Willkommen bei PaperPress Jugendpolitischer Pressedienst
suchen  
Hauptmenü  

Online  
Es sind 6 Besucher und 0 _MEMBER0 online..

Anmeldung

Sprachen  
Sprache auswählen:


  

Damals, vor 39 Jahren am 9. Juni

geschrieben von: Redaktion am 10.06.2018, 06:41 Uhr
paperpress554 
Von 1921 bis Mitte der 70er Jahre wurden auf dem Gelände der UFA-Film Kopierwerke in der Tempelhofer Viktoriastraße am Teltow-Kanal, gegenüber vom Ullsteinhaus, Träume auf Zelluloid gebannt. Danach lag das Areal brach und es gab Pläne, die geschichtsträchtigen Gebäude zu zerstören.

„Eine Gruppe von jungen Enthusiasten sah hier die Chance, ihre Ideen von einem anderen, kollektiv und ökologisch geprägten Leben in die Tat umzusetzen und nahmen das 18.566 qm große Gelände im Juni 1979 friedlich ‚wieder in Betrieb‘. Dies war der Start des selbstverwalteten Lebens- und Arbeitsprojektes, dem heutigen ‚Internationalen Kulturcentrum ufaFabrik Berlin‘.

Zirka 30 Bewohner/innen und über 180 Mitarbeiter/nnen verbinden hier Wohnen, Arbeit, Kultur, Kreativität und soziales Leben miteinander. Internationalität und Nachhaltigkeit, Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung im Einklang mit den Beteiligten, aber auch mit den Nachbarn waren in der UFA-Fabrik schon immer wichtig – lange bevor ‚life-work-balance‘, ‚networking‘ und ‚Nachhaltigkeit‘ in aller Munde waren.“ Quelle: ufafabrik.de

Natürlich war es eine illegale Besetzung und Haus-friedensbruch. Und natürlich haben sich die Besetzer strafbar gemacht. Eine Berliner Linie, in der innerhalb von 24 Stunden geräumt wird, gab es noch nicht. Aber völliges Chaos in der Verwaltung des verträumten Bezirks Tempelhof bis hoch in den Senat. CDU und SPD drohten mit der vollen Härte des Gesetzes. Doch eines war ganz anders als bei der Pfingstbesetzung eines Hauses in Neukölln.

Waren in Neukölln professionelle Protestierer am Werk, die in den von ihnen besetzten Räumen Barrikaden hinterließen, damit die Polizei etwas zum Weg-räumen hatte, und hatte niemand von den Besetzern jemals die Absicht, konzeptionell etwas in dem Haus zu realisieren, sah es 1979 in Tempelhof ganz anders aus. Die Instandbesetzer hatten viele Pläne für das Gelände, die schon im Herbst des Jahres zu einem ersten Mietvertrag führten. Die Besetzer ver-ließen, ohne dass das Einschreiten der Polizei not-wendig gewesen wäre, wieder das Gelände und kehrten mit einem Vertrag in der Tasche zurück. Was sich auf dem Areal der ufaFabrik in den letzten 39 Jahren getan und entwickelt hat, würde ganze Bücher füllen. Aus einem dem Verfall preisgegebenen Filetstück Mitten in Tempelhof ist ein blühendes Kultur-, Sozial- und Arbeitsprojekt geworden.

Heute sind Bezirksamt und Senat froh, vor 39 Jahren nicht überreagiert, sondern den Besetzern die Chan-ce gegeben zu haben, aus dem Gelände etwas zu machen. Für die Berliner Kulturszene und den Sozi-albereich ist die ufaFabrik wie ein Sechser im Lotto.

Der 9. Juni, der Tag der Besetzung, ist sozusagen der Nationalfeiertag der ufaFabrik. Jedes Jahr findet ein großes Fest statt, so auch in diesem bei tropischen Temperaturen unter dem Dach der Sommer-bühne. Zu den Temperaturen passte natürlich die Musik der Sambaband Terra Brasilis. Am 16. und 17. November feiert die Band übrigens ihr 30-jähriges Bestehen.



Immer wieder beeindruckend, sind die artistischen Leistungen der ufa-Kinder, die in keinem Programm fehlen dürfen. Das große 40-jährige Jubiläum der ufaFabrik findet natürlich am 9. Juni 2019 statt, im nächsten Jahr ist das der Pfingstsonntag.

Ed Koch

  
Anmeldung  




 


Registrierung

Impressum  
p a p e r p r e s s
Ed Koch (Herausgeber und verantwortlich für den Inhalt)
Träger: Paper Press Verein für gemeinnützige Pressearbeit in Berlin e.V.
Vorstand: Ed Koch - Mathias Kraft
Postfach 42 40 03
12082 Berlin
Email: paperpress[at]berlin.de
PDF-Newsletter-Archiv:
www.paperpress-newsletter.de

Diese WebSite wurde mit PostNuke CMS erstellt - PostNuke ist als freie Software unter der GNU/GPL Lizenz erh�ltlich.