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Nachruf: Reiner Hanke *09.10.1964 - † 29.05.2018

geschrieben von: Redaktion am 29.05.2018, 10:12 Uhr
paperpress553 
Vor Anrufen wie diesen fürchtet man sich. Heute früh kam er. Reiner Hanke ist nach längerer schwerer Krankheit verstorben. Die meisten unserer Leserinnen und Leser werden Reiner Hanke nicht kennen. Für uns, und vor allem auch für mich, war er seit über 30 Jahren ein sehr guter Freund und Wegbegleiter.
Von 1989 bis 2012 Projektleiter bei Paper Press Studienreisen, u.a. Peking und Moskau sowie Gedenkstättenfahrten nach Prag, Lidice, Theresienstadt, Krakau, Auschwitz, Birkenau, Danzig, Stutthof, Warschau, Majdanek, Wien und Mauthausen. Von Januar 1990 bis Februar 1993 Vorsitzender des Paper Press e.V. Von 1990 bis 2015 Projektleiter des CPYE e.V. Jugendbegegnungsreisen nach Norwegen, USA: Kansas, Colorado, Kalifornien, New York u.v.a.m. Vorsitzender des CPYE e.V. seit Januar 2009. Vorstandsmitglied des Tempelhofer Forum e.V. seit Juni 2009. Das sind die Daten einer außergewöhnlichen ehrenamtlichen Tätigkeit. In allen Bereichen war er höchst engagiert, mischte sich ein, setzte Zeichen, ließ nichts durchgehen. Einige Jahre war er auch als Kassenprüfer in einigen Vereinen tätig. Gefürchtet waren die Termine. Er hielt jeden Beleg gegen das Licht.

Seine Korrektheit war sein Markenzeichen. Für uns hatte er im positiven Sinne die Tugenden eines korrekten Beamten. Und er war es tatsächlich. Beruflich arbeitete er über viele Jahre in den Senatsverwaltungen für Soziales und Gesundheit, hatte sich um Bundesratsvorlagen zu kümmern und um Europa. Eine Tätigkeit, die ihn erfüllte. Neben seinen vielen anderen ehrenamtlichen Aufgaben in den Tempelhofer Vereinen war er seit Jahrzehnten in der SPD aktiv. Er gehörte zur Abteilung 1 Neu Tempelhof, die inzwischen eine andere Nummerierung und Ortsangabe hat. Es ist die Abteilung von Michael Müller, den er in den letzten gut dreißig Jahren tatkräftig unterstützte. Wenn mal wieder jemand für die nicht besonders beliebte Arbeit am Infostand, Samstagvormittag, gebraucht wurde, verweigerte er sich nie.

Aber all das ist nur ein Teil der Persönlichkeit von Reiner Hanke. Er hatte einen großen Freundeskreis und war in diesem sehr beliebt. Das zeigte sich vor allem in den letzten Wochen, als es ihm immer schlechter ging. Die Besuche im Krankenhaus hielt seine frühere Frau, die sich rührend und aufopfernd um ihn kümmerte, in einer Excel-Tabelle fest, damit es keine Überschneidungen gibt, aber möglichst nahtlose Besuche. Das gelang gut. Bis auf die Nachtstunden war immer jemand aus seinem Freundeskreis bei ihm. Und natürlich besuchte ihn auch Michael Müller so oft es ging.

Letzte Woche gab es einen Hoffnungsschimmer. Er durfte das Krankenhaus verlassen und war für zwei Tage zu Hause. Ich besuchte ihn dort und hatte einen guten Eindruck. Er war geschwächt, konnte aber alleine laufen. Die Kommunikation ging bei ihm nur noch über Zettelschreiben, er nahm alles auf und wollte alles wissen. Sogar SMS konnte er wieder lesen und verschicken. Am letzten Freitag musste er wieder ins Krankenhaus. Es war der endgültige Ab-schied von seiner Wohnung. Komplikationen hatten sich ergeben, die sein geschwächter Körper dann nicht mehr verkraftete. Natürlich denkt jeder im Hinterkopf, dass es eine Erlösung ist, wenn keine Hoffnung auf Heilung besteht. Sein Lebenswille war beeindruckend. Er wollte nicht sterben, nicht aufgeben, er kämpfte bis zur letzten Minute. Er hat den Kampf gegen den Krebs verloren und wie schon bei so vielen Freunden vor ihm, steigt in mir der Ärger wieder auf, dass es nicht möglich ist, diese Krankheit zu besiegen. Ich finde es ganz toll, dass wir eine Mars-Mission planen, bei der ein in Deutschland entwickelter Bohrer tief in die Oberfläche des Planeten ein-dringt, um nach Wasser zu suchen. Ich wäre glücklicher, wenn unsere Forscher etwas Sinnvolleres für die Menschen tun könnten.

Reiner Hanke hinterlässt außergewöhnlich viel. Einen großen sehr traurigen Freundeskreis und eine Fülle von Geschichten und Erinnerungen über gemeinsame Projekte und Veranstaltungen. Auch wenn es wie eine Floskel klingt, aber wir werden ihn nicht vergessen. Seine Sorge bei meinem letzten Besuch bei ihm vor einer Woche galt dem Rocktreff. „Achte drauf, dass wir nicht mehr ausgeben, als wir haben“, er-mahnte er mich. Die Erfüllung dieses Wunsches würde ich gern eintauschen dafür, dass er, wie in den letzten Jahren, beim Rocktreff dabei ist.

Ed Koch

  
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