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Die schöne Seite der Medaille

geschrieben von: Redaktion am 02.08.2019, 00:55 Uhr
paperpress568 
Regierender Bürgermeister von Berlin zu sein, ist im schnöden Alltag alles andere als nur reines Vergnügen. Es ist eher das tägliche Durch-schwimmen eines Wasserbeckens, in dem Piranhas nur darauf warten, einen anzuknabbern. Die Medien, vor allem diejenigen, die sich in ihrer grenzenlosen Machtfülle noch ein „Leit“ vorweg setzen, die Koalitions-„partner“, die Opposition und nicht zu vergessen, die eigenen Genossen, all das sind Menschen, die selten Freude bereiten.


Wie entspannend muss es für Michael Müller gewesen sein, anstatt Katrin Lompscher den Stadtentwicklungsplan zu erklären, mit Quentin Tarantino, Leonardo DiCaprio und Brad Pitt auf dem Roten Teppich zu stehen. Sozusagen als Krönung an einem schönen Tag, der da-mit begann, eine Riesentorte zum 175sten Geburtstag des Berliner Zoo-logischen Gartens anschneiden zu dürfen. Ja, es gibt auch die schöne Seite der Medaille, Regierender Bürgermeister von Berlin zu sein, der Hauptstadt, die alle besuchen wollen. Und das obwohl man doch nach regelmäßigem Anschauen der regionalen Fernseh-Abendschau als Unbedarfter eher den Eindruck gewinnen kann, dass hier nichts funktioniert.

Dass die meisten Busse und Bahnen pünktlich ihr Ziel erreichen, ist für die Medien wenig interessant. Vielmehr beschäftigen sich die Journalisten damit aufzulisten, welche Verkehrsmittel verspätet ihr Ziel erreichen, in den meisten Fällen übrigens staubedingt. Ach ja, ärgerlich, die vielen Baustellen. Und dass Brücken vorübergehend geschlossen werden müssen, um sie zu restaurieren, ist natürlich auch ganz schlecht. Lieber wartet man, bis die Brücke einstürzt. Der echte Berliner, der ja nur noch etwa die Hälfte der Bevölkerung ausmacht, meckert gern. Nichts kann man ihm recht machen. Und die Zugereisten haben inzwischen diese negative Eigenschaft in ihren Genen implementiert. Und wer glaubt, die Berliner würden sich wenigstens über Geschenke freuen, der irrt gewaltig.

Stell Dir mal vor, hat vermutlich Michael Müller zu Leonardo DiCaprio gesagt, wir schenken den Kids einen Freifahrtschein für alle öffentlichen Verkehrsmittel und nur die Hälfte hat bis zum Stichtag am 1. August das Angebot angenommen. Leo wird vermutlich geantwortet haben, wie kann man nur so dämlich sein.

Ja, es ist nicht leicht, Bürgermeister von Berlin zu sein. Die Leute wer-den mit Geschenken überhäuft, können ihre Kinder kostenfrei in die Kita und den Hort schicken, in die Schule und auf die Uni so und so, und dennoch herrscht schlechte Stimmung. Da wird es auch wenig nützen, wenn die Grünen die Stimmung durch die Freigabe von Haschisch verbessern wollen. Wobei: Die Stimmungsmacher in der Stadt kann man wirklich nur in Trance ertragen.

Mit der britischen Königin durchs Brandenburger Tor laufen, dem Papst in Rom die Hand schütteln und im Kino neben George Cloo-ney sitzen, das sind die wenigen Momente, in denen auch ein Bürgermeister seinen Job gut finden kann. Hoffentlich kommt nicht Donald Trump zu Besuch.

Ed Koch

  
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