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Ehrenamtliches Engagement

geschrieben von: Redaktion am 25.11.2017, 07:54 Uhr
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Nicht vorstellbar, wie unser Land ohne ehrenamtliches Engagement seiner Bürgerinnen und Bürger aussähe. Die Kreativität von Menschen, anderen bei der Bewältigung ihres Lebens zu helfen, ist großartig. Es gibt fast nichts, was es nicht gibt. Und ehrenamtlich heißt, seinen Dienst für die gute Sache ohne Vergütung zu leisten. Häufig bringen die Ehrenamtlichen im wahrsten Sinne des Wortes noch Geld von zu Hause mit. Da ist es gut und wichtig, wenn staatliche und private Institutionen durch Vergabe von Preisen, das ehrenamtliche Engagement würdigen. Häufig zählt allein die Ehre, von Politikern die Hand geschüttelt zu bekommen und einen Pokal mit nach Hause nehmen zu dürfen, manchmal sind aber auch Preise finanziell unterfüttert.

Politiker erwähnen oft und gern, dass der Staat nicht alles leisten könne. Nun, der Staat sind wir. Und wir beauftragen die Politiker, mit unseren Steuergeldern für ein gerechtes und soziales Gemeinwesen zu sorgen. Obwohl wir zu den reichsten Ländern der Welt gehören, gelingt das nicht in erforderlichem Maße. Ärgerlich deshalb, wenn wir immer wieder von Steuergeldverschwendungen hören und lesen. Millionen, die sinnvoll eingesetzt werden können, versanden in unnötigen Projekten.

Die Initiativen zur Gründung von Vereinen und Organisationen, die das Defizit an sozialer Versorgung versuchen auszugleichen oder erträglicher zu machen, gehen in der Regel von Privatpersonen aus. Staatliche Initiativen gibt es wenige. Der Staat wird aber sehr wohl aktiv, wenn Vereine die Gemeinnützigkeit erlangen wollen. Da muss man schon juristisch versierte Leute in seinem Umfeld haben, um eine Satzung so auszuformulieren, dass sie vom zuständigen Finanzamt akzeptiert wird. In der Abgabenordnung (AO) sind die Voraussetzungen ab §51 ff aufgelistet. Dort darf man sich dann etwas aussuchen, womit man ehrenamtlich tätig sein will, ohne dafür auch noch Körperschaftssteuern bezahlen zu müssen. Mein persönlicher Lieblingsabsatz in der 29 Punkte umfassenden Liste ist folgender: „die Förderung der Tierzucht, der Pflanzenzucht, der Kleingärtnerei, des traditionellen Brauchtums einschließlich des Karnevals, der Fastnacht und des Faschings, der Soldaten- und Reservistenbetreuung, des Amateurfunkens, des Modellflugs und des Hundesports.“ Einen gemeinnützigen Karnevalsverein zu gründen, gelingt oft schneller, als einen, der sich mit Kinder- und Jugendprojekten beschäftigt.

Ehrenamtlich tätig zu sein, das darf nicht unerwähnt bleiben, macht den Beteiligten natürlich auch Spaß, trotz der vielen zusätzlichen Zeit, die aufzuwenden ist. Schön ist es aber, wenn das persönliche Engagement öffentlich gewürdigt wird. Nachfolgend be-richten wir exemplarisch über drei Veranstaltungen, die genau das zum Ziel haben, nämlich die Ehren-amtlichen zu würdigen. Widerhall in den Medien ha-ben diese Veranstaltungen aber kaum gefunden. Parteienstreit und ewig grüßt der BER sind die Themen, mit denen sich die Medien lieber beschäftigen.

PSD Zukunftspreis 2017

Unter der Schirmherrschaft von Dilek Kolat – Senatorin für Arbeit, Frauen und Integration – wurden am Dienstag, dem 21. November, die Gewinner des Spendenwettbewerbs PSD ZukunftsPreis in der Berliner Urania geehrt. Zur dritten Auflage des Spendenwettbewerbs der genossenschaftlichen PSD Bank Berlin-Brandenburg erhielt der Arbeiter-Samariter-Bund Landesverband Berlin e.V. den mit 8.000 Euro dotierten Hauptpreis für nachhaltiges Engagement.

Beim PSD ZukunftsPreis werden Umwelt- und Sozialprojekte mit Spenden im Gesamtwert von 50.000 Euro gefördert. Neben 16 Projekten wird eine der teilnehmenden Institutionen für ihr Gesamtengagement von einer Jury mit dem PSD ZukunftsPreis geehrt. Zu dieser gehörten Dr. Ulrich Bleyer (Geschäftsführer der Urania Berlin e. V.), Stefan Richter (Vorstand Stiftung Zukunft Berlin), Jocelyn B. Smith (sozial engagierte Künstlerin) sowie die beiden Vor-stände der PSD Bank Berlin-Brandenburg Bernhard Soeken und Grit Westermann.

„Wir sind froh, mit dem PSD ZukunftsPreis auch kleineren Sozial- und Umweltprojekten eine öffentliche Plattform zu geben und hoffen, dass unsere finanzielle Unterstützung das gesellschaftliche Engagement in der Region weiter stärkt“, so Grit Westermann, Vorstandsmitglied der PSD Bank Berlin-Branden-burg. Für das musikalische Rahmenprogramm sorgten Jocelyn B. Smith und die aus Vater und Sohn bestehende Gruppe Tête-à-Tête.

Den mit 5.000 Euro dotierten Publikumspreis erhielt „Herzenssache – Nähen für Sternchen und Frühchen e.V.“ Ein Jurypreis ging mit 3.000 Euro an den Verbund für integrative Angebote in Berlin, und den mit ebenfalls 3.000 Euro dotierten Mitarbeiterpreis ging an Glückskämpfer e.V., der sich um krebskranke Erwachsene und deren Angehörige kümmert.

Engagiert für Berlin

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, hat am 16. Oktober im Festsaal des Roten Rathauses dem Projekt „Nachtschicht – 8 Überstunden für den guten Zweck“ vor 200 Gästen den Unternehmenspreis „Engagiert in Berlin“ überreicht.

Der Preis, der zum zweiten Mal verliehen wurde, ist eine Anerkennung von Unternehmen, die sich für die Stärkung der Zivilgesellschaft und des bürgerschaftlichen Engagements in Berlin starkmachen. Mit „Engagiert in Berlin“ würdigt der Senat besondere Leistungen gesellschaftlich engagierter Berliner Unter-nehmen. Die Trophäe – ein Buddy Bear – wurde von der Buddy Bear Berlin GmbH gestiftet.

Müller: „Verantwortungsvolles Unternehmertum wird in vielen Unternehmen, besonders im Mittelstand, im Alltag gelebt. Die Preisträger zeigen auf eindrucks-volle Weise, wie es gelingt, erfolgreiches Wirtschaften mit bürgerschaftlichem Engagement zu verbinden. Im Namen Berlins danke ich allen beteiligten Unternehmen für ihren Einsatz und wünsche mir für unsere Stadt, dass ihre Beispiele Schule machen.“

Bei dem Projekt „Nachtschicht – 8 Überstunden für den guten Zweck“ legen sieben Teams aus unter-schiedlichen Unternehmen – von 18.00 Uhr bis 2.00 Uhr – eine Nachtschicht ein, um Berliner Nonprofit-Organisationen tatkräftig zu unterstützen. Die Ergebnisse der uneigennützigen Überstunden sind z.B. Werbemittel, wie Flyer oder Plakate, IT-Lösungen, wie Webseiten, Apps oder auch PR-Konzepte. Die Teams bestehen aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der folgenden drei Unternehmen: der Camici GmbH, einer Full-Service-Kommunikationsagentur, die Kommunikation für Institutionen in Bereich Um-welt, Soziales und Gesundheit macht; der pcma GmbH – professional congress & marketing agency, die spezialisiert auf Tagungs- und Kongressorganisation sowie Messemanagement ist; der KOMBÜSE GmbH, einem Team von unabhängigen Medien- und Kommunikationsexperten.

Eine Jury unter dem Vorsitz von Sawsan Chebli, Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement, hat aus insgesamt 20 Bewerbern drei Finalisten und den Gewinner ausgewählt. Neben dem Gewinner hatten es „Der Tagesspiegel“ und die Unternehmen in das Finale geschafft, die das Projekt „Zwischen Himmel und Erde“ gestartet haben: Berliner Seilfabrik GmbH & Co, Theodor Bergmann GmbH & Co, Aufzugswerke Schmitt + Sohn GmbH & Co, GESO-BAU AG, bito AG und Malerei Witzmann.

Die Jury bestand aus Vertreterinnen und Vertretern von IHK, Handwerkskammer und VBKI sowie des Vorjahresgewinners Scout24, des Hauptpersonalrats des Landes Berlin, der Landesfreiwilligenagentur Berlin, des IT-Start-up-Unternehmens HiMate sowie des Bundesverbandes für digitale Wirtschaft.

Deutscher Bürgerpreis

In Anwesenheit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wurde am 15. November 2017 im Zollernhof des ZDF Unter den Linden der 15. Deutsche Bürgerpreis verliehen. Unter dem Jahresthema „Vorausschauend engagiert: real, digital, kommunal“ wurden insgesamt sieben Preisträger mit dem bundesweit größten Ehrenamtspreis ausgezeichnet. Der Preis für das Lebenswerk ging an Maren Heinzerling aus Berlin.

Ohne die Verdienste der anderen Preisträger schmälern zu wollen, zum Beispiel der „Courage Schüler-stiftung“ aus Münster, oder der „JUFO“-Debatten-Events“ aus Rheinland-Pfalz, oder der Dortmunder Online-Suizidprävention, oder der „Zeitschrift der Straße – Bremen“, möchten wir hier besonders die Verdienste von Maren Heinzerling vorstellen, die wirklich außergewöhnlich sind.

Maren Heinzerling ist Pionierin. Nicht nur in ihrem Beruf, auch mit ihrem ehrenamtlichen Engagement hat die Dame aus Berlin mit alten Traditionen gebrochen. Seit mehr als drei Jahrzehnten trägt sie dazu bei, mehr Frauen in den Ingenieursberuf zu bringen und Kinder für Physik zu begeistern.

Schon in den 1950er-Jahren studierte Maren Heinzerling Maschinenbau und war damals die einzige Frau an ihrer Hochschule. Neben ihrem Beruf rief sie später den Arbeitskreis „Frauen in Naturwissenschaft und Technik“ im Deutschen Akademikerinnenbund mit ins Leben. Anschließend gehörte die Ingenieurin zu den Mitinitiatorinnen des Standes „Frau + Technik“ auf der Hannover Industriemesse. Diese Initiative war der Auslöser für den seither jährlich stattfindenden Karrierekongress „Women Power“. 1990 konzipierte und organisierte sie dann den ersten Münchner-Mädchen-Technik-Tag, den Vorläufer des bundesweiten „Girls’ Day“. Gemeinsam mit den Münchener Universitäten gründete Maren Heinzerling das Projekt „Frauen tragen vor“. Dabei berichten Ingenieurinnen aus ihrem Berufsfeld. Außerdem setzte sie sich immer wieder für Themen wie Teil-zeitarbeit oder Mobilität aus Frauensicht ein.

Nach ihrer Pensionierung im Jahr 2000 gründete Maren Heinzerling den VDI-Arbeitskreis „Multimobil“. In den darauffolgenden Jahren konzentrierte sie sich aber verstärkt auf die naturwissenschaftliche Förderung von Grundschulkindern. Denn für ihre Enkelin hatte sie einfache Physikexperimente entwickelt, die auch anderen Kindern nutzen sollten. Im Jahr 2007 entwickelte die Pensionärin dann das Projekt „Zau-berhafte Physik mit Unterrichtsmodulen“. Nur ein Jahr später war sie dann Mitbegründerin der „Lernwerkstatt Zauberhafte Physik“ im Berliner Stadtteil Wedding. Angespornt durch deren Erfolg beschloss Maren Heinzerling, sie bundesweit zu verbreiten. So entwickelte sie 2013 mit einem Kollegen eine Variante, die auch technische Laien anwenden können: „Zauberhafte Physik mit Sprach- und Sachkisten“. Dieses Projekt hilft beim Lesen lernen, weckt physikalisches Interesse und fördert feinmotorische Fähigkeiten. Im Jahr 2016 entschied die Berliner Schul-aufsicht, die Versuchstexte vereinfacht auch in Flüchtlingsklassen zu verwenden.

Der Deutsche Bürgerpreis zeichnete Maren Heinzerling nun für ihr Lebenswerk aus. Denn sie hat auf einzigartige Weise nachhaltig dazu beigetragen, Position und Ansehen von Frauen in Technikberufen zu stärken. Zudem geht ihre Förderung von Kindern über das rein Naturwissenschaftliche hinaus. Sie betreibt aktive Sprachförderung und führt auch geflüchtete Kinder spielerisch an die Physik heran.

Zusammenstellung und Kommentierung: Ed Koch

  
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