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Gedenktafel für Wolfgang Szepansky enthüllt

geschrieben von: Redaktion am 08.10.2017, 17:14 Uhr
paperpress546 
Kommt Ihnen diese Überschrift bekannt vor? Richtig. Denn in der Kreuzberger Methfesselstraße wurde am 7. Oktober 2017 erneut und nunmehr zum vierten Mal, eine Gedenktafel für den Widerstandskämpfer Wolfgang Szepansky (9.10.1910 – 23.8.2008) enthüllt. Die dritte Tafel war, wie die beiden Tafeln da-vor, von Unbekannten aus der Verankerung gerissen und im Februar 2017 zerstört worden. Sie war erst im Oktober des letzten Jahres angebracht worden.

Es widert einen an, dass es Menschen in dieser Stadt gibt, die immer wieder aufs Neue die Erinnerungskultur, die unserem Land und vor allem unserer Stadt gut zu Gesicht stünde, mit Füßen treten. An-statt alles dafür zu tun, dass sich die Katastrophe des so genannten „Dritten Reichs“ nicht wiederholt, verschwenden christliche Parteien ihre Zeit mit einer Diskussion über Heimat. Für die Millionen ermordeten Juden, Sinti, Roma, Homosexuellen, Kommunisten, Sozialdemokraten, Christen und anderen war Deutschland ihre Heimat. Sie waren bessere Deut-sche als jene, die glaubten, einer „Herrenrasse“ an-zugehören. Diese „Herrenmenschen“ legten unser Land und halb Europa in Schutt und Asche.

Wir leben in einer Zeit, in der im Deutschen Parlament ein Mann sitzt, der sagen darf, dass die Deutschen stolz auf „die Leistungen deutscher Soldaten“ im Ersten und Zweiten Weltkrieg sein dürfen. Die Zurechnungsfähigkeit dieses Rechtsaußen mit dem braunen Jackett und der Rassehundkrawatte sollte dringend überprüft werden. Gib es keinen Amtsarzt im Deutschen Bundestag? Wenn wir auf jemand stolz sein können, dann sind es Menschen wie Wolf-gang Szepansky, die sich entschlossen dem braunen Rassenwahn entgegenstellten.

In diesen Tagen, wo über 90 so genannte „Rechtspopulisten“ in den Deutschen Bundestag einziehen und mit unseren Steuergeldern alimentiert werden, fallen einem zwei Zitate ein, die einem Angst machen: George Santayana (1863-1952): „Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ Und Bertolt Brecht: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.“

Mit der Gedenktafel wird daran erinnert, dass Wolf-gang Szepanksky im August 1933 an der Begrenzungsmauer der damaligen Schultheiss-Brauerei die Worte „Nieder mit Hitler! KPD lebt! Rot Front!“ malte und so seinen illegalen Protest gegen das Naziregime zum Ausdruck brachte.

Mit Unterstützung des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg und vieler Initiativen wurde die neue Gedenktafel diesmal ins Mauerwerk eingelassen und mit Panzerglas gesichert. In Anwesenheit von fast 100 Menschen erklärte die Stadträtin für Finanzen, Umwelt, Kultur und Weiterbildung, Clara Herrmann (Bündnis 90/Die Grünen), wie wichtig es sei, das Gedenken an Antifaschisten, wie Wolfgang Szepansky, die nicht mehr als Zeitzeugen zur Verfügung stehen, zu wahren. Sie erinnerte daran, dass er mehr als 40.000 jungen Menschen mit seinen Erläuterungen und Erinnerungen aufzeigte, wie notwendig es sei, sich für Demokratie und Toleranz und den Erhalt des Friedens einzusetzen. Mit der erneuten Anbringung will das Bezirksamt ein Zeichen gegen den Rechtsruck, der sich in der Gesellschaft vollzogen hat, setzen. Gemeinsam mit der Szepanskys Tochter Regina und unter den Klängen des Sachsenhausenliedes enthüllte sie die Gedenktafel.

Gleichzeitig wurde die Methfesselstraße symbolisch in „Wolfgang Szepansky Straße“ umbenannt. Ein Zeichen, dass in den westlichen Bezirken Berlins noch zu wenige Straßen nach Personen des Wider-stands gegen das Hitlerregime benannt sind. Eine entsprechende Initiative sollte die Politik auf den Weg bringen. Und wenn auch in Kreuzberg gilt, dass Straßennamen nur nach Frauen benannt werden dürfen, dann wäre vielleicht „Gerda und Wolfgang Szepansky Straße“ die Lösung.

Ed Koch – Uwe Januszewski

  
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