Willkommen bei PaperPress Jugendpolitischer Pressedienst
suchen  
Hauptmenü  

Online  
Es sind 3 Besucher und 0 _MEMBER0 online..

Anmeldung

Sprachen  
Sprache auswählen:


  

Synagogen Neubau

geschrieben von: Redaktion am 18.11.2017, 10:37 Uhr
paperpress547 
Am 9. November teilte der SPD-Fraktionsvorsitzende Raed Saleh mit, dass er sich für den Wiederaufbau der Synagoge am Fraenkelufer einsetzen wolle. „Wer Schlösser wieder aufbaut, kann auch Synagogen wieder aufbauen“, so Saleh auf dem SPD Parteitag am 11. November 2017. Die „Jüdische Allgemeine“, herausgegeben vom Zentralrat der Juden in Deutschland, sieht die Initiative von Saleh kritisch. Ein am 16. November veröffentlichter Beitrag von Michael Wuliger ist über-schrieben mit: „Und noch `ne Synagoge – Oder: Je weniger Juden, desto größer das Gotteshaus.“

Der Autor versucht in seinem Artikel herauszufinden, was hinter der Initiative steckt. „Wenn also der Berliner SPD-Fraktionschef Raed Saleh vergangene Woche in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vor-schlägt, die historische Synagoge Fraenkelufer in Kreuzberg wiederzuerrichten, fragt sich der geübte Wähler: Was will der Mann wirklich?“

Am 9. November rief der Regierende Bürgermeister Michael Müller einen »Arbeitskreis gegen Antisemitismus« ins Leben. Das, wird sich Raed Saleh viel-leicht gedacht haben, muss ich dringend toppen. Irgendetwas mit Juden sollte es auch sein. Wenn der Genosse Müller ein Gremium gründet, erhöhe ich um eine ganze Synagoge. All in!“

Michael Wuliger bewertet seine Einschätzung selbst-verständlich als „bösartige Unterstellung.“ „Michael Müller und Raed Saleh handeln gewiss nur aus edelsten Motiven. Ganz durchdacht ist die Initiative des Fraktionsvorsitzenden dennoch nicht. Das der-zeit größte jüdische Gotteshaus Berlins in der Rykestraße in Prenzlauer Berg fasst theoretisch 1.200 Menschen und ist, wenn nicht gerade ein Konzert dort stattfindet, nie wirklich voll, nicht einmal an den Hohen Feiertagen.“

Und weiter heißt es in dem Artikel: „Die frühere Synagoge Fraenkelufer, die der SPD-Mann in alter Form rekonstruieren will, bot einst Platz für 2.000 Beter. Wo die im Falle einer Wiedererrichtung her-kommen sollen, ist ein schon fast kabbalistisches Mysterium. Zumal Kreuzberg und das benachbarte Neukölln nicht gerade natürliche jüdische Biotope sind.“

Der Autor prognostiziert, dass „am Fraenkelufer so sicher eine neue Synagoge stehen wird, wie der Flughafen BER planmäßig in Betrieb gegangen ist.“ Das sei auch besser so, denn „Würde Salehs Idee gegen jede Wahrscheinlichkeit Realität, hätten wir bloß ein weiteres, mutmaßlich meist leeres jüdisches Gotteshaus in der Hauptstadt.“

Der letzte Absatz im Artikel ist etwas schwer verdaulich, soll aber nicht unerwähnt bleiben. „Nach ein paar Jahren käme dann womöglich der nächste Politiker mit dem Vorschlag, das Gebäude in eine inter-kulturelle Begegnungsstätte umzuwidmen. Oder gleich eine Moschee daraus zu machen. Die zumindest wäre immer gut besucht. Und würde auch besser nach Kreuzberg passen.“

Wir haben eine ganze Reihe von Zuschriften zu dem Thema Synagogen-Neu- bzw. Wiederaufbau erhalten. Die jüdischen Mitbürger in Berlin und ihre Gemeinden scheinen sich alles andere als grün zu sein. Die Vorgänge in der Vergangenheit um die Wahlen des Vorstands der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, waren ein erschreckendes Beispiel dafür.

In der Reichspogromnacht am 9. November 1938 wurden jüdische Geschäfte und Synagogen nicht nur in Berlin, sondern in ganz Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei niedergebrannt. Während der Nazidiktatur wurden sechs Millionen Juden er-mordet. 175.000 Juden gab es in Berlin und 92 Gotteshäuser. Davon ist kaum etwas übrig geblieben. Es ist sehr schade, dass sich das jüdische Leben in Berlin häufig selbst blockiert. Ob der Wiederaufbau einer Synagoge das richtige Mittel ist, um gegenzusteuern, ist umstritten. Die 24 Millionen Euro, die das kosten würde, könnte man vielleicht besser einsetzen, und zwar für den Erhalt der bestehenden Synagogen.

Ed Koch

  
Anmeldung  




 


Registrierung

Impressum  
p a p e r p r e s s
Ed Koch (Herausgeber und verantwortlich für den Inhalt)
Träger: Paper Press Verein für gemeinnützige Pressearbeit in Berlin e.V.
Vorstand: Ed Koch - Mathias Kraft
Postfach 42 40 03
12082 Berlin
Email: paperpress[at]berlin.de
PDF-Newsletter-Archiv:
www.paperpress-newsletter.de

Diese WebSite wurde mit PostNuke CMS erstellt - PostNuke ist als freie Software unter der GNU/GPL Lizenz erh�ltlich.