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20 Jahre West-Eastern Divan Orchestra

geschrieben von: Redaktion am 18.08.2019, 09:14 Uhr
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Wenn es etwas Besonderes zu feiern gilt, ist die Musik von Ludwig-van-Beethoven stets die richtige Wahl. Die Ouvertüre zu „Egmont“, das Konzert für Violine und Orchester und die kraftvolle wunder-schöne Siebte Symphonie begeisterten die rund 20.000 Besucher in der Waldbühne am Abend des 17. August bei angenehmen Temperaturen.


Am Dirigentenpult stand natürlich der Gründer des Orchesters, Daniel Barenboim. Sein Sohn Michael, seit seinem vierzehnten Lebensjahr Mitglied im Orchester, spielte grandios die Violine in dem rund 40 Minuten währenden Werk. Seine Kunst schmälert auch nicht ein kleiner Patzer, der den meisten Zuhörern nur deshalb aufgefallen ist, weil Michael Barenboim schmunzelte, was auf den Großleinwänden links und rechts der Bühne deutlich zu sehen war, und ein anschließender kleiner Meinungsaustausch auf offener Bühne und während das Stück seinen Lauf nahm, zwischen Vater und Sohn. Das sah dramatischer aus als es war, das Publikum schmunzelte mit und am Ende umarmten sich beide Künstler herzlich und ließen sich beim anschließenden Empfang auch gemeinsam fotografieren. Die Begeisterung über Michaels Spiel war so groß, dass ihm das Publikum eine Zugabe abrang, eine Sonate von Johann Sebastian Bach.

Nach der Siebten waren dann die jungen Musiker so erschöpft, dass es für eine Zugabe nicht mehr reichte, so wie vor zwei Jahren. Als Kompliment wertete Daniel Barenboim beim anschließenden Get-together mit dem Orchester, den Sponsoren und Prominenz aus Politik und Kultur, meine Bemerkung, dass ich gehofft hatte, er spiele als Zugabe die Siebte noch einmal.

1999 kam das von Maestro Barenboim und Edward W. Said ins Leben gerufene Ensemble, in dem junge Künstler aus Israel, Palästina und anderen Ländern des Nahen Ostens gemeinsam musizieren, zu seinem ersten Workshop zusammen. Seitdem ist es nicht nur zu einem weltweit gefeierten Spitzenorchester geworden, sondern auch zu einem wichtigen Symbol für das friedliche Miteinander verschiedener Kulturen. Die Arbeit des West-Eastern Divan Orchestra inspirierte die Gründung der Barenboim-Said Akademie 2015 und des zwei Jahre später er-öffneten Pierre-Boulez-Saals – die drei Institutionen sind seitdem vereint in ihrer Mission, die Musik zu einer Botin des Humanismus und der transkulturellen Verständigung zu machen.

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nahm an dem Konzert teil und besuchte in der Konzertpause das Orchester Backstage und sprach mit den jungen Künstlern.

Die nächste Gelegenheit, das Orchester live zu erleben, besteht am 22. und 23. Oktober 2019. Dann findet das Jubiläumskonzert in der Philharmonie statt.

Ed Koch

Über das West-Eastern Orchestra

Das West-Eastern Divan Orchestra (WEDO, deutsch Orchester des West-östlichen Divans) ist ein 1999 gegründetes Symphonieorchester, das zu gleichen Teilen aus israelischen und arabischen Musikern besteht. Der Name ist von dem West-östlichen Di-van abgeleitet, einer Gedichtsammlung, zu der Johann Wolfgang von Goethe von dem persischen Dichter Hafis und dessen Dīwān (Gedichtsammlung) inspiriert wurde.

Das Ensemble wurde 1999 in Weimar im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt von dem argentinisch-israelischen Dirigenten Daniel Barenboim, dem in Palästina geborenen amerikanischen Literaturwissenschaftler Edward Said (2003 verstorben) sowie dem damaligen Generalbeauftragten der Europäischen Kulturhauptstadt, Bernd Kauffmann, gegründet und setzt sich aus jungen Musikern im Alter von 14 bis 25 Jahren zusammen, die aus Ägypten, Syrien, Iran, dem Libanon, Jordanien, Tunesien, Israel, Palästina und Andalusien kommen und sich einmal im Jahr für eine Arbeits- und anschließende Aufführungsperiode treffen. Nach zwei Arbeits- und Aufführungsphasen in Weimar in den Jahren 1999 und 2000 ist der heutige Sitz des Orchesters in Sevilla.

Im August 1999 fand das erste Arbeitstreffen der Musiker in Weimar statt. 2000 trafen sich die Musiker wiederum in Weimar, 2001 in Chicago und seit 2002 in Sevilla in der spanischen autonomen Region Andalusien. In al-Andalus, den muslimisch be-herrschten Teilen der Iberischen Halbinsel, herrschte zwischen 711 und 1492 weitgehende Religions-freiheit. In dessen Provinz Granada lebten jahrhundertelang Juden, Muslime und Christen friedlich und sich gegenseitig bereichernd zusammen. Die Sommertourneen führen das Orchester regelmäßig über mehrere Kontinente. Eines der Hauptziele Barenboims ist es, das Orchester in sämtlichen Herkunfts-ländern der Musiker spielen zu lassen.

„Der einzige politische Aspekt der Arbeit des West-Eastern Divan Orchestra ist die Überzeugung, dass es keine militärische Lösung des Nahost-Konflikts geben kann und dass die Schicksale von Israelis und Palästinensern untrennbar miteinander verbunden sind. Musik allein kann selbstverständlich nicht den arabisch-israelischen Konflikt lösen. Jedoch gibt sie dem Einzelnen das Recht und die Verpflichtung, sich vollständig auszudrücken und dabei dem Nachbarn Gehör zu schenken.“ Darstellung der Ziele des West-Eastern Diwan Orchestras: Programmheft des Konzerts der Salzburger Festspiele am 22. August 2014

2003 musizierte das Orchester mit einem Konzert in Rabat (Marokko) erstmals in einem arabischen Land. Im August 2005 fand ein vielbeachtetes Konzert in Ramallah statt, das in vielen Ländern live im Fernsehen übertragen wurde. 2014 gastierte das Ensemble in Doha (Katar), 2014 in Abu Dhabi. Auf-tritte in Israel oder Ägypten waren bisher nicht möglich. Im Rahmen einer Konzertreihe in Südkorea fand am 15. August 2011 an der Grenze zum kommunistischen Nordkorea ein Friedenskonzert statt. Dabei führten Barenboim und das West-Eastern Divan Orchestra Beethovens 9. Sinfonie auf.

Das Orchester fand rasch weltweite Unterstützung und Zustimmung. Nach drei Konzerten in Weimar und zweien in Chicago (in den Jahren 1999 bis 2001) etablierte sich das Ensemble ab 2002 rasch und nachhaltig im spanischen Musikleben. Das Ensemble spielte fünf Konzerte auf der Plaza Mayor in Madrid (zwischen 2006 und 2011) und hatte Auftritte in Algeciras, Cádiz, Córdoba, Granada, Huelva, Jaén, Málaga, Ronda, San Sebastián, Saragossa und Sevilla. 2004 gastierte das WEDO erstmals im Bar-bican Centre in London, 2005 erstmals bei den Proms in der Royal Albert Hall und wird regelmäßig wieder eingeladen. 2006 debütierte das Ensemble in der Carnegie Hall in New York, 2013 spielte es dort in vier Konzerten alle neun Beethoven-Symphonien.

Eine enge Zusammenarbeit besteht seit 2007 mit dem Lucerne Festival und mit den Salzburger Festspielen sowie seit 2008 mit der Berliner Waldbühne, die 22.000 Zuhörern Platz bietet. Quelle: Wikipedia

Es fällt bei Daniel Barenboim (76), der die spanische, argentinische, israelische und palästinensische Staatsangehörigkeit besitzt und sieben Sprachen spricht, schwer, ein Lebenswerk auszumachen. Seine Stiftung? Die Barenboim-Said Akademie? Das WEDO? Der Pierre-Boulez-Saal? Die Staatskapelle Berlin? Alles vereinigt sich in einem Gesamtkunstwerk, das seinen Namen trägt.

Ed Koch

  
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