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Der Himmel ist nicht zusammengefallen

geschrieben von: Redaktion am 28.02.2018, 09:17 Uhr
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Der Termin für den Business Lunch im Berlin Capital Club am Gendarmenmarkt am 27. Februar mit dem Thema „Donald Trump“ war gut gewählt, denn tags zuvor stellte Michael Wolff sein spektakuläres Buch „Fire and Fury“ in der deutschen Übersetzung „Feuer und Zorn“ vor. Der frühere ARD-Hauptstadtbüroleiter Ulrich Deppendorf und der Direktor des renommierten Aspen Institute Deutschland, Rüdiger Lentz, waren sich in der Bewertung des amerikanischen Präsidenten weitestgehend einig.

Trump sei ein nicht entschlüsselbares Phänomen, so Lentz. Niemand weiß, was wirklich in ihm vorgeht. „Vielleicht hat der Mann aus keine Lust“, mutmaßt der Aspen-Chef. Alle Befürchtungen aber, die sich mit der Präsidentschaft Trumps anfangs verbanden, sind nicht eingetroffen. „Der Himmel ist nicht zusammengefallen“, so Rüdiger Lentz.

Viele Projekte, die Trump im Wahlkampf ankündigte, sind noch nicht umgesetzt worden. Noch keine Mauer zu Mexiko, Rückgängigmachung von Obama Care und auch an anderen Stellen hakt es. Wie sich die Steuerreform auswirkt, wird man noch abwarten müssen. Was den Handel, gerade zwischen den USA und Deutschland anbelangt, wird Trump eine härtere Gangart einlegen. Die Handelsbilanz war schon immer aus USA-Sicht nicht erfreulich. Man müsse sich aber auch fragen, warum deutsche Produkte in den USA so beliebt sind. Die Qualität spricht eben für sich.

Was Donald Trump anbelangt, so halten ihn viele für ein Sicherheitsrisiko. Seine Aufmerksamkeitsspanne endet nach drei Minuten. Die täglichen Briefings im Weißen Haus, bei denen der Präsident auf den neuesten Stand der Weltlage gebracht wird, hat Trump gleich zu Beginn seiner Amtszeit abgeschafft. Das hat natürlich zur Folge, dass er nicht besonders gut informiert ist. Und wenn er sich nur Informationen von seinem Lieblingssender Fox holt, kommt es dann und wann auch zu Fehleinschätzungen.

Dass Trump gewählt wurde, hat viele Ursachen. Das Arbeitermilieu ist für die Demokraten in den USA, wie für die SPD in Deutschland, weggebrochen und ist den Populisten gefolgt. Rüdiger Lentz sieht auch ein Problem darin, dass wichtige Randthemen, Gender, gleichgeschlechtliches Leben, zu zentralen gemacht wurden.

Was die NATO betrifft, so der Aspen-Chef in seiner Einschätzung, werden wir uns warm anziehen müssen. Die Forderungen der USA nach mehr finanziellem Engagement liegen auf dem Tisch. Und Ulrich Deppendorf fügt hinzu, dass wir uns längst nicht mehr allein auf die USA verlassen können, was allerdings auch schon bei Barak Obama der Fall war.

Trump hat für Ulrich Deppendorf seine Sicht auf Amerika durcheinandergebracht. Schon früh hat Deppendorf geahnt, dass Trump die Wahl gewinnen werde. Man darf aber nicht ganz vergessen, dass an absoluten Stimmen Hillary Clinton mit knapp drei Millionen vor Trump lag. Das nützte ihr wegen des antiquierten Wahlsystems der USA jedoch nichts.

Auch das Waffenthema wurde in dem Gespräch kurz behandelt. Deppendorf und Lentz sehen in der neuen Bewegung der amerikanischen Jugendlichen eine Chance, dass sich etwas ändern könnte. Immerhin sei Trump inzwischen bereit, den Erwerb von Waffen erst ab 21 Jahren zuzulassen, also jenem Alter, ab dem ein Jugendlicher in den USA Alkohol kaufen kann. So wie Jüngere beim Schnapskauf den älteren Bruder vorschicken, könnte es bei den Waffen natürlich auch passieren.

Die Twitterei von Donald Trump wird kritisch gesehen. Während sich früher Regierungschefs entweder selbst oder über ihre Sprecher in Pressekonferenzen äußerten, werden jetzt ungefiltert und häufig auch ohne näher nachzudenken, Kurznachrichten verbreitet, die keine sind, denn das Wort Nachrichten bedeutet, sich danach richten zu können.

Wie auch immer. Trump ist Realität. Ein Amtsenthebungsverfahren ist bislang nicht eingeleitet worden. Am 3. November 2020 findet die nächste Wahl in den USA statt. Bislang ist bei den Demokraten kein Gegenkandidat in Sicht, auch nicht bei den Republikanern. Für ausgeschlossen halte ich es deshalb nicht, dass Trump in eine zweite Amtszeit gehen könnte.

Übrigens: Verzweifeln Sie nicht, so wie ich fast, beim Nachzählen der Sterne auf der USA-Flagge zwischen Deppendorf und Lentz. Diese Flagge ist das Werk eines Künstlers und zeigt nicht die aktuelle, denn diese hat, wie wir wissen, 50 und nicht 48 Staaten-Sterne. Bis zum Eintritt von Alaska am 3. Januar 1959 waren es 48 US-Bundesstaaten. Zuletzt beigetreten ist Hawaii am 21. August 1959, und seitdem sind es 50.

Ed Koch

  
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