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Wohin mit dem Geld?

geschrieben von: Redaktion am 11.01.2018, 14:45 Uhr
paperpress549 
38 Milliarden Euro mehr eingenommen als ausgegeben. Da freut sich nicht nur die schwäbische Hausfrau. Deutschland geht es gut. Aber auch dem armen Berlin. Hier ist ein Haushaltsüberschuss von 2,1 Milliarden Euro zu verzeichnen. Gut die Hälfte soll in die Schuldentilgung gehen. Das ist sinnvoll, obwohl es ein Wurf in ein großes schwarzes Loch ist. Bei unserem Schuldenstand ist es eigentlich egal, ob wir mit 58 oder 59 Milliarden in der Kreide stehen. Niemand von uns, auch die in diesem Jahr noch nicht geborenen Kinder, werden es erleben, dass Berlin schuldenfrei ist.

Aber gut, mit einer Milliarde kann man ja auch etwas anfangen. Zum Beispiel verpflichtende Gedenkstättenfahrten, wie im ersten heutigen Newsletter erwähnt. Was aber wirklich eine Schande für Berlin ist, das sind die vielen Obdachlosen, die bei Eiseskälte unter Brücken, vor Kellereingängen oder in Parks übernachten müssen. Die Zahl der Menschen ohne feste Bleibe steigt an, was viele Gründe hat. Geflüchtete und arme Menschen aus EU-Staaten haben einen großen Anteil daran. Aber eben auch in Berlin ansässige, ja sogar hier geborene Menschen.

Es gab eine Zeit in Berlin, da war Obdachlosigkeit kein zu dramatisches Thema. Ein freier Träger, die Treberhilfe, hatte ein Netz über die Stadt gespannt. Ziel war es nicht nur, Obdachlosen ein Dach über dem Kopf zu geben, sondern sie zurück in den Arbeitsalltag mit einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung zu bringen. Weil der Geschäftsführer der Treberhilfe einen ausgeprägten Tick für Luxusautos hatte, wodurch kein Obdachloser einen Nachteil erleiden musste, eliminierten Senat und Bezirke diesen Träger. Angestachelt durch konkurrierende freie Träger, die längst ins Hintertreffen geraten waren, weil sie nicht so effektiv arbeiteten wie die Treberhilfe. Die Treberhilfe wurde in die Insolvenz getrieben und zerschlagen. Andere Träger teilten sich die Beute auf. Dennoch konnte die Anzahl der Plätze nicht gehalten werden. Bis heute fehlen hunderte Möglichkeiten für Obdachlose, lebend über den Winter zu kommen.

Ich weiß nicht, wie die Treberhilfe heute angesichts der zunehmenden Zahlen dastünde. Für Berlin und die Obdachlosen wäre es auf jeden Fall besser gewesen, die Treberhilfe nicht zu zerschlagen. Es ist nun genügend Geld vorhanden, um den Fehler zu beheben.

Ed Koch

  
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