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Klaus Hoffmann - Wieder zu Hause in der Bar jeder Vernunft

geschrieben von: Redaktion am 28.08.2019, 09:53 Uhr
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Es ist schon ein fester Bestandteil im Jahreskalender geworden, dass Klaus Hoffmann im Oktober in der „Bar jeder Vernunft“, seinem Berliner Wohn-zimmer, auftritt. Nach Billerbeck, Dortmund, Glauchau, Paris und Linz, landet er, nach eigenen nicht ganz ernst gemeinten Angaben, in seinem Privatjet wieder zu Hause in Berlin. Vom 8. bis 11. und am 13. Oktober wird er im Rahmen seiner „Aquamarin-Tour“ jeden Abend um 20 Uhr mit Ha-wo Bleich am Klavier auf der Bühne stehen, aus-genommen am 13.10., da beginnt das Konzert schon um 19.00 Uhr.
Infos und Tickets unter
www.klaus-hoffmann.com


Gleich nach seinem heimischen Gastspiel geht es weiter nach Wien, München, Stuttgart, Dresden und Düsseldorf. Am 31. Dezember präsentiert er, was auch schon Tradition ist, in der „Komödie am Kurfürstendamm“, derzeit im Schiller-Theater ansässig, sein Silvesterkonzert, allerdings schon um 15.30 Uhr. Auf dem Programm stehen Lieder aus seinem preisgekrönten Musical „Brel – Die letzte Vorstellung“, das 1997 hier im Schillertheater Premiere hatte. Neben Liedern von Jacques Brel singt er natürlich auch eigene Werke. Und mit „Klaus Hoff-mann singt Brel“ startet er am 17. Januar 2020 ins neue Jahr. Bis zum 25. April wird er dann zwischen Osnabrück und Bonn in deutschen Landen unterwegs sein.

Lassen Sie uns diesen Programmhinweis zum Anlass nehmen, auf das bisherige bewegte Leben von Klaus Hoffmann, der am 26. März 1951 in Berlin das Licht der Welt erblickte, einen Blick zurückwerfen.

Er ist das einzige Kind des Finanzbeamten Erich und seiner Frau Waltraud Hoffmann, die als Fabrikarbeiterin tätig war. Er wuchs in der Kaiser-Friedrich-Straße in Berlin-Charlottenburg auf. Eine Gegend, die immer wieder präsent ist bei seinen Auftritten. Und auch seine Eltern spielen in den Zwischenmode-rationen eine Rolle. Vor allem sein früh verstorbener Vater, Klaus war erst zehn Jahre alt, spielt eine große Rolle in seinen Konzerten. Von ihm hat er das musikalische Talent geerbt, wobei sein Vater seine eigenen musikalischen Ambitionen nicht verwirklichen konnte.

Nach dem Realschulabschluss 1967 absolvierte Klaus eine Ausbildung zum Großhandelskaufmann für Stahl und Eisen bei Klöckner-Eisenhandel GmbH & Co. KG und besuchte die Jakob-Fugger-Berufsschule in Schöneberg. In dieser Zeit interessierte ihn bereits die Musik mehr als der Stahlhandel. Seine Laufbahn begann mit ersten Auftritten in Berliner Szenekneipen. Aber auch bei großen Festen seiner Schule trat er mit seinen ersten Liedern im Prälat Schöneberg und Interconti-Hotel auf. Kurzzeitig nannte er sich Klaus Dierenhoff, eine Kombination aus seinen eigentlichen Vornamen Klaus-Dieter und dem Familiennamen Hoffmann. Der Name setz-te sich jedoch nicht durch, und so blieb es bei Klaus Hoffmann. Nach Abschluss seiner Ausbildung und bevor es mit der Schauspielausbildung an der Max-Reinhardt-Schule losging, fand die legendäre Afghanistan-Reise statt, und zwar entgegen aller Angaben in seiner Vita und im Wikipedia-Eintrag 1970 und nicht 1969.

Ab 1974 erhielt Klaus Engagements an der Freien Volksbühne Berlin unter Intendant Kurt Hübner und am Hamburger Thalia-Theater unter Intendant Boy Gobert. Er spielte in mehreren Film- und Fernseh-produktionen mit, so etwa in Ingmar Bergmans „Das Schlangenei“ oder Tom Toelles „Die Kamelien-dame“. Einem breiten Publikum wurde er bekannt durch die Titelrolle in der Verfilmung von Ulrich Ple-nzdorfs „Die neuen Leiden des jungen W“. Für diese Rolle wurde er mit dem „Bambi“ sowie der „Goldenen Kamera“ der TV-Zeitschrift Hörzu ausgezeichnet.

Sein erstes Album „Klaus Hoffmann“ erschien 1975. Die ausnahmslos von ihm selbst geschriebenen Lieder des 1978er Albums „Was fang ich an in dieser Stadt?“ drehten sich überwiegend um seine – da-mals geteilte – Heimatstadt Berlin. 1978 erhielt Hoffmann für seine Lieder den Deutschen Kleinkunstpreis in der Sparte Chanson. 1979 folgte seine erste große, ausverkaufte Deutschland-Tournee sowie 1980 der Deutsche Schallplattenpreis für die LP „Westend“. Auf seiner Internetseite sind 60 Alben in der Discographie hinterlegt.

Im Jahr 2006 nahm Hoffmann den Kulturpreis der Boulevardzeitung B.Z. in Empfang und forderte in seiner Dankesrede, dass die Kunst- und Kulturförderung nicht den Banken überlassen werden dürfe. Am 27. März 2011, einen Tag nach seinem 60. Ge-burtstag, feierte Klaus Hoffmann seinen runden Geburtstag im Berliner Friedrichstadt-Palast mit zahlreichen Wegbegleitern, allen voran Reinhard Mey. Weitere Gäste des über vierstündigen Konzerts, das bereits Monate zuvor ausverkauft war, waren Hannes Wader, Herman van Veen, Lydie Auvray, Romy Haag, Rolf Kühn und Robert Kreis. Im selben Jahr trat er bei „Songs an einem Som-merabend“ auf, genauso wie auch 2014 und 2016.

Hoffmann verbindet eine enge Freundschaft mit dem Liedermacher Reinhard Mey, den er in seiner Autobiografie als seinen „Bruder“ bezeichnet. Mey schrieb anlässlich des 60. Geburtstags von Klaus Hoffmann sein „Lied Für Klaus“; beide Künstler haben diverse Lieder wie „Alle Soldaten woll’n nach Haus“, „Schenk mir diese Nacht“ sowie „Meine Zeit“ gemeinsam aufgenommen. Seit August 2001 ist Klaus mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Male-ne verheiratet, der wir die schönen Fotos von Klaus verdanken.

Musikalisch ist Klaus gleichermaßen von amerikanischen Singer-Songwritern wie Bob Dylan sowie vom französischen Chanson und dem spezifischen Berliner Chanson in der Tradition von Harald Juhnke und Hildegard Knef beeinflusst. Seine Texte sind bestimmt von der Auseinandersetzung mit seiner Kindheit im kleinbürgerlichen Nachkriegs-Berlin (Berlin, Was fang ich an in dieser Stadt?, Die Straßen von Berlin, Der König der Kinder) sowie der Aufbruchstimmung der 68er Generation, die sich gegen die Enge und Ängstlichkeit der Elterngeneration auflehnte (Estaminet, Die Mittelmäßigkeit). Durchgehendes Motiv in Hoffmanns Liedern ist dabei der Konflikt zwischen der Wärme und der kindlichen Geborgenheit des Vertrauten auf der einen Seite sowie dem Aufbegehren angesichts der Möglichkeiten und Herausforderungen des Unbekannten, der nur über die Versöhnung mit der Widersprüchlichkeit der eigenen Geschichte und der Berlins gelöst werden kann.

Klaus Hoffmann gilt als der führende deutsche Interpret des belgischen Chansoniers Jacques Brel, dessen Musik er als Zündfunken seiner Befreiung aus Elternhaus und Kleinbürgertum beschrieb. Bereits Hoffmanns erstes Album (1975) enthielt Versionen der Brel-Titel „Ces gens là“ (So sind hier die Leute), „Amsterdam“ und „Adieu Emile“. Ermöglicht durch den Kontakt zu Therèse Brel, der Witwe Jacques Brels, begann Hoffmann 1996 mit der Arbeit an dem Musical „Brel – die letzte Vorstellung“. Darin blickt der sterbenskranke Brel auf sein Leben, in-dem er es durch seine Chansons – gesungen in deutscher Übersetzung – Revue passieren lässt. Am 12. Juni 1997 fand die Premiere des Musicals im Schillertheater in Berlin statt. Im gleichen Jahr er-hielt Hoffmann hierfür die „Goldene Europa“ für das „Bühnenereignis des Jahres“.

2000 erschien sein erster Roman unter dem Titel „Afghana“, der Aufbruch und Reise des Protagonisten durch das Afghanistan der späten 60er Jahre beschreibt. 2004 wurde sein zweiter Roman „Der Mann, der fliegen wollte“ veröffentlicht, den Klaus Hoffmann, begleitet am Klavier von Hawo Bleich, auf einer großen Lesereise mit Musik in ganz Deutschland vorstellte. Im Februar 2011 erschien schließlich Klaus Hoffmanns dritter Roman „Phillip und die Frauen“, der wie die vorigen Romane stark autobiographische Züge aufzeigt. Seine Autobiografie mit dem Titel „Als wenn es gar nichts wär“ er-schien im Oktober 2012.

Soweit die Zwischenbilanz über Klaus Hoffmanns Leben. Er wird uns noch lange mit seiner wunderbaren Musik begleiten. Next Stop: Bar jeder Vernunft, Oktober!

Ed Koch
(Unter Verwendung von Texten aus Wikipedia)

  
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