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Die Zwei-Prozent-Marke

geschrieben von: Redaktion am 09.08.2019, 14:00 Uhr
paperpress568 
Natürlich weiß ich auch, dass zwei Prozent vom Bruttoinlandsprodukt eine Zahl mit vielen Nullen sind. Das statistische Bundesamt hat 2018 für das BIP 3.388,2 Mrd. Euro ermittelt. Auch Kinder einer Berliner Grundschule können davon zwei Prozent errechnen. Übrigens beträgt Deutschlands Anteil am BIP der Euro-Staaten 27% und aller EU-Staaten 25%. Merken Sie was? Uns scheint es gut zu gehen.

Nicht erst Donald Trump geht uns mit der Forde-rung nach der Einhaltung dieser auf dem NATO-Gipfel 2002 in Prag vereinbarten Zwei-Prozent-Vorgabe auf die Nerven. Auch frühere Präsidenten, darunter Muttis Liebling Barak Obama, erinnerten uns gelegentlich daran, allerdings freundlicher als der jetzige Präsident dazu jemals in der Lage wäre.

Trumps Kettenhund, Botschafter Richard Grenell, der wie ein Besatzungsoffizier auftritt, fand mal wieder drastische Worte. „Es ist wirklich beleidigend zu erwarten, dass der US-Steuerzahler weiter mehr als 50.000 Amerikaner in Deutschland bezahlt, aber die Deutschen ihren Handelsüberschuss für heimi-sche Zwecke verwenden“, sagte Grenell der Deut-schen Presse-Agentur.

Natürlich ist jeder Euro, der für Bildung, Familien und Rentner, die kaum von ihren Bezügen leben können, besser ausgegebenes Geld als für Kriegs-spielzeug. Können wir es uns aber so einfach ma-chen? Unsere polnischen Nachbarn profilieren sich als Musterschüler in Trumps High School und ver-künden stolz, ihr zwei Prozent Ziel erreicht zu ha-ben. Und prompt sollen sie belohnt werden.

Eigentlich kann sich niemand darüber freuen, wenn fremde Soldaten im eigenen Land herumlaufen, selbst wenn es Verbündete sind. Deutschland ist aber „das Land, in dem die meisten US-Truppen in Europa stationiert sind. Und nach Japan ist es der zweitgrößte Auslandsstandort der US-Streitkräfte überhaupt. Die Kommandozentralen für die US-Truppen in Europa und Afrika sind in Stuttgart, der wichtigste Luftwaffenstützpunkt der USA im rhein-land-pfälzischen Ramstein und einer der größten Truppenübungsplätze Europas im bayerischen Gra-fenwöhr. Insgesamt sind 35.000 US-Soldaten in Deutschland. Hinzu kommen 17.000 amerikanische und 12.000 deutsche Zivilisten, die von den US-Truppen beschäftigt werden. Zehntausende weitere Arbeitsplätze hängen von den amerikanischen Streitkräften ab.“ Quelle: MSN Microsoft News

Das ist ein enormer Wirtschaftsfaktor, der viel Geld einbringt. Und darauf sind, verständlicher Weise, die Polen scharf. Deshalb verstummen auch nicht die Überlegungen, US-Truppen von Deutschland nach Polen zu verlagern. Unsere pazifistischen Freunde im Lande fänden das vermutlich toll, werden die USA überdies verdächtigt, Atomwaffen bei uns zu lagern. Als offenes Geheimnis bezeichnet das SPIE-GEL Online in einem Beitrag vom 6. Februar 2019: „Auf einem Fliegerhorst der deutschen Luftwaffe im rheinland-pfälzischen 1.100-Einwohner-Ort Büchel, zwischen Koblenz und der Grenze zu Belgien und Luxemburg, lagern in unterirdischen Bunkern etwa 20 Atombomben vom Typ B-61, jede mit einer Sprengkraft von etwa 50 Kilotonnen. Zum Ver-gleich: Die Hiroshima-Atombombe hatte eine Sprengkraft von weniger als 15 Kilotonnen. Die Bomben gehören den USA.“ Ob sich die Polen über eine Verlagerung dieser Bomben freuen würden, darf bezweifelt werden.

Gegenwärtig liegt Deutschland mit 1,36 Prozent des BIP deutlich unter der Marke. Bis 2024 sollen 1,5 Prozent erreicht werden, im Finanzplan für 2023 stehen aber nur 1,24 Prozent. Alles sehr verwirrend.

Wir alle sind Gerhard Schröder und Joschka Fi-scher heute noch dankbar, dass sie sich 2003 nicht am Irak-Krieg beteiligt haben. Die Grundlage für diesen Krieg war ein Fake und außerdem war er völkerrechtswidrig. Wie sieht es aber heute mit dem Wunsch aus, sich an der amerikanischen Militärmis-sion zum Schutz von Handelsschiffen vor iranischen Angriffen im Persischen Golf zu beteiligen? Geht es dort nicht auch um unsere Interessen?

Die Parolen haben sich im Laufe der jüngeren deut-schen Geschichte verändert. 1945: „Nie wieder Krieg!“. 1955 bei Gründung der Bundeswehr und dem Beitritt zur NATO riefen viele: „Ohne uns!“ Und heute: „Nie wieder Krieg, ohne uns!“ Die Zitate stammen von dem Kabarettisten Wolfgang Neuss.

Unabhängig vom Zustand unserer Armee, sind die Forderungen an Deutschland, sich um seine eigene Sicherheit zu kümmern und um die im NATO-Bündnis berechtigt. Ist es wirklich völlig unwahr-scheinlich, dass es „Nie wieder Krieg“ in Europa gibt? Untereinander werden sich die EU-Staaten nicht angreifen, wobei ich mir bei Boris Johnson nach dem harten Brexit nicht so sicher bin. Es gibt aber noch viele andere Möglichkeiten, Kriege zu führen.

Donald Trump ist böse auf uns. Die Zwei-Prozent-Marke ist natürlich ein Vorwand, auch wenn wir uns nicht ewig vor dem Erreichen dieses Ziel drücken können. Trump bestraft uns mit Nichtachtung. Bei seinen anstehenden Europa-Reisen besucht er nur die Willigen. Die Strafe ist wirklich hart, dass Trump keinen Abstecher nach Deutschland macht. Er wäre hier genauso willkommen wie in El Paso und Day-ton.

Ed Koch

Quelle: Microsoft News

  
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