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Es kann immer wieder passieren

geschrieben von: Redaktion am 19.12.2017, 07:30 Uhr
paperpress548 
Heute ruht der Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz. Was vor einem Jahr dort geschah, hat sich in unser Gedächtnis eingebrannt wie 9/11 oder andere Gräueltaten von Mensch gewordenen Teufeln, wie sie nicht einmal in der Bibel vorkommen.

Kürzlich liefen in der ARD und im ZDF zwei ausführliche Dokumentationen über den Terror-Anschlag auf den Weihnachtsmarkt Mitten in Berlin. Das Attentat auf unseren Staat, für das zwölf Menschen sterben mussten und unzählige verletzt wurden, an Körper und an der Seele, ist an skrupelloser Grausamkeit kaum zu überbieten. Als genauso schlimm empfinden wir die Umstände, die es möglich machten, dass es dazu kommen konnte.

Über Anis Amri wussten die Sicherheitsbehörden detailliert Bescheid. Er hat mit seinen Absichten nicht hinter dem Berg gehalten. In unglaublicher Offenheit redete er über seine Pläne. Unter den Augen der Polizei bewegte er sich frei in Deutschland. Und nahm man ihn dann mal fest, war er nach ein paar Tagen wieder auf freiem Fuß, weil es nicht möglich war oder sich niemand darum gekümmert hat, vorliegende Erkenntnisse über ihn einzuholen und abzugleichen. Heute wissen wir, dass durch eine bessere Vernetzung der Sicherheitsbehörden Amri rechtzeitig hätte gestoppt werden können. Dass es eine absolute Sicherheit nicht geben kann, wissen wir selbst. Die Sicherheitsbehörden erinnern uns aber immer noch mal daran. Eine Entschuldigung im Fall Amri ist das nicht. Kämpfer des IS müssen sich scheckig gelacht haben, als sie die Dokumentationen mit der Darstellung der unglaublichen Mängel und Lücken in unserem Sicherheitssystem gesehen haben. Es muss für sie wie eine Einladung sein, weitere Anschläge zu verüben.

Was die Behörden aus dem Fall Amri gelernt haben, wissen wir nicht. Sind die Lücken geschlossen worden, funktionieren die Abgleiche zwischen den Behörden jetzt besser, ist die Vernetzung nun endlich gewährleistet? Beim nächsten Anschlag werden wir es wissen. Die verheerende Hilflosigkeit der Polizei ist erschreckend. Ebenso der Umgang mit den Opfern. Da wird auch viel über Entschädigungen, also Geld gesprochen. Wie viel ist das Leben eines Angehörigen wert? Keine Summe lindert den Schmerz. Dass aber überlebende Familienmitglieder noch Rechnungen für die Dienstleistungen von Krankenhäusern bekommen, ist skandalös. Die Angehörigen wurden weitestgehend allein gelassen. Ein Jahr hat Angela Merkel gebraucht, um sich mit ihnen zu treffen. Ob an die überlebenden Opfer künftig schneller und besser gedacht wird, werden wir auch erst beim nächsten Mal erfahren.

Anschaulich hat der Terrorismusexperte Berndt-Georg Thamm in unserer Mai-Ausgabe die Lage, in der wir uns befinden, beschrieben. Sein Fazit: „Es wird wohl noch schlimmer werden!“ Seit Mai 2017 fanden weitere 51 Terroranschläge mit über 800 Opfern weltweit statt. In Deutschland seien 2017 drei Anschläge verhindert worden, sagt der Innenminister, seit 2000 sogar 16. Glauben wir es ihm.

Berndt-Georg Thamm im Mai 2017: „Unsere Sicherheitsbehörden sind wie nie zuvor gefordert. Hunderte Ermittlungsverfahren gegen bald 1.000 Beschuldigte mit islamistischem Hintergrund bis heute zeigen der Generalbundesanwaltschaft die Grenzen der Leistungsfähigkeit auf. Sowohl der Chef der Bundeskriminalpolizei als auch der Chefankläger der Republik machen mehr als deutlich, dass wir in Deutschland eine besondere Sicherheitslage haben.“

Die Lage ist so ernst wie hoffnungslos. Auch wenn der IS keinen Staat mehr haben mag, seine Kämpfer sind unter uns.

Ed Koch

  
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