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Zwangsticket für Berlin-Besucher

geschrieben von: Redaktion am 06.08.2019, 07:23 Uhr
paperpress568 
Mit großem Unverständnis hat die Berliner Hotellerie die Berichterstattung in Sachen „Zwangs-Tickets für Berlin-Besucher“ am Wochenende in den Medien zur Kenntnis genommen! Die Fraktion der Grünen im Abgeordnetenhaus hatte auf ihrer Klausurtagung in der tschechischen Hauptstadt Prag ein „Pflicht-Verkehrsticket“ ins Spiel gebracht. Ein Vorhaben allerdings, das sie vermutlich in dieser Legislaturperiode mit der SPD nicht werden realisieren können.


Der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes Berlin e.V. (DEHOGA Berlin), Thomas Lengfelder, erklärt:

„Wir sprechen uns hiermit mit aller Vehemenz gegen die Einführung einer weiteren Abgabe von den Berlin-Besuchern aus! Diese weitere Abgabe führt unweigerlich zu weiterer Bürokratie, wir fungieren bei der City Tax ja schon als verlängerter Arm des Finanzamtes, obwohl die Mittel nicht sachbezogen und mit uns abgestimmt eingesetzt werden, um unsere Branche weiter zu stärken und Berlin als einen der zukunftsfähigsten Tourismusstandorte zu entwickeln. Wir alle sollten bedenken, dass der Tourismus und hier auch der Geschäftsverkehr, ein zärtliches Pflänzchen sind. Schnell kann der gute Ruf von Berlin zerstört werden und sich der positive Trend in das Gegenteil drehen. Das würde möglich-erweise einen der bedeutendsten Wirtschaftszweige ohne Not in Schwierigkeiten bringen und neben der Branche auch eine heute sehr stabile Einnahmequelle für die Stadt nachhaltig beschädigen.

In diesem Zusammenhang möchten wir nur neben-bei erwähnen, dass unseren Hotels seit kurzer Zeit auch keine Parkvignetten mehr genehmigt werden, was zu sehr großem Unmut bei den Hoteliers führt. Durch die unterschiedlichen Laufzeiten der seinerzeit genehmigten Parkvignetten kommt es zudem auch noch zu Wettbewerbsverzerrungen.

Diese Entwicklungen für unsere Branche führen zu einer immer weiter steigenden Unzufriedenheit in der Zusammenarbeit mit den zuständigen Senats-stellen, was wir an den heutigen Reaktionen deutlich bemerken: City Tax, Hotelentwicklungsplan, Abschaffung der Hotelvignetten, ÖVP-Zwangs-Tickets als Beispiele.

Wir bitten den Regierenden Bürgermeister Michael Müller und die Wirtschaftssenatorin Ramona Pop eindringlich, sich für eine der wichtigsten Branchen in unserer Stadt einzusetzen, um die Zwangs-Tickets zu verhindern!“

In seiner Pressemitteilung weist Lengfelder in einigen Stichworten auf den wirtschaftlichen Faktor der Berliner Hotellerie und Gastronomie hin.

• Rund 90.000 sozialversicherungspflichtige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen arbeiten in der Branche in Berlin
• Inklusive der angeschlossenen Dienstleistern leben rund 250.000 Menschen von der Branche in Berlin
• Die Branche erwirtschaftet mehr als 12,5 Milliarden Euro Umsatz
• Die Branche bezahlt rund zwei Milliarden Steuern im Jahr
• Alleine an City Tax (Übernachtungssteuer) wird die Hotellerie und deren Gäste per En-de des Jahres (seit 2014) rund 270 Millionen Euro an Steuern bezahlt haben.

Auch Florian Swyter, der wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin, äußert sich kritisch zu der Idee der Ber-liner Grünen nach einem „Pflicht-Nahverkehrsticket“ für Berlin Touristen:

„Nur noch Verbote, neue Gesetze und Reglementierungen, das ist die Politik der Berliner Grünen. Mit der Idee eines ‚Pflicht-Nahverkehrstickets‘ sollen nun auch noch Berlin-Touristen doppelt zur Kasse gebeten werden. Denn mit der City-Tax passiert das schon seit Jahren.

Für die Hauptstadt ist der Tourismus ein wesentliches Standbein der Berliner Wirtschaft. Wir erteilen dieser Idee eine klare Absage und wenden uns nachdrücklich gegen die schikanösen Phantasien der Grünen. Die Wirtschafssenatorin Ramona Pop ist nun gefordert, ihre Parteifreunde zu bremsen und somit Schaden vom Wirtschaftsstandort Berlin ab-zuwenden. Es sollte lieber darüber nachgedacht werden, wie der Tourismus der Hauptstadt weiter-hin gestärkt werden kann.“


  
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