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Unterwegs in der Stadt

geschrieben von: Redaktion am 04.08.2019, 08:31 Uhr
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14. Tag – Donnerstag, 1. August 2019

Unterwegs in der Stadt

Heute verließ Young Euro Classic das Konzerthaus und schwärmte aus in die Stadt! Diverse Ensembles des National Youth Orchestra of Great Britain traten an unerwarteten Orten auf, wie im Holzmarkt, dem Deutschen Technikmuseum und bei Dussmann.

Am Abend begrüßte der Kölner Tatort-Kommissar Freddy Schenk, der im richtigen Leben Dietmar Bär heißt, die Gäste im Konzerthaus zum Auftritt des Nationalen Jugendorchesters aus Großbritannien.


Passionierten Festivalbesuchern war das Konzert im Jahre 2015 noch in eindrucksvoller Erinnerung: Da-mals spielten die jugendlichen Musikerinnen und Musiker von der Insel Mahlers Neunte mit einer zwingenden Ernsthaftigkeit, welche die gewaltigen Ansprüche des Werkes völlig vergessen ließ. Foto: MUTESOUVENIR Kai Bienert

Diesmal war das Programm der Briten nicht ganz so schwergewichtig: Im Mittelpunkt stand Sergei Prokofjews Ballettmusik zu Romeo und Julia, die in ihrer Brillanz und Farbigkeit Spieler wie Publikum gleichermaßen immer wieder begeistert. Nicht we-niger anspruchsvoll ist Pjotr Tschaikowskis Violinkonzert, das blendende Virtuosität mit einem großen Schuss Melancholie verbindet. Und auch bei der Musik der weltweit gefeierten Lera Auerbach sprang der Funke direkt über: 2011 wurde ihre Symphonische Dichtung Icarus uraufgeführt, die den tragischen Flug des griechischen Helden mit sphärischen Klängen nachzeichnet. Am Dirigentenpult stand Mark Wigglesworth und die Violine wurde gespielt von Alina Pogostkina.

15. Tag – Freitag, 2. August 2019

Traurig schön

Es ist rund 45 Jahre her, als ich den Film „Tod in Venedig“ von Luchino Visconti sah, der auf der Novelle von Thomas Mann beruht. Mann besuchte 1911 Venedig und wohnte im Grand Hotel les Bains, in dem Anfang der 1970er Jahre auch der Film entstand. Manns Aufenthalt in Venedig animierte ihn zu seiner Novelle.

Der Film ist wunderschön traurig. Venedig von der Pest befallen und die Menschen feiern. Mittendrin ein Komponist am Ende seines Weges, Gustav von Aschenbach, grandios verkörpert von Dirk Bogarde. Im Hotel ist auch eine polnische Familien abgestiegen, zu der ein hübscher blonder Junge namens Tadzio (Björn Andrésen) gehört. Während sich der Komponist von dem Anblick des Jungen nicht befrei-en kann, zieht sein Leben an ihm vorüber und endet tragisch. Er stirbt im Liegestuhl am Strand während Tadzio den Blick über das Wasser streifen lässt. Diese dramatischen Bilder werden verstärkt durch das Adagietto aus Gustav Mahlers Fünfter Sympho-nie. Und jedes Mal, wenn ich dieses nur zehn Minuten lange Adagietto höre, spult sich der Film noch einmal vor meinem geistigen Auge ab.
Die Symphonie dauert insgesamt eine Stunde und zwanzig Minuten. Mahler verlangt viel von seinem Publikum und vor allem von den Musikern. Fünf Sätze, deren Musik unterschiedlicher nicht sein kann. Dieses Werk ist eine Offenbarung. Das Euro-pean Union Youth Orchestra hat es eindrucksvoll interpretiert, vor allem mit großer Hingabe und Sensibilität das Adagietto.

Auch wenn Europa derzeit vielerlei kritische Situationen zu durchstehen hat: Das European Union Youth Orchestra, mit jungen Musikerinnen und Musikern aus allen EU-Staaten von Portugal bis Estland, von Irland bis Malta zusammengesetzt, lässt sich davon nicht beeindrucken. Ganz im Gegenteil: Mit großen Werken und großer Besetzung präsentierte sich das EUYO einmal mehr bei Young Euro Classic. Im ersten Teil Antonín Dvořáks Violoncellokonzert, das musikantischste Werk dieser Gattung. Als Solist war der deutsch-französische Cellist Nicolas Altstaedt zu erleben, der frenetisch vom Publikum gefeiert wurde, was ihn zu gleich zwei Zugaben führte. Der 43-jährige russische Dirigent Vasily Petrenko aus Sank Petersburg studierte die beiden Werke des Konzerts mit den jungen europäischen Musikerinnen und Musikern ein. Auch wenn wir uns berechtigter Weise mit der russischen Politik schwertun, so ist es doch ein gutes Zeichen, wenn ein Russe mit einem europäischen Orchester Musik macht.

Zum Schluss gab es donnernden Applaus für eine grandiose Leistung. Stammbesucher wissen, dass in dem Augenblick, wenn sich die Orchestermitglieder umarmen, das Konzert zu Ende ist. Diesmal nicht. Ohne Dirigent im Stehen gaben sie eine fulminante Zugabe. Sie liefen kreuz und quer über die Bühne, gingen in die Hocke und standen wieder auf, eine tolle Choreografie während des Musikspielens. Und ganz zum Schluss vergaßen die über 100 Orchestermitglieder nicht, einen aus ihren Reihen zum Geburtstag zu gratulieren. So gab es ein „Happy Birthday“ noch als Bonus. Ein großartiger, unvergessener Abend voller Lebensfreude und ohne jegliche Trauergedanken.

16. Tag – Samstag, 3. August 2019

Auch am 16. Tag von Young Euro Classic schwärmten die jungen Musiker aus und spielten unter ande-rem im Deutschen Historischen Museum, C/O Ber-lin, Holzmarkt und im Klunkerkranich.

Der Blick in die Ferne

Das Bundesjugendorchester liebt Überraschungen und Kontraste. Das hat das BJO, in dem die besten Jugendlichen aus Deutschland zwischen 14 und 19 Jahren zusammenspielen, schon mehr als einmal bei Young Euro Classic unter Beweis gestellt. Stand im letzten Jahr Mitteleuropäisches mit Tiefgang im Mittelpunkt, ging 2019 der Blick in die weite Ferne. Seit langem gibt es eine enge Verbindung zwischen dem BJO und Südafrika – Frucht dieser Freundschaft ist eine brandneue Komposition des südafrikanischen Komponisten Hendrik Hofmeyr, die an diesem Abend ihre Uraufführung erlebte. Zuvor gab es die effektvolle Johannesburg Festival Ouvertüre, die William Walton 1956 zum 70-jährigen Bestehen der südafrikanischen Metropole komponiert hat. Perfekt zu dieser Kombination passte auch das Symphonische Gemälde aus Gershwins Oper Porgy and Bess. Und den Kontrast? Den bot das BJO nach der Pause – mit der sonnenbeschienenen zweiten Symphonie von Johannes Brahms.
Ed Koch
unter Verwendung von Texten des Festivalprogramms
bearbeitet und kommentiert

  
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