paperpress546 
Es gibt kaum ein anderes Jugendamt, das seit so langer Zeit kontinuierlich mit einer eigenen Publikation und einem E-Mail-Newsletter über seine Arbeit berichtet, wie das in Tempelhof-Schöneberg. Sollte es aber Berlin- oder Deutschlandweit ein weiteres geben, würden wir natürlich auch darüber berichten. Die Geschichte von KiTS erzählt Ed Koch.

Im Sommer des Jahres 2001 stellte mir die Kita-Beraterin Hedi Müller ein Projekt vor, von dem sie ganz begeistert war. Eine Zeitung des Jugendamtes für das Jugendamt und für alle, die mit dem Jugendamt zu tun haben. Für jemand, der ab seinem dreizehnten Lebensjahr ständig bei irgendwelchen Zeitschriften dieser Art mitwirkte, rannte sie natürlich bei mir offene Türen ein. Aber auch bei anderen, bis hin zum Stadtrat, der damals Klaus-Ulrich Reipert hieß. Im September 2001 erschien die Nr. 1 von KiTS – Kinder und Jugendliche in Tempelhof-Schöneberg. Die Redaktion bestand aus Mitarbeiter/innen aus dem Tagespflegebereich und der Jugendförderung.

Im Vorwort der ersten Ausgabe schrieb Stadtrat Reipert: „Es gibt wirklich genug zu lesen: Rundschreiben, Dienstblätter, Vermerke, Berichte, Protokolle, Fachzeitschriften….Warum also ein weiteres Druckwerk? Ganz einfach. Weil neben dem Erwähnten noch etwas fehlt. Eine Publikation für Sie von Ihnen.“

Glaube niemand, dass eine Welle der Begeisterung durch die Gänge des Jugendamtes wehte. Was soll das, was kostet das, wozu überhaupt, waren die wenig motivierende Anmerkungen einiger Kolleginnen und Kollegen. Aber, der Fankreis von KiTS wuchs und wuchs. Lag die Auflage anfangs bei 1.000 Exemplaren, waren es bald 2.500. Gelesen wurde KiTS in den Einrichtungen des Jugendamtes und der freien Träger, aber auch weit darüber hinaus. Vor allem auch in den politischen Gremien des Bezirks und bei anderen Medien.

Von Anfang an war klar, dass in die Arbeit von KiTS auch alle Akteure mit eingebunden werden müssen, die direkt oder indirekt mit dem Jugendamt zu tun haben. So war über lange Jahre die KiTS-Redaktion eine bunte Mischung aus Kolleginnen und Kollegen aus allen Bereichen des Jugendamtes und der freien Träger. Es gab kein Thema, das nicht in KiTS seinen Widerhall fand. Eine Zensur durch die Jugendamtsleitung fand nie statt. In den meisten Fällen lasen die Stadträte die Artikel in KiTS erst in der bereits gedruckten und verteilten Auflage. Das setzte natürlich ein hohes Maß an Vertrauen voraus. Und dieses herrschte und herrscht im Tempelhof-Schöneberger Jugendamt, im Gegensatz zu vielen anderen Ämtern, wie mir immer wieder berichtet wurde.

Vierteljährlich erschien die Druckausgabe von KiTS regelmäßig bis 2013. Danach gab es weitere Ausgaben, allerdings leider nicht mehr regelmäßig und in immer größer werdenden Abständen. Schuld hat natürlich der Autor dieses Beitrages, weil er Anfang 2014 in den Ruhestand ging. Bis heute ist seine Stelle – Öffentlichkeitsarbeit – nicht neu besetzt worden. Eine Reihe von Kolleginnen und Kollegen hat aber neben ihren anderen Aufgaben, die kleine KiTS-Fahne hochgehalten, wobei an dieser Stelle ein besonderer Dank Thomas Moser gilt.

So wie der Abteilungsname rund um die Bezeichnung Jugendamt in den Jahren immer wieder wechselte, so fanden auch Wechsel an der Spitze des Jugendamtes statt. Alle Nachfolger von Stadtrat Reipert unterstützten weiterhin KiTS, ob Angelika Schöttler oder Oliver Schworck. Am 25. Mai 2007 wurde die Arbeit von KiTS er-weitert. Von da an wurden per E-Mail in unregelmäßigen Ab-ständen Newsletter versandt. Und heute erscheint nun der 1.000ste.

Die Frage, warum ein Jugendamt Newsletter und Zeitschriften herausgibt, stellen bis heute immer noch einige Leute. Es ist bei vielen offenbar die Angst vorhanden, dass andere etwas von ihrer Arbeit mitbekommen könnten. Nie war es deshalb einfach, Menschen, die für das Jugendamt oder freie Träger tätig sind, vorzustellen. Ich habe für diese restriktive Art nie Verständnis gehabt. Meine Meinung war und ist, dass gerade ein Jugendamt sehr offensiv auf sich aufmerksam machen muss. Das Jugendamt muss gegen das Negativ-Image, das ihm einige Medien immer wieder anheften wollen, vorgehen.

Das Jugendamt ist eben keine Behörde, die willkürlich den Eltern ihre Kinder wegnimmt. In hunderten von Fachbeiträgen wurden in KiTS die Aufgaben und Arbeitsweisen des Jugendamtes erklärt. Dabei wurde auch immer wieder auf die personellen und finanziellen Probleme hingewiesen. Vor allem der frühere Jugendamtsdirektor Wolfgang Mohns, der von Anfang an Mitglied der KiTS-Redaktion war, nahm kein Blatt vor den Mund, wenn es darum ging, den Senat an seine Pflichten gegenüber den Kindern, Jugendlichen und ihren Familien zu erinnern.

Die Berichterstattung in den Medien über die Jugendämter reduziert sich oft auf Einzelvorgänge, die den Eindruck erwecken, es werde willkürlich in das elterliche Sorgerecht eingegriffen. So manchem Journalisten wäre zu raten, sich intensiver mit der Problematik zu beschäftigen. Schuldzuweisungen finden schnell statt, wenn „mal wieder“ ein verwahrlostes Kind in einer vermüllten Wohnung gefunden wurde, während die Mutter in der Kneipe saß. Warum hat das Jugendamt nicht rechtzeitig eingegriffen? Nun, Hellseher sind in dieser Behörde nicht beschäftigt. Und wenn es keine Hinweise gibt, kann das Jugendamt nicht tätig werden. Andererseits wird nicht jedes schreiende oder weinende Kind gerade von seinen Eltern misshandelt.

KiTS ist natürlich zu klein, um gegen die großen Schlagzeilen anzukommen. Wenigstens einem interessierten Leserkreis kann aber das eine oder andere Problem verdeutlicht werden.

KiTS ist inzwischen nicht mehr wegzudenken aus dem Alltag des Jugendamtes. Das Jugendamt erfüllt mit KiTS seine Pflicht gegenüber der Öffentlichkeit, nämlich über die eigene Arbeit zu berichten.

Ich hoffe, dass es noch viele KiTS-Newsletter gibt, die mich auch als „Ehemaligen“ weiter darüber informieren, was „mein“ Jugendamt macht. Und ich hoffe, dass es bald mal wieder eine KiTS-Zeitung gibt.

Ed Koch

von September 2001 bis Herbst 2013 verantwortlicher Redakteur von 48 KiTS-Zeitungen und vom 25. Mai 2007 bis 30. November 2013 von 764 Newslettern.

  
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